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Das Geschwisterzimmer - warum überhaupt?

Rücksicht nehmen, Spielzeug teilen und Kompromisse eingehen - bewohnen Kinder in den ersten Jahren ihres Lebens ein gemeinsames Zimmer, wirkt sich das oft positiv auf das Sozialverhalten und den Zusammenhalt der Geschwister untereinander aus.

Klar, Konflikte können durch die räumliche Nähe an Schärfe zunehmen, doch mit sanfter Unterstützung der Eltern sind diese gerade im Kindergarten- und Grundschulalter rasch zu lösen. Und die so genannten "soft skills", also die soziale und emotionale Kompetenz der Kinder, profitieren.

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Wichtig im Geschwisterzimmer - Funktionsbereiche definieren

Ein Kind macht Unordnung, zwei Kinder sind unordentlich, nun ja, für zwei. Klingt logisch? Ist es auch. Daher sollten Funktionsbereiche wie schlafen, spielen, Kleidung aufbewahren, gegen malen, basteln oder schreiben klar voneinander abgegrenzt werden. So lässt sich im Geschwisterzimmer Ordnung halten - und sie auch rascher wieder herstellen. Daneben fällt es leichter, die persönlichen Dinge der Schwester oder des Bruders achten zu lernen, wenn im geteilten Kinderzimmer nicht alles grenzenlos ineinander fließt. Trennen Sie also die angesprochenen Bereiche bestensfalls individuell für jedes Kind. Sollte das aus Platzgründen nicht möglich sein, lässt sich ein Schrank teilen, der Spielbereich ebenso, doch beim Schreibtisch beispielsweise wird es schwieriger...

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Das leidige Thema: Stauraum und Platz im Geschwisterzimmer

Solange die Kinder im gleichen oder zumindest ähnlichen Alter sind, beschäftigen sie sich gerne gemeinsam und teilen (zumindest theoretisch) ihre Spielsachen miteinander. Allerdings: Zwei oder mehr Kinder bedeutet auch mehr Bastelutensilien, mehr Kleidung und zumindest das Lieblings-Plüschtier mag meist nicht geteilt werden. Somit gilt einer der wichtigsten Geschwisterzimmer-Tipps dem Stauraum.

Und hier ist ganz klar mehr - genau - mehr. Planen Sie unbedingt genug Kisten und Körbe, Wandaufbewahrungslösungen oder für Kinder einfach zu befüllende Schubkästen ein. Ob die Geschwister dieselben dann gemeinsam nutzen, oder sie die einzelnen Ordnungshelfer mittels Farben oder Symbolen personalisieren, bleibt ihnen überlassen bzw. sollten sie einfach mit Ihren Kindern besprechen oder gegebenenfalls ausprobieren.

Tipp: Um Platz zu gewinnen, lohnt es sich eventuell, bestimmte Funktionen aus dem Geschwisterzimmer herauszulösen. Vielleicht findet der Kleiderschrank im Flur oder Elternschlafzimmer Platz? Kann der Kinderschreibtisch des Grundschülers im Arbeitszimmer der Eltern stehen? Fügt sich der Kaufmannsladen gut in eine Wohnzimmerecke ein oder die Kinderküche des Dreijährigen in einen Winkel der Wohnküche? Somit wären wertvolle Quadratmeter im Geschwisterzimmer gespart, was den "Mitbewohnern" Raum schenkt, sich bei Bedarf zurückzuziehen oder weiteren Stauraum zu integrieren und Konfliktherde zu minimieren.

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Unverzichtbar: Hochbetten und Etagenbetten im Geschwisterzimmer

Kinder lieben sie, Eltern sind eher geteilter Meinung: Die Rede ist vom Hoch- oder Etagenbett. Gerade in kleinen Geschwisterzimmern sind sie schon aus Platzgründen unverzichtbar, versprechen sie doch einen massiven Raumgewinn auf stattlichen 1 x 2 Metern. Allerdings: Je nach Temperament sollte das ältere Geschwisterkind mindestens viereinhalb besser fünf Jahre alt sein, bevor es ins Hochbett bzw. die obere Etage des Geschwisterbettes zieht. Haben Sie einen unsicheren Schläfer in luftiger Höhe, achten Sie darauf, dass die Bettreelig hoch genug ist, im Zweifel gibt es stabile Netze als Fallschutz.

Extratipp: Viele Hersteller bieten Schutzvorrichtungen an, die jüngere Geschwister am Hinaufsteigen der Leiter ins Hochbett hindern. Fragen Sie einfach nach - oder zimmern sich eine selbst entworfene Lösung aus Baumarktbrettern selbst zurecht. Schont garantiert Elternnerven und schützt die Knochen abenteuerlicher Kleinkinder.

