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Türen lackieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wandfarbe aus der SCHÖNER WOHNEN Kollektion
Tür, Türrahmen und Wand müssen nicht zwangsläufig die gleiche Farbe haben – in unterschiedlichen Nuancen einer Farbe wirkt das Gesamtbild wie aus einem Guss.
© SCHÖNER WOHNEN-Kollektion
Zimmertüren müssen viel wegstecken, daher tut ihnen eine neue Lackierung von Zeit zu Zeit gut. Ob mit klarem Acryllack oder Ihrer Lieblingsfarbe – hier erfahren Sie, was zu berücksichtigen ist, welche Utensilien Sie benötigen und welche Schritte für die Renovierung wirklich notwendig sind.

Artikelinhalt

Die Vorbereitung

Insbesondere bei Mietwohnungen und Altbauten haben Türen häufig bereits mehrere Altanstriche hinter sich. Um eine möglichst ebenmäßige Oberfläche bei der Lackierung zu erhalten, sollten Sie herausfinden, welcher Lack bei den alten Anstrichen verwendet wurde. Nicht jede Farbe lässt sich problemlos überstreichen. Wenn Sie den Altanstrich kennen, ist es am einfachsten, denselben Lack wieder zu verwenden. Können Sie den Altanstrich jedoch nicht mehr bestimmen, sollten Sie die Lackschicht vollständig entfernen oder eine vorherige Grundierung als Haftvermittler auftragen.

Welcher Lack ist für Zimmertüren überhaupt geeignet?

Grundsätzlich können Sie zwischen wasserbasierten Acryllacken und lösemittelhaltigen Kunstharzlacken wählen. Der Vorteil bei Acryllack ist, dass er durch weniger Lösemittel geruchsneutral sowie umweltfreundlich und wasserlöslich ist – letzteres vereinfacht auch die Reinigung von Pinseln und Rollen. Acryllack gibt es in allen möglichen Farben oder als Weißlack. Kunstharzlacke sind dafür strapazierfähiger und haben eine hohe Deckkraft, jedoch ist der lange Trocknungsprozess von einem stechenden Geruch begleitet – außerdem schaden sie der Umwelt.

Auch das Material der Türen ist entscheidend, denn nicht jeder Lack eignet sich für jedes Material. Bei Holztüren sind Sie mit Acryllacken gut beraten. Kunststofftüren benötigen in jedem Fall eine vorherige Grundierung. Tipp: Setzen Sie bei Innentüren auf Lacke ohne bedenkliche Zusatzstoffe und Lösemittel.

Diese Materialien benötigen Sie

  • Malerkrepp
  • eine Malerplane oder Abdeckfolie
  • zwei Klappböcke
  • Entfetter oder einen Schwamm, etwas Seife und Wasser
  • eine Lackwanne mit Abtropfgitter
  • eine Lackrolle
  • einen Pinsel
  • Grundierung und wasserbasierter Weiß- oder Farblack
  • einen Schraubendreher
  • feines Schleifpapier (240er Körnung)
  • einen Akku-Exzenterschleifer
  • einen Rührstab
  • ein fusselfreies Tuch

Eine Tür lackieren – Schritt für Schritt

1) Die Tür vorbereiten
Suchen Sie sich eine Fläche in der Wohnung, die groß genug ist, damit Sie dort in Ruhe streichen können. Legen Sie Abdeckfolie oder Malervlies auf dem Boden aus und stellen Sie zwei Klappböcke auf. Hängen Sie anschließend die Tür aus und platzieren Sie sie vorsichtig auf den beiden Klappböcken, sodass sie stabil und waagerecht liegt. Jetzt montieren Sie sämtliche Türbeschläge ab. Teile der Tür, die sich nicht abmontieren lassen, können Sie mit Malerkrepp abkleben.

Sicher könnte man bei diesem Arbeitsschritt versucht sein, die Tür zum Lackieren eingehängt zu lassen. Sind Sie erfahren im Lackieren und schaffen, ganz dünn zu lackieren, kann das praktisch sein. Falls nicht, bilden sich durch die Schwerkraft schnell und gerne Farbnasen. Gehen Sie daher lieber auf Nummer Sicher und legen Sie die Tür horizontal. Das ist auch aus ergonomischer Sicht angenehmer.

