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Eine Lampe anschließen und montieren: Schritt für Schritt

Pendelleuchte "Meld" von Designstudio Noidoi für Northern Lighting
Eine Lampe anzuschließen ist nicht kompliziert, wenn man sich an ein paar Regeln hält.
© Northern Lighting
Arbeiten mit Lüsterklemme, Phasenprüfer & Co.: Wir erklären, wie Sie Leuchtmittel gefahrlos an Wand und Decke anbringen können und welches Werkzeug Sie dafür benötigen.

Artikelinhalt

Wichtig vor dem Lampenanschluss: Vorsicht bei eigenen Elektroinstallationen

Wenn Sie Leuchtmittel an der Wand oder Decke anschließen möchten, gibt es Einiges zu beachten, denn Elektrikarbeiten können lebensgefährlich sein. Die sogenannte Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) schreibt sogar in Paragraph 13 vor, dass das Anschließen einer Lampe für Laien nicht erlaubt ist. Zwar müssen Heimwerker:innen nicht mit Bußgeldern rechnen, falls sie es doch tun, jedoch zahlt die