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Bett unter einer Dachschräge: So wird's gemütlich

Spitzboden in Jugendstilvilla
Ein echtes Refugium im Spitzboden: Im Gästebett unter dieser Dachschräge fühlt sich der Besuch behütet und geborgen.
© Sabine Bungert
Rückzugsort und Lieblingsplatz – das Bett soll die Sehnsucht nach Geborgenheit stillen und, klar, für erholsamen Schlaf sorgen. Warum Dachräume ideale Vorraussetzungen dafür liefern und Sie Ihr Bett unter einer Dachschräge platzieren sollten? Viele gute Gründe und clevere Tipps vom SCHÖNER WOHNEN-Experten.

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Spitze Winkel, klitzekleine Nischen – und jede Menge Charme. Wer den Gemütlichkeitsfaktor eines Bettes unterm schrägen Dach einmal zu schätzen gelernt hat, rückt seinen Schlafplatz so schnell nicht wieder unter der Dachschräge hervor.

Weißes Schlafzimmer mit kleinem Bänkchen und einem Strauß Blumen
Gleich zwei Dachschrägen rahmen dieses Bett gemütlich ein.

Tipp: Im SCHÖNER WOHNEN-Shop finden Sie hochwertige Wohnaccessoires fürs Schlafzimmer.
© Royfort

Das Bett unter der Dachschräge – für ein Plus an Individualität

Denn während die Grundrisse konventioneller Apartments – quadratisch, praktisch, gut – oft auch ein bisschen langweilig sind und sich zudem alle ziemlich ähneln, punkten Dachwohnungen mit Charme und Individualität.

Bett im Dachgeschoss mit weißer Bettwäsche neben zwei großen Dachfenstern; auf dem Boden ein beiger Wollteppich
Schlummern unterm Sternenhimmel: Gerade bei sanft geneigten Dachflächen spricht viel dafür, das Bett unter der Dachschräge zu platzieren. Der Gemütlichkeitsfaktor ist einfach nirgendwo größer, denn die Dachflächen wirken wie ein schützendes Zelt.
© Adobe Stock

Wer sein Bett unterm Dach weiß, hat sich bei der Planung und Einrichtung des Schlafzimmers oft intensiv mit dem vorhandenen Raum, seinen Herausforderungen und den vermeintlichen Defiziten wie Schrägen und nur wenige Stellwänden für Möbel beschäftigt.

Schlafzimmer unter Dachgaube mit Ankleidezimmer
Dieses Schlafzimmer bietet mit einem behaglichen Bett unter der Daschräge, begehbarem Kleiderschank und dem Bad nebenan jede Menge Komfort.
© Sabine Bungert

Das zeigt sich dann am Ergebnis: sorgfältig ausgewähltes Bett in passender Höhe unter der Dachschräge, kreative Einbaulösungen wie Regale und Einbauschränke schaffen im besten Falle Stauraum und obendrauf lauter Lieblingsecken, in die sich gut zurückziehen lässt.

Tipps für kleine Räume
SCHÖNER WOHNEN

Bodennahe Betten für mehr Kopffreiheit

Höhle, Lieblingsnest, Rückzugsort: Wie eingangs erwähnt, drängt sich der Platz unter der Schräge geradezu auf, um das Bett gleichsam einzurahmen und ihm Begrenzung zu bieten. Damit beim Aufstehen oder dem nächtlichen Ausflug aber die Schädeldecke nicht leidet, unter der Dachschräge besser auf bodennahe Bettgestelle setzen und ausladende Boxspring- oder Polsterbetten Schläfer:innen mit mehr Luftraum über der Matratze überlassen

HÄUSER-AWARD 2017 - 3.Preis: Haus P - Schlafzimmer
Minimalistisch, ohne spartanisch zu wirken: bei diesen Betten unter der holzverkleideten Dachschräge lenkt nichts vom eigentlichen Zweck des Raumes – Schlaf – ab.
© Rena Lorenz

Für noch mehr Geborgenheit bietet es sich übrigens an, den Platz des Bettes unter der Dachschräge mit Farben und Tapeten zu gestalten. Ruhe entsteht durch die ganze Skala der Naturtöne, von Braun bis Elfenbein, Anthrazit bis Perlmutt. Leichte, helle Farben an Wänden, Decke und Möbeln lassen ein Zimmer größer wirken, ebenso helle, zarte Textilien wie Baumwolle und Leinen.