Türbeschläge demontieren

Klinken, Rosetten oder Türschilder sowie das Schloss sollten – falls möglich – vor dem Lackieren abmontiert werden. Die Türgriffe lassen sich entfernen, indem Sie die kleine Madenschraube auf der Unterseite lösen und die Schraube zusammen mit dem Türgriff und dem verbindenden Vierkant aus der Tür ziehen. Schlossöffnungen bzw. Rosetten umschließen Türklinke und Schlüsselloch. Sie können meist abgeschraubt werden oder sind lediglich eingeklemmt. Das Schloss nehmen Sie heraus, indem Sie die beiden Schrauben auf der Falzseite lösen.

Soll der Türrahmen direkt mitgestrichen werden, kleben Sie die Wände entlang der Zargen ordentlich mit Klebeband ab. Bevor Sie die Tür streichen, sollte sie trocken, staub- und fettfrei sein. Reinigen Sie Tür und Türzargen mit etwas Wasser und Seife oder einem Entfetter. Bei Türen mit Glaselementen kleben Sie diese mit Malerkrepp ab.

Weiß lackierte Tür mit passendem Türrahmen an gelber Wand mit Korbstuhl
© Farrow & Ball

Kleinere Reparaturen an der Tür

Beschädigungen in Form von Löchern, Kratzern oder Kerben können Sie mit der passenden Spachtelmasse für Metall- und Holztüren ausbessern. Je nach Material gibt es speziellen Reparaturspachtel, für Holz sind sogar verschiedene Farbtöne und Texturen im Fachhandel erhältlich. Ziehen Sie die Masse nach dem Auftragen sauber und lassen Sie sie gut trocknen.

2) Türblatt schleifen
Je nach Zustand des letzten Anstriches Ihrer Tür ist dieser Arbeitsschritt mehr oder weniger aufwändig. Bei einem gut erhaltenen Altanstrich genügt ein leichtes Anschleifen der gesamten Oberfläche inklusive der Stellen, die Sie gegebenenfalls mit Spachtelmasse ausgebessert haben. Durch das Anrauen des vorherigen Anstriches haftet später der Lack besser. Hierfür verwenden Sie feines Schleifpapier, bei ebenen Flächen können Sie auch einen Schleifklotz verwenden. Bei Kassettentüren müssen Sie zusätzlich die Rillen und Zierprofile von allen Seiten sorgfältig schleifen. Achten Sie darauf, nur feines Schleifpapier zu verwenden. Arbeiten Sie gleichmäßig mit möglichst wenig Druck in Richtung der Maserung – und natürlich auf beiden Seiten der Tür.

Tür und Türrahmen in hellem Beige mit Deko-Kassetten am Ende eines weißen Flures
Bei einer Tür mit Kassetten und Zierprofilen können die ebenen Flächen mit dem Schleifklotz bearbeitet werden, in den Profilen arbeiten Sie mit Schleifpapier, mit dem sie immer in Längsrichtung abschleifen. Auch ein Schleifvlies eignet sich für diese Arbeit.
© Little Greene

Falls die alte Lackschicht abblättert oder löchrig ist, sollte sie vollständig mit einer Schleifmaschine entfernt werden, bis eine glatte Oberfläche entsteht. Der beim Schleifen entstandene Staub kann mit einem weichen Tuch oder dem Staubsauger entfernt werden.

© Privat

Expertentipp von Johannes Hünig, Head of Haus & Bauen bei SCHÖNER WOHNEN:

Ja, Türen lackieren ist Arbeit – aber die lohnt sich! Denn mit frisch lackierten Zimmertüren strahlt die Wohnung plötzlich wie frisch renoviert. Das Gute: Ist der alte Lack nicht völlig ruiniert, muss man ihn nicht entfernen. Leicht anschleifen und drüberlackieren reicht in vielen Fällen völlig aus.

