19. Jahrhundert: Biedermeier

Die Geburtsstunde des Wohnzimmers fällt in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Während des so genannten Biedermeiers besinnt sich die bürgerliche Schicht ab etwa 1815 mit dem Ende des Wiener Kongresses und der Beilegung der napoleonischen Kriege auf die Familie, das Private und die heimische Idylle.

Spießig und reaktionär? Vielleicht aus heutiger Perspektive. Denn gestalterisch ist bei den Original-Biedermeiern des 19. Jahrunderts jede Menge geboten.

Während sich in etwa parallel der Klassizismus in der Architektur durchsetzt, folgen Biedermeiermöbel keiner strengen Formensprache. Sie sind gefällig, elegant und aus fein poliertem und dekorativ gemasertem Holz gefertigt. Tische, Stühle und Kommoden Polstermöbeln sind aus Nussbaum, Mahagoni oder Kirsche. Die Einrichtung konzentriert sich aufs Repräsentative, sodass die ersten Wohnzimmer nicht im eigentlichen Sinne dem "Wohnen", sondern dem Bewirten von Hausgästen dienen.

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