Bett unter der Dachschräge: Hier zählt jeder Winkel

Um den Raum bis zum sogenannten Kniestock oder Drempel, also das letzte senkrechte Stück Wand, bevor die Schräge der Dachsparren beginnt, komplett auszunutzen, setzen Sie bestensfalls ein Bett ohne Kopfteil. Wem das zu unkomfortabel erscheint, muss allerdings nicht zwangsläufig auf das Betthaupt verzichten. In diesem Fall das Bett einfach etwas in den Raum hineinrücken und die so entstandene Lücke zwischen Wand und Bett mit einer Ablagefläche oder einem kleinen Regal füllen und auf diese Weise Stauraum und Ablagefläche schaffen. Praktisch: So hat nun auch ein Glas Wasser oder etwas zum Lesen Platz am Bett unterm Sternenhimmel.

Dachkammer oder Schlafzimmer?

Bei den obersten Etagen von Einfamilienhäusern oder Dachgeschosswohnungen führt die spezielle Berechnungsvorschrift für Räume mit Dachschräge dazu, dass oft ein erheblicher Teil der Wohnfläche abgezogen wird. Flächen, deren Raumhöhe maximal einen Meter beträgt, werden zum Beispiel überhaupt nicht in die Quadratmeterzahl der Wohnräume mitberechnet. Liegt die Raumhöhe zwischen einem und zwei Metern, wird die Fläche zu 50 Prozent dem Grundriss zugeschlagen. Nur Flächen mit einer Raumhöhe von über zwei Metern gelten als normale Wohnräume. 

Reihenhaus: Wohnen unter dem Dach
Herrlich gemütlich: Das Bett auf einem Podest unterm schrägen Altbaudach.
© Sabine Bungert

Das heißt freilich nicht, dass aus einem Raum, in dem man sich nur gebückt fortbewegen kann, nicht ein herrlich gemütlicher Ort für ein Bett unter dem Dach werden kann. Gerade in Altbauten aus den 20er bis 50er Jahren ist die Dachneigung oft so steil, dass der zwangsläufig entstehende Luftraum im Dachgeschoss zweigeteilt genutzt werden kann – als Spielzimmer mit darüberliegener Schlafnische fürs Kinderbett unter der Dachschräge. Oder als Arbeitszimmer mit Lese- oder Gästeecke beispielsweise.

Kinderzimmer unter dem Dach
Kreativ gelöst: Das Bett in diesem Kinderzimmer unter steilen Dachschrägen liegt im Quergiebel und ist über eine Stiege aus Holz zu erreichen.
© Sabine Bungert

Trick für mehr Platz im Bett unter der Dachschräge

Wenn die Dachschräge an einem sehr niedrigen Punkt beginnt, ist es mitunter fast unmöglich, ein Bett komfortabel zu stellen – jedenfalls mit der langen Seite zur Dachschräge. Naheliegener Trick: Das Bett nicht mit der langen Seite, sondern mit der kurzen zur schrägen Wand stellen. So lässt es sich gemütlich auf dem Bett sitzen, ohne dabei Gefahr zu laufen, sich regelmäßig Beulen und blaue Flecken einzuhandeln.