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Wichtig: Rückzugsräume schaffen

Absolute Privatsphäre, so viel ist klar, bietet allein ein eigenes Zimmer. Doch gerade in den ersten Jahren bis etwa zum Ende der Grundschule profitieren Kinder mehr vom Geschwisterzimmer, als dass sie unter seinen unbestreitbaren Nachteilen leiden. Doch Rückzugsräume, etwa zum Entspannen, Schlummern oder einfach den eigenen Gedanken nachzuhängen, benötigen schon die Kleinsten. Schaffen Sie diese einfach mit einem Betthimmel, Vorhängen, Nischen oder indem Sie die vielleicht schon vorhandenen Gegebenheiten des Raums nutzen.

Existieren diese nicht oder nur in kleinem Umfang, hilft es, Möbel so zu gruppieren, dass geschützte Bereiche entstehen. Und um akute Geschwisterstreits zu entschärfen, ist sogar ein rasch gezogener Kreidestrich auf dem Boden oftmals ausreichend.

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Gemeinsame Bereiche im Geschwisterzimmer definieren

Wo fangen die Rückzugsräume des Bruders oder der Schwester an, welche Bereiche im Raum sind ausdrücklich für alle bestimmt? Gemeinsame Bereiche - in unserem Beispiel verbindet der gemeinsame Maltisch die Bereiche der Geschwister - sollten klar als solche definiert werden. Das beugt Streitigkeiten vor und gibt den Eltern ein Werkzeug an die Hand, mit dem gelegentlich aufkeimende Besitzansprüche oder Eifersüchteleien begegnet werden kann.

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Bei altergemischten Geschwisterzimmer - Unterschiede erklären

Geschwister messen sich aneinander und konkurrieren quasi ab Geburt um die Aufmerksamkeit der Eltern. Erfolgt also die Trennung der einzelnen Bereiche des gemeinsamen Zimmers ungleichmäßig, sollte eine Erklärung nach dem "Warum" nicht fehlen.

Dass ein Schulkind wegen des Schreibtischs mehr Platz braucht, wird die kleine Schwester sicher verstehen. Und auch, dass durch ein Hochbett mehr Platz zum Spielen bleibt, als durch ein niedriges Bett, ist sicher schon für die Kleinsten verständlich.

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Was tun mit dem Besitz des Älteren

Wichtig für größere Kinder: Schaffen Sie sichere Verwahrungsplätze für private Dinge, Schreibzeug, Erinnerungsstücke oder mühevoll zusammengesetztes Lego. Dabei ist egal, ob Sie der großen Schwester oder dem älteren Bruder das obere Fach im Regal reservieren, ein Wandboard anbringen oder eigens einen abschließbaren Schrank ins Geschwisterzimmer integrieren. Hauptsache der "Geheimort" ist vor dem jüngeren Geschwisterkind sicher.

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Ab wann sollte das Baby ins Geschwisterzimmer einziehen?

Die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lautet, dass Säuglinge zur Vermeidung des plötzlichen Kindstodes das erste Lebensjahr im Elternschlafzimmer übernachten sollten. Ein Umzug ins Kinderzimmer zum Geschwisterchen ist zudem auch erst dann sinnvoll, wenn das Baby durchschläft, da es sonst das ältere Kind immer wieder wecken würde.

Ausnahme von dieser Regel: Zählt ihr erstes Kind zur Sorte, "schläft wie ein Stein, egal was passiert", so können Sie das jüngere Kind auch getrost umziehen - egal, ob es durchschläft oder nicht.

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Das Geschwisterzimmer - individuell oder ganz symmetrisch?

Viele Kinder lieben Symmetrie - und haben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Bei Zwillingen oder Geschwistern, die nicht mehr als 18 Monate bis maximal zwei Jahre auseinanderliegen, bietet es sich durchaus an, Möbel fürs Geschwisterzimmer einfach doppelt zu kaufen. Somit hat jeder exakt gleich viel Platz zum Verstauen seiner Kleidung oder des Spielzeugs. Diskussionen oder die angesprochenen Erklärungen der Eltern erübrigen sich somit.

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Lesen und Musik hören im Geschwisterzimmer

Ältere Kinder brauchen oft weniger Schlaf als ihre jüngeren Zimmergenossen und sie schaffen es zudem, sich über längere Zeit mit einer ruhigen Aktivität wie lesen, rätseln oder Musik hören zu beschäftigen. Daher gilt: Schaffen Sie Ihrem älteren Kind Freiräume, lesen zu können, ohne dass die Lichtquelle das andere Kind stört.

