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Adina Bier, Chef-Design-Scout bei Monoqi

Adina Bier ist als Head of Scouting verantwortlich für die Produktauswahl beim Shopping-Club Monoqi, bei dem sich innerhalb der ersten acht Monate seit dem Start im März 2012 bereits mehr als 100.000 Mitglieder registriert haben.

Frau Bier, welcher Anspruch steckt hinter Monoqi?

Adina Bier, Chef-Design-Scout bei Monoqi
© Monoqi

Wir wollen Designprodukte besser zugänglich machen, insbesondere denjenigen, die keine Experten sind, und die auch keine Designläden in ihrer Umgebung haben. Solchen Leuten ermöglicht unser Portal, das neueste Design, aber auch Stücke von Vitra oder E15 im Netz anzuschauen und zu kaufen.

Wie wählen Sie die Produkte aus, die es dann in den Shop schaffen?

Alle Produkte werden von mir und meinen Design-Scouts, die alle selbst Designer oder Künstler sind, kuratiert. Wir versuchen stets, das beste Design und die einzigartigsten Produkte zusammenzusuchen. Was dabei zählt ist, wie relevant die Produkte in der jeweiligen Saison bzw. im jeweiligen Jahr sind. Außerdem achten wir auf Farbschemata, Materialien, die Funktionalität und die Nachhaltigkeit. Bei der Auswahl geht es also darum: Warum ist das Produkt wichtig, warum sollte es auf Monoqi gezeigt werden. Kurzum: Es geht um Ästhetik und um Material.

Welches Designerstück war bisher am schnellsten ausverkauft?

Im Sommer 2012 wurde klar, dass aufgrund der neuen EU-Verordnung die Produktion von Glühbirnen ab September verboten sein würde. Im August haben wir dann die sehr schönen Vintage-Glühbirnen der Londoner Marke Minime in den Verkauf genommen. Die waren so schnell ausverkauft, wie kein Produkt zuvor. Zum Glück hatte Minime eine große Stückzahl auf Lager.

Sie bieten die Designerstücke ja zu Rabattpreisen an. Was steckt dahinter?

Die Rabatte sind für uns eher nebensächlich und eigentlich lediglich ein kleiner Bonus für unsere Kunden, weil sie so lange auf ihre Bestellung warten müssen. Das liegt daran, dass die Designer erst dann die Ware zu uns senden, wenn wir sie bereits verkauft haben. Außerdem arbeiten wir nicht mit großen Lieferanten zusammen, sondern auch mit kleinen Designern, die in kleinen Studios bei sich zu Hause arbeiten, von dort versenden und das Ganze allein abwickeln müssen. Bis die Bestellungen dann aus New York oder Korea bei uns in Berlin ankommen und wir sie dann weiter an den Kunden gesendet haben, vergeht einige Zeit. Als kleine Wiedergutmachung sind die Rabatte gedacht.

Die Rabatte unterscheiden sich ja in ihrer Höhe. Woran liegt das?

Die Rabatte werden von Monoqi und den Designern gemeinschaftlich finanziert. Wie sehr ein Produkt im Preis reduziert wird, ist also auch eine gemeinschaftliche Entscheidung. Manchmal gibt es auch gar keine Rabatte, wenn das nicht im Interesse der Marke oder des Designers liegt. Das ist aber auch nicht schlimm, denn uns geht es ja vordergründig nicht um die Rabattpreise, sondern um die Designer und die Beziehung, die wir zu ihm bzw. zur Marke aufbauen können. Wenn es keine Rabatte gibt bei einem Produkt, bekommen die Kunden dafür die Lieferung umsonst.

Wie überzeugen Sie die Designer davon, dass sie bei Monoqi ihre Stücke für weniger verkaufen?

Die Designer, mit denen wir arbeiten, kennen Monoqi und wissen, dass Sie bei uns ihre Marke etablieren, ausbauen und vermarkten können. Monoqi ist nicht nur ein Shopping-Portal, sondern auch ein Ort, an dem man entdeckt und gesehen wird. Die meisten der Marken und Designer, die wir ansprechen, wissen das. Und deshalb bedarf es meist keiner langen Diskussionen, um sie zum Mitmachen zu bewegen.

Auch nicht bei denen, die schon einen Namen haben?

Auch dann nicht. Ein Beispiel: Artek, die Marke, die die Möbel von Alvar Aalto vertreibt. Die ist – wenn ich nicht irre - schon seit 70 bis 80 Jahren auf dem Markt. Und trotzdem arbeitet sie immer wieder mit uns zusammen. In diesem Fall können wir wirklich eine Marke präsentieren, die schon lange besteht, und immer noch wundervolles Design anbietet.

Haben Sie ein Lieblingsprodukt?

Ich finde zum Beispiel die Produkte des dänischen Labels Sort of Coal sehr toll, das Produkte rund um eine besondere Kohle aus Japan anbietet, mit der man Leitungswasser veredeln kann. Bei Monoqi hatten wir unter anderem eine Glasflasche mit einem so genannten Binchotan-Kohle-Stab im Angebot. Ich fand es super, dass so jeder zu Hause sein Wasser reinigen kann.

Auch sehr schön fand ich die Hundeaccessoires des koreanischen Labels Small’s & Co., das von einem Tierarzt und einem Designer gegründet wurde, und besondere Produkte für Vierbeiner anbietet. Die kleinen Capes und Westen für den Winter haben wirklich mein Herz erweicht. Vielleicht, weil ich seit Kurzem selbst einen Hundewelpen zu Hause habe.

Sie erhalten bei Facebook viele Kommentare zu Ihren Produkten. Was war eine Rückmeldung, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Einer unserer Kunden hat das Tokyobike (ein Fahrrad des gleichnamigen, in einem Vorort von Tokio gegründeten Labels, Anm. d. Red.) bei uns gekauft und hat mir später erzählt, dass er seitdem ständig auf sein sehr spezielles Fahrrad angesprochen wird. Er ist Single und freut sich sehr darüber, dass er dank seines neuen Designerstücks neuerdings so viel Aufmerksamkeit bekommt, wenn er unterwegs ist.

Liebe Frau Bier, vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Theresa Huth im November 2012.


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