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Türrahmen streichen: Schritt für Schritt zum perfekten Anstrich

Türrahmen in Petrol an rosa Wand mit Durchblick ins Treppenhaus mit Mustertapete in der gleichen Farbe
Ein farblich abgesetzter Türrahmen verleiht dem Raum ein modernes Aussehen und sollte zum Farbkonzept der Einrichtung passen.
© Farrow & Ball
Wenn sich der Türrahmen aus seinem Farbkleid schält, ist es höchste Zeit für eine Frischekur. Wir erklären, worauf Sie beim Streichen achten sollten. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Artikelinhalt

Die richtige Vorbereitung

Abgeblätterte oder verblasste Farbe, abgestoßene Ecken und unschöne Kerben sind driftige Gründe, Tür und Türrahmen einen frischen Anstrich zu verpassen. Was es zu beachten gilt: Gerade in Altbauten sind häufig schon mehrere Altanstriche vorhanden. Stellt sich nur die Frage, ob mit Kunstharzlack oder Acryllack. Prüfen Sie vor dem Lackieren, um welche Lackarten es sich handelt – denn nicht jeder Lack lässt sich problemlos überstreichen. Können Sie die Lackierung nicht einwandfrei bestimmen, macht eine vorherige Grundierung als Haftvermittler Sinn – so hält der neue Lack später besser. Außerdem sollten Sie überprüfen, ob der notwendige Spalt zwischen Tür und Rahmen mit einem weiteren Farbauftrag womöglich ausgefüllt wird.

Es ist immer gut, auch das Untergrundmaterial zu kennen. Die meisten Türzargen in Innenräumen bestehen entweder aus Echtholz (Massivholz) oder aus Holzwerkstoffen wie Furnier, Spanplatten oder Leimholz. In Kellern und Neubauten finden sich manchmal auch Türrahmen aus Kunststoff oder Metall. Bei unbehandeltem Metall oder rohem Holz sollten Sie ebenfalls eine Grundierung mit einplanen.

Diese Materialien benötigen Sie

Weißer Lack, Malervlies, Pinsel und Spatel
© Adobe Stock / RAM
  • Entfetter oder Schwamm, etwas Seife und Wasser
  • grobes und feines Schleifpapier, Schleifklotz oder Schleifmaschine
  • Schutzkleidung und Atemschutz
  • Malerkrepp
  • Malervlies oder Abdeckfolie
  • Farblack
  • Grundierung
  • ein Rührstab
  • eine Lackwanne mit Abtropfgitter
  • eine kleine Walze oder Farbrolle
  • kleinere Pinsel für schmale Stellen

Tür aushängen und Türrahmen vorbereiten

Legen Sie als erstes den Türrahmen frei, indem Sie die Tür bzw. das Türblatt entfernen. Lassen Sie sich beim Aushängen der Türe helfen. Anschließend überprüfen Sie den Zustand der Gummidichtungen. Ist das Dichtungsband verschlissen, sollten Sie es nach dem fertigen Anstrich ersetzen, um eine volle Abdichtung und somit Schall- und Wärmedämmung zu gewährleisten. Lösen Sie das Dichtungsband aus dem Türfalzen und legen Sie es für die spätere Wiederverwendung beiseite. Dieser Vorgang ist zwar mit etwas Arbeit verbunden, spart Ihnen am Ende jedoch Zeit, da ein Abkleben entfällt und Sie so beim Streichen schneller vorankommen.

Jetzt können Sie mit dem Abkleben beginnen: Malervlies schützt den Boden, Malerkrepp die Wand rund um den Rahmen. Fixieren Sie das Vlies mit etwas Malerkrepp, damit es nicht verrutscht. Denken Sie auch daran, den Boden von beiden Seiten des Türrahmens abzudecken. Tipp: Schneiden Sie das Malervlies seitlich in der Breite des Rahmens ein, um möglichst den gesamten Boden abzudecken.

Kleinere Reparaturen am Türrahmen

Sollte der Türrahmen Beschädigungen in Form von Löchern, Kratzern oder Kerben aufweisen, können Sie diese mit der passenden Spachtelmasse für Metall- und Holztüren ausbessern. Je nach Material gibt es spezielle Reparaturspachtel, für Holz sind sogar verschiedene Farbtöne und Texturen im Fachhandel erhältlich. Die Spachtelmasse lässt sich danach ebenso abschleifen wie das Material der Tür – sollten Sie also beim Spachteln Unebenheiten eingearbeitet haben, lässt sich das problemlos korrigieren.

Als nächstes prüfen Sie, ob alte Farbschichten aus der Falz gegebenenfalls entfernt werden müssen. Mithilfe einer Ziehklinge oder eines scharfen Stechbeitels können Sie dicke Lackschichten durch ziehende Bewegungen vorsichtig abtragen. So lassen sich auch alte Farbnasen oder Lacktropfen ausbessern. Alternativ können Sie für diese Arbeiten auch ein Schleifgerät, einen sogenannten Dreiecksschleifer, verwenden.

Holzoberfläche mit Schleifpapier schleifen
© Adobe Stock / Rostislav Sedlacek

Warum ist das Schleifen vor dem Streichen sinnvoll?

Zwar ist Streichen des Türrahmens auch ohne Schleifen möglich, jedoch haftet die Farbe oft besser durch die angeraute Oberfläche. Entscheiden Sie je nach Beschaffenheit und Material des Türrahmens, ob ein vorheriges Schleifen sinnvoll sein könnte oder nicht. Wenn Sie die Oberfläche lediglich etwas anrauen möchten, reicht das Schleifen von Hand. Bei großen Flächen ist ein handlicher Akku-Exzenterschleifer praktisch, denn er ist sehr leicht und lässt sich gut führen.