Auch Hörspiele sind eine Möglichkeit, den unterschiedlichen Schlafbedürfnissen gerecht zu werden. Ein in Bettnähe platzierter CD-Spieler oder MP3-Player befriedigt den Wunsch des Älteren, abends vor dem Einschlafen noch eine Folge der Lieblingsgeschichte zu hören. Und falls das jüngere Geschwisterkind ein empfindlicher (Ein)Schläfer ist, helfen Kopfhörer. Letztere gibt es lautstärkenreguliert und speziell für empfindliche Kinderohren.

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Was tun, wenn Freunde zu Besuch sind?

Stichwort Verabredung: Natürlich wollen Kinder regelmäßig Freunde einladen. Auch dann, wenn sie sich ein Zimmer teilen. Solche Situationen bereiten am wenigsten Probleme, wenn sie vorher klar abgesprochen werden. Schließen Sie einen Kompromiss, den beide Geschwister verstehen und von dem beide wechselseitig profitieren können. Ist einer zum Beispiel gerade beim Sport, kann der andere einen Freund mitbringen, ohne dass der "Mitbewohner“ gestört wird. Oder ein Kind geht freiwillig zum Spielen ins Wohnzimmer oder backt Kuchen mit einem Elternteil, während das andere Geschwisterkind Besuch hat.

Win-win-Situation: Sind beide Kinder etwa gleich alt sind, haben sie vielleicht gemeinsame Freunde und können zusammen spielen.

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Und wenn's nicht funktioniert..?

Ist der Altersabstand zwischen den Geschwistern größer als vier Jahre, ist es für das größere Kind möglicherweise schwierig, das jahrelang allein genutzte Zimmer nun plötzlich teilen zu müssen. Weiteres Problem: Sehr junge Kleinkinder und Grundschüler haben grundlegend unterschiedliche Interessen und - eventuell noch wichtiger - einen komplett anderen Tagesrhythmus und unterschiedlichen Schlafbedarf. Während das ältere Kind tagsüber meist schon lange nicht mehr schläft, dafür aber abends, nach dem langen Schultag, erschöpft ins Bett fällt, sind kleinere Geschwister oft noch mehr oder weniger dankbare Mittagsschläfer. In dieser Zeit kann das ältere Kind das gemeinsame Zimmer nicht frei nutzen, Hausaufgaben am eigenen Schreibtisch sind dann schwierig.

Eine allgemeine Richtschnur, ab wann Erklärungen der Eltern oder ein Hoffen auf den Gewöhnungseffekt der "Mitbewohner" im Geschwisterzimmer vergebens sind, bleibt allerdings schwierig. Nicht immer sind Probleme der Kinder untereinander und ihre grundlegende Unzufriedenheit mit der Wohnsituation an der Lautstärke von Streitigkeiten zu erkennen. Nur zu oft ziehen sich Kinder auch zurück, wirken unkonzentriert oder flüchten sich (im höheren Grundschulalter) zu Freunden. Daher bleiben Sie im Gespräch mit Ihrem Nachwuchs und beobachten Sie genau. Manchmal sind getrennte Räume einem geteilten Geschwisterzimmer vorzuziehen. Auch wenn's einen Umzug mit sich bringt.

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Geschwisterzimmer - ab wann ist spätestens Schluss?

Etwa mit Ende der vierten Klasse, also mit dem Übertritt auf die Weiterführende Schule und dem Start ins elfte oder zwölfte Lebensjahr, benötigen Kinder mehr Privatsphäre und eine Tür, die sie hinter sich schließen können. Etwa in diesem Alter startet die Pubertät, Freunde werden wichtiger und eine gesunde Abgrenzung von den Eltern und jüngeren Geschwistern ist Teil eines ganz normalen Entwicklungsprozesses des Pre-Teens, zu dem auch ein wie über Nacht aufgetauchtes Schamgefühl und ein erstarkendes Bewusstsein der eignen Sexualität gehört.

Spätestens jetzt wünschen sich Kinder ein eigenes Zimmer. Kann dem Wunsch nicht entsprochen werden, leidet der Familienfrieden meist nachhaltig.

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Weitere Tipps zum Thema? Buchtipp: "Kinderkram" von Gestalten

Weitere Tipps gibt's im neuen Bildband "Kinderkram. Kinderzimmer für kleine Leute von heute". Interior Designer Antonius Schimmelbusch zeigt kreative Lösungen für Räume, die von einem, zwei oder mehreren Kindern bewohnt werden. Und dabei vergessen Schimmelbusch und sein Team nicht den Spaß der Eltern am Einrichten der Kinderwelt in den eigenen vier Wänden. Denn: "Das Schönste am Leben mit Kindern ist schließlich, selbst wieder Kind sein zu dürfen.

Bild 1; 11,12 und 13 aus dieser Fotogalerie stammen aus "Kinderkram".

Preis: 39,90 Euro. www.gestalten.com

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