© Privat

Expertentipps zu Licht, Schallschutz und sicheren Wegen für das Schlafzimmer im Dachgeschoss

Johannes Hünig, Head of Haus & Bauen bei SCHÖNER WOHNEN, weiß wie man ein Schlafzimmer unterm Dach richtig ausbaut. Das sind seine Tipps

1. Baurecht beachten
Auch was unterm Dach passiert, ist vom Baurecht geregelt: Das betrifft Fluchtwege, aber ebenso Einbauten wie Dachfenster oder Gauben, die das Erscheinungsbild verändern (nicht nur bei Denkmal- oder Milieuschutz). Die örtlich zulässige Geschossflächenzahl spielt ebenfalls eine Rolle, wenn sie durch den Einbau einer Schlafnische im Dachgeschoss überschritten wird. Mit einer formlosen Bauvoranfrage bei der Gemeinde geht man auf Nummer sicher.

2. Licht hereinlassen
Der Einbau von Dachflächenfenstern, die für gute Belichtung sorgen, gehört beim Dachausbau zum Standard. Knifflig wird’s, wenn das Fenster breiter sein soll als der Abstand zwischen den Dachsparren (bei älteren Häusern 65 bis 80 Zentimeter), dann muss die Statik ausgeglichen werden. Der Einbau einer Dachgaube ist zwar aufwendig und kostspielig, vergrößert aber die gefühlte Fläche enorm, da sie Stehhöheschafft. Zusätzliche Fenster in den Giebelflächen tun den Dachräumen wegen des Blicks nach draußen gut.

3. Schallschutz beachten
Vor allem wenn das Dachgeschoss die Kinderzimmer beherbergt, ist die Schalldämmung der Geschossdecke wichtig. Eine Trittschalldämmung als Unterlage unter dem Bodenbelag schafft Abhilfe, noch effektiver ist eine mit Dämmstoff gefüllte, schwebend abgehängte Geschossdecke in Trockenbauweise.

4. Treppen bequem und sicher machen
Für Treppen ins Dachgeschoss gilt eine DIN-Norm, die unfallfreies Benutzen garantieren soll. Heißt: steile Steigen raus, ordentliche Treppe mit 80 Zentimeter Mindestbreite rein. Platzsparende Wendeltreppen sind erlaubt, Raumspartreppen mit Wechseltritt sind dagegen nur als Zusatztreppen zugelassen. Wichtig: vorher die Statik des unteren Geschosses am Aufsitzpunkt prüfen lassen.

Gutes Licht fürs Bett unter der Dachschräge

Um einen Raum unter dem Dach ins rechte Licht zu setzen, muss man wissen, dass das Licht, das reflektiert wird, genauso zur allgemeinen Beleuchtung beiträgt wie dasjenige, das durchs Fenster fällt oder aus einer Leuchte strahlt. Sind die Dachfenster klein oder in geringer Anzahl vorhanden, hilft es also, die Wände, auf die das Licht fällt, möglichst hell zu gestalten.

Großes Elternschlafzimmer mit Deckenbalken und Dielenboden
In diesem Schlafzimmer wurde die Decke geöffnet und die sichtbaren alten Balken wurden durch neue ersetzt. Die hellen Wände und der hell geseifte Dielenboden reflektieren viel Licht, ohne dass der Raum ums Bett unter den sanften Dachschrägen unpersönlich wirkt.
© Sabine Bungert

Den gleichen Effekt haben weiße Einbauten sowie ein heller Boden. Künstliche Lichtquellen sollten eher von unten nach oben strahlen als umgekehrt, so wirkt der Raum ums Bett unter dem Dach tendenziell höher. Statt störender Pendelleuchten mitten im Raum sorgen viele kleine, über das Zimmer verteilte Lichtquellen mit einer Mischung aus direktem und diffusem Licht, darunter dekorative Tischleuchten, Deckenfluter, hinter Bodenleisten oder unterhalb von Regalböden angebrachte LED-Streifen, für eine harmonische Ausleuchtung und wohnliche Atmosphäre rund ums Bett und an den Dachschrägen.

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