Übrigens ist es nicht nötig, alle Altanstriche vollständig zu entfernen: Intakte Farbschichten können Sie vor dem Streichen etwas anschleifen. Abblätternde Anstriche sollten jedoch möglichst ganz entfernt werden, damit die neue Farbe gut haftet. Hier hilft ein vorheriges Abbeizen beim Abziehen der alten Farbschicht. 

Generell können Sie sich merken: Je deckender die neue Farbe ist, desto weniger muss vorab angeschliffen werden.

Reinigen Sie anschließend den alten Anstrich mithilfe von Seife, Wasser und einem Schwamm oder verwenden Sie einen Entfetter. Befinden sich Nägel oder andere Kleinteile im Türrahmen, entfernen Sie diese sorgfältig und rauen Sie die alten Farbanstriche mit Schleifpapier (120er- oder 180er Körnung) ein wenig auf. Arbeiten Sie hierbei gleichmäßig und gründlich, jedoch nur mit wenig Druck. Je mehr Sie vom Holz sehen, desto vorsichtiger sollten Sie mit dem Schleifpapier arbeiten. Tipp: Am besten tragen Sie für diese Arbeit eine Atemschutzmaske, um sich vor dem feinen Lackstaub zu schützen. Tipp: Mit einem Schleifklotz liegt das Schleifpapier besser in der Hand und Sie können auch größere Flächen einfach und kraftsparend abschleifen. Als Finish verwenden Sie ein feineres Schleifpapier (200er Körnung) für eine gleichmäßig glatte Oberfläche. Staub und Rückstände können Sie mit einer Bürste oder einem fusselfreien Tuch abwischen.

Türrahmen streichen: Schritt für Schritt

1) Die Grundierung
Ist der Türrahmen trocken, fett- und staubfrei, können Sie mit dem Streichen beginnen und als erstes, falls nötig, eine Grundierung mithilfe eines Pinsels oder einer Rolle auftragen. Achten Sie dabei auf die Trocknungszeit – in der Regel muss die Farbe bis zu acht Stunden trocknen, bevor Sie mit dem Lackieren weitermachen können.

Die schönen alten Türen in der Wohnung betonte Tim mit frischen Farben von Little Greene und historischen englischen Tapeten. Die Wandverkleidung aus Holz wurde ergänzt, wirkt aber, als sei sie immer da gewesen. Das i-Tüpfelchen sind die Lichtschalter "Berker Serie 1930" von Hager, www.hager.com.    Tipp: Viele Klassiker und neue Entwürfe großer Marken finden Sie auch im SCHÖNER WOHNEN-Shop.
Braucht die Tür auch einen neuen Anstrich? Dann streichen Sie beides in einem Rutsch – das spart Zeit und Arbeit.
© Robert Rieger

2) Der erste Anstrich
Nachdem der Türrahmen vollständig getrocknet ist, rühren Sie den gewünschten Lack gut durch und füllen ihn in eine Lackwanne. Mit einem Pinsel werden zuerst die Ecken, der Sockelbereich und die Türfalz gestrichen. Je dünner Sie die Farbe auftragen, desto ebenmäßiger wird der Türrahmen. Achten Sie darauf, überschüssige Farbe regelmäßig vom Pinsel abzustreifen.

Nach den Feinarbeiten können Sie die restlichen Flächen mit einer Walze streichen, indem Sie die Farbe zügig auftragen. Hierfür gibt es spezielle kleine Lackrollen aus Schaumstoff, die die Arbeit erleichtern. Streichen Sie den Türrahmen in einem Rutsch, da die Farbe nass in nass aufgetragen werden muss, um sichtbare Übergänge zu vermeiden.

© Privat

Expertentipp von Johannes Hünig, Head of Haus & Bauen bei SCHÖNER WOHNEN

Frisch lackierte Türrahmen haben einen großen Effekt bei überschaubarem Aufwand. Mein Tipp: mit Farbkontrasten spielen! Weiße Türrahmen vor einer dunklen Wand sehen toll aus – genau wie farbig abgesetzte Rahmen vor einer weißen Wand.

3) Der zweite Anstrich

Nach ein paar Stunden Trocknungszeit (ca. zwei bis vier Stunden) prüfen Sie, ob die Farbe bereits überall deckt oder sich eventuell Farbnasen gebildet haben. Mit feinem Schleifpapier lassen sich diese entfernen, dann können Sie zum zweiten Anstrich übergehen. Der Vorgang beim Streichen einer zweiten Schicht ist derselbe wie beim ersten: Zuerst die Feinheiten mit dem Pinsel übernehmen, dann die Großflächen mit der Walze.

Entfernen Sie unmittelbar nach dem Streichen das Malerkrepp, solange die Farbe noch feucht ist. So vermeiden Sie, später versehentlich angetrocknete Farbe mit dem Malerkrepp herunterzureißen.

4) Türdichtungen anbringen und Tür wieder einhängen
Warten Sie nach diesem Anstrich mindestens 24 Stunden, besser sind jedoch zwei bis drei Tage, bis die Farbe komplett ausgehärtet ist. Erst jetzt sollten Sie die Türdichtungen wieder anbringen und die Türe vorsichtig wieder einhängen.

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