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Purismus aus Japan: Wabi-Sabi

Wabi ... wie? Was sich nach fernöstlicher Essenskultur anhört, ist ein japanisches Konzept der Ästhetik, das auf Klarheit und Unperfektem beruht. Ein Erklärungsversuch.
SCHÖNER WOHNEN-Farbe; Farbton "Manzanares"
In diesem Artikel
Was ist Wabi-Sabi?
Wie setzt man Wabi-Sabi beim Wohnen um?
Lieblinge wählen
Stoffe verwenden
Materialien variieren
Farbe bekennen
Buchtipp: "Einfach leben - der Guide für einen minimalistischen Lebensstil"

Was ist Wabi-Sabi?

Wer bei Wabi-Sabi spontan an Sushi denkt, liegt zumindest geografisch richtig - der Begriff Wabi-Sabi kommt aus Japan. Ursprünglich bedeutete „wabi“ traurig, verlassen oder allein, „sabi“ war das Wort für alt sein, vergehen, Patina ansetzen.

Was in dieser originalen Übersetzung (und dann auch noch im Doppelpack) nicht gerade erstrebenswert klingt, hat im Wandel der Zeit eine positivere, ja fast schon poetische Konnotation bekommen und bezeichnet mittlerweile die Art und Weise, die Schönheit von einfachen und betagten Dingen zu erkennen, sich mit ihnen zu begnügen, sie wertzuschätzen und zu genießen – eine Sichtweise, die im Zen-Buddhismus verankert ist und beispielsweise auch in der japanischen Teezeremonie zum Ausdruck kommt.

Wie setzt man Wabi-Sabi beim Wohnen um?

Ähnlich wie bei anderen Einrichtungtrends, zum Beispiel Hygge, handelt es sich bei Wabi-Sabi um keinen Einrichtungsstil, jedoch können sich die Grundsätze -

  • die Abkehr vom seelenlosen Konsum und das Sichhinwenden zur Natur
  • das Sichbesinnen aufs Wesentliche
  • das Verwenden einfacher,lokaler Produkte und Naturmaterialien von bester Qualität
  • das Wertschätzen, Pflegen und Vererben altgedienter Gegenstände
  • das Genießen von optischer Leere

 - dieser Geisteshaltung auch im Wohnen widerspiegeln.

Hochebene in einem Loft mit Möbeln von Bolia

Optische Leere und ihr Genuss -  einer der Grundsätze des Wabi-Sabi.

Wie man diese umsetzt? Einlesen hilft. Greift man beim Thema Wabi-Sabi (und seinen Geschwistern Purismus und Minimalismus) zu den richtigen Büchern, versteht man, dass all diese Lebens- und Wahrnehmungskonzepte in erster Linie Einstellungssache sind – und es sich empfiehlt, das Ganze nicht zu eng zu sehen. Schließlich wird Wabi-Sabi auch als unperfekter Purismus bezeichnet. Für die Umsetzung zuhause bedeutet das:

Lieblinge wählen

Purismus aus Japan: Wabi-Sabi

Lieblinge, die eine Bedeutung haben, dürfen nach Wabi-Sabi immer bleiben. Am liebsten ein Leben lang.

Sich aufs Wesentliche beschränken? Nur die nötigsten Dinge behalten? Von all dem hübschen Schnickschnack die Finger lassen? Wer schon beim Gedanken daran Gänsehaut bekommt, sei beruhigt: Hier geht es nicht um Selbstkasteiung, sondern um Befreiung – und auch das klingt jetzt dramatischer, als es ist.

Ein Beispiel: Die Salatschale vom Töpfermarkt auf Lanzarote benutzen Sie jeden Tag, obwohl sie schon ein paar Macken hat. An die Salatschleuder, die Sie vor Jahren geschenkt bekommen haben, denken Sie nur, wenn sie mal wieder die Küchenschublade blockiert. Jemals benutzt? Eben. Also weg damit, Platz schaffen und sich weiterhin an der Lanzarote-Schüssel erfreuen. Nichts anderes ist Wabi-Sabi. PS: Neue Lieblinge dürfen natürlich angeschafft werden, aber nur, wenn man sie auch einsetzt!

Stoffe verwenden

Plaid "Basics" von SCHÖNER WOHNEN-KOLLEKTION

Im Purismus eher unüblich, dürfen Stoffe beim Einrichten nach Wabi-Sabi nicht fehlen. Das schafft Wohnlichkeit.

Eingefleischte Asketen (eigentlich ein Widerspruch in sich) mögen sich in einer mönchszellenartigen Umgebung ohne jeglichen Komfort wohlfühlen – das müssen Sie aber nicht genauso handhaben (außer, Sie wollen es). Wer puristisch, aber trotzdem gemütlich wohnen will, dem raten wir zu Stoffen – in Form von Kissen, Vorhängen, Teppichen, Polstern und Plaids.
Wenn Sie Naturfasern wie Wolle, Baumwolle, Leinen oder Jute in zurückhaltenden Farben, geradlinige Schnitte und dezente Muster wählen und auf üppige Faltenwürfe und Verzierungen verzichten, passen sie wunderbar ins Einrichtungskonzept – und machen den Raum wohnlich.

Materialien variieren

Accessoire-Serie "Objects" von Fritz Hansen

Lebendig wird es nach Wabi-Sabi, wenn Naturtextilien mit Glas, Keramik und Holz kombiniert werden.

Je zurückhaltender ein Stil und je reduzierter seine Formensprache ist, desto wichtiger sind die verwendeten Materialien; zum einen, was ihre Hochwertigkeit und ihre Verarbeitungsqualität angeht, zum anderen aber auch, was ihre Vielfalt betrifft. Samtig geschliffenes Holz zu grobem Leinen ist schön und gut – aber erst, wenn noch Korbgeflecht, verwittertes Treibgut, Wolle und/oder handgeformte Keramik hinzukommen, wird’s richtig interessant.

Farbe bekennen

SCHÖNER WOHNEN-Farbe Naturell "Quarzrosa"

Alles Grau-Weiß? Beim Einrichten nach Wabi-Sabi sind warme Rosé- und Sandtöne eine Alternative.

Wer weiße oder graue Wände zu kühl findet, kann sich innerhalb der kompletten Naturtonpalette austoben und mit wärmeren Nuancen aus dem Sand- oder Rosé-Bereich Heimeligkeit zaubern. Außerdem haben diese Farbtöne die Eigenschaft, dass man sie bedenkenlos miteinander kombinieren kann, ohne dass es zu bunt wird, und trotzdem Abwechslung in die Zen-artige Ruhe kommt.

Buchtipp: "Einfach leben - der Guide für einen minimalistischen Lebensstil"

"Einfach leben - Guide für ein minimalistisches Leben", Knesebeck Verlag

Lina Jachmanns Buch „Einfach leben – der Guide für einen minimalistischen Lebensstil“ enthält inspirierende Wohnreportagen und zahlreiche Tipps. Danach sieht man sein Zuhause mit neuen Augen. Preis: ca. 25 Euro.
www.knesebeck-verlag.de

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