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Polyester – Wissenswertes über den synthetischen Stoff

Polyester ist einer der am häufigsten verwendeten Stoffe in der Textilbranche. Auch bei Wohnaccessoires und Möbeln kommt Polyester häufig zum Einsatz – etwa bei Gardinen, Teppichen oder als Bezugsstoff für Polstermöbel. Grund genug, mal einen etwas genaueren Blick auf den synthetischen Stoff zu werfen.
Lounge Sofa "Level" von Houe
Der Bezugsstoff des Lounge-Sofas "Level" besteht zu hundert Prozent aus Polyester.
In diesem Artikel
Was ist Polyester?
Wo findet Polyester Verwendung und was zeichnet es aus?
Waschen und pflegen – darauf sollten Sie achten
Polyester als Verursacher von Mikroplastik

Was ist Polyester?

Bereits 1941 von John Rex Whinfield und James Tennant Dickson als Patent angemeldet, handelt es sich bei Polyester um eine synthetische Chemiefaser, die aufgrund ihrer Beschaffenheit als deutlich kostengünstigere Alternative zu natürlichen Stoffen wie Leinen oder Seide gilt und auf Erdöl basiert. Die genaue Zusammensetzung ist sehr komplex und würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Nur soviel: Die Fasern können rein verwendet oder mit anderen Stoffen wie Baumwolle kombiniert werden und erhalten so eine andere Beschaffenheit. Gleichzeitig sind die Poren sehr klein, weshalb die Kunstfasern verhältnismäßig gut gegen Wind und Wasser schützen – und auch Schmutz lässt sich in der Regel leicht entfernen.

Wo findet Polyester Verwendung und was zeichnet es aus?

Polyester findet sich fast überall in unserer Gesellschaft und jeder verwendet es Tag ein Tag aus, eventuell ohne es zu wissen: Blusen, Kleider, Jacken, Hosen, Rucksäcke, Handyhüllen, Wasserflaschen aus Polyethylenterephthalat (kurz: PET). Auch bei Wohnaccessoires und Möbeln kommt Polyester häufig zum Einsatz – etwa bei Gardinen und Vorhängen, Teppichen oder als Bezugsstoff für Polstermöbel. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Als positive Eigenschaften gelten unter anderem:

  • pflegeleicht
  • günstig
  • bügelfrei
  • formbeständig, elastisch
  • licht- und wetterbeständig
  • läuft nicht ein
  • trocknet schnell

Als Nachteile gelten unter anderem:

  • geringe Atmungsaktivität
  • kann zu Hautreaktionen führen
  • nicht nachhaltig
  • neigt zu Pilling – dem Bilden kleiner Fussel und Knötchen durch Reibung
  • beim Waschen entsteht Mikroplastik
Gardinen "Laos" und "Flex" von Zimmer + Rohde

Waschen und pflegen – darauf sollten Sie achten

Natürliche Stoffe wie Baumwolle, Leinen oder Seide sind einfach schön und fühlen sich angenehm an. Dafür sind sie in der Anschaffung häufig etwas teurer und benötigen intensivere Pflege als Kunstfasern. Textilien aus Polyester hingegen lassen sich, soweit nicht anders in den Waschzeichen vermerkt, gut bei 40 bis 60 Grad waschen. Auch färben diese so gut wie gar nicht ab. Vorsicht ist nur bei neu gekauften Produkten vonnöten.

Zum Trocknen können Sie die Textilien einfach auf den Wäscheständer hängen – das spart eventuelles Bügeln. Apropos: Achten Sie bei Textilien wie Gardinen oder Vorhängen aus Polyester unbedingt auf das Bügeletikett. Bei zu hohen Temperaturen können sie sich verformen oder – im schlimmsten Fall – gar schmelzen. Aus diesem Grund sollten Sie sie auch lieber nicht in den Trockner geben.

Polyester als Verursacher von Mikroplastik

In den letzten Jahren ist Polyester vor allem aufgrund der Mikroplastik-Diskussion in Verruf geraten. Beim Waschen von Polyesterfasern lösen sich jedes Mal winzige Fasern (zwischen 0,1 Mikro­meter bis 5 Milli­meter, so Stiftung Warentest) aus dem Stoff und gelangen über das Abwasser ins Ökosystem, wo sie für Tiere und Pflanzen eine Belastung darstellen. Dem Fraunhofer Institut für Umwelt, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht zufolge, liegt der prozentuale Anteil an Mikroplastik durch Faserabrieb beim Waschen von Textilien allerdings nur bei etwa 2 Prozent. Deutlich stärker: die Belastung durch Reifen- und Straßenabrieb via Kraftfahrzeugbetrieb mit etwa 33 Prozent. Wer mehr hierzu wissen möchte, dem empfehlen wir die Studie "Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik" vom Institut Fraunhofer Umsicht, Juni 2018.

Wie stark die Belastungen durch Mikroplastik konkret für den Menschen sind, lässt sich bis heute nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Das liegt vor allem daran, so Stiftung Warentest, dass es bislang "an vergleich­baren Studien über Gesund­heits­risiken durch die Aufnahme von Mikro­plastik mit Trink­wasser und erst recht mit weiteren Nahrungs­mitteln" mangelt.

Gänzlich unstrittig hingegen: Stoffe wie natürliche Biobaumwolle oder halbsynthetisches Lyocell, auch Tencel genannt, sind deutlich nachhaltiger als Polyester.