3) Vor dem Lackieren: Tür grundieren
Für diesen Arbeitsschritt legen Sie sich am besten alle Materialien vorher zurecht, denn Sie sollten zügig und ohne Unterbrechung arbeiten. Beginnen Sie zunächst mit einem Pinsel und tragen Sie den Vorlack bzw. die Grundierung entlang der Türzarge und an den Rändern des Türblattes auf. Große Flächen wie das Türblatt selbst können Sie mit einer Lackrolle bearbeiten. Lassen Sie den Vorlack anschließend für mindestens sechs Stunden (am besten über Nacht) trocknen. Dann können Sie ihn abschleifen und eventuelle Farbnasen entfernen. Wischen Sie den entstandenen Staub mit einem weichen Tuch ab, bevor Sie zum nächsten Arbeitsschritt übergehen.

4) Türblatt lackieren
Rühren Sie den gewünschten Lack gut durch und füllen Sie ihn in eine Lackwanne. Mit einem Pinsel werden zunächst die Feinheiten vorgenommen: Lackieren Sie die Ränder und Ecken des Türblattes sowie die Kanten eventueller Zierleisten. Für ein besonders ebenmäßiges Ergebnis achten Sie darauf, überschüssige Farbe regelmäßig vom Pinsel abzustreifen und nur eine dünne Farbschicht aufzutragen.

Nach den Feinarbeiten können Sie die großen Flächen des Türblattes mit einer Lackrolle streichen. Führen Sie Rolle und Pinsel immer in Längs- und Querrrichtung. Und streichen Sie dabei die Tür in einem Rutsch, da die Farbe nass in nass aufgetragen werden muss, um sichtbare Übergänge zu vermeiden. Lassen Sie anschließend die erste Seite gut durchtrocknen, ehe Sie die Tür umdrehen und von der anderen Seite lackieren. Tipp: Damit die frisch lackierte Tür nicht verkratzt, können Sie saubere Lappen auf die Böcke legen, bevor Sie sie umdrehen.

Nachdem auch die zweite Seite vollständig getrocknet ist, können Sie entstandene Farbnasen vorsichtig mit feinem Schleifpapier abschleifen, den Staub abwischen und – je nach Deckkraft des Lackes – die Tür gegebenenfalls ein zweites Mal lackieren. Tipp: Pinsel und Lackrolle bewahren Sie während der Trocknungszeiten luftdicht in einer Tüte oder einem Plastikbehälter auf. So müssen Sie sie nicht nach jedem Anstrich auswaschen und können sie direkt wiederverwenden.

5) Beschläge einbauen und Tür einhängen
Sobald der letzte Anstrich vollständig getrocknet ist, können Sie die Beschläge wieder anbringen und die Tür in die Zarge einhängen.

How to: Eine Kassettentür selber machen

Eine glatte Zimmertür aus Holz lässt sich ganz einfach in eine schicke Kassettentüre verwandeln. Insbesondere Kassettentüren im klassischen Stil sind in wenigen Schritten selbst zusammengebaut und bieten einen spannenden Kontrast zu modernen, schlichten Möbeln. Hierfür benötigen Sie folgende Materialien:

  • Zierleisten aus Styropor oder Holz
  • Holz- oder Leistenkleber
  • Klebeband
  • eine Handsäge
  • ggf. eine Gehrungsschneidlade
Tür und Türrahmen in Graublau an blau-grün gemusterter Tapete mit Deko aus Naturamterialien
Mit nur einem zusätzlichen Arbeitsschritt lässt sich selbst die langweiligste Tür mit einer attraktiven Kassettierung ausstatten.
© Little Greene

Und so geht's:

  1. Entscheiden Sie sich für ein Muster und skizzieren Sie die Kassettierung und deren Maße auf dem Türblatt. Schneiden Sie die Leisten mithilfe der Handsäge (und für Eckverbindungen mit einer Gehrungsschneidlade im 45-Grad-Winkel) zu.
  2. Kleben Sie die Leisten mit Holzkleber an die gewünschten Stellen Ihrer Tür und fixieren Sie sie mit Leistenstiften (spezielle Nägel die zum Befestigen von Leisten verwendet werden).
  3. Sobald der Kleber vollständig getrocknet ist, können Sie das Türblatt mit den Zierleisten in Ihrer Wunschfarbe lackieren.

Tipp: Falls Spalten oder Abstände zwischen den Leisten und der Tür auftauchen, die der Lack nicht füllt, kann man für einen sauberen Übergang Acryl aus einer Kartusche reinspritzen und mit dem Finger (bitte Gummihandschuhe tragen!) glatt verstreichen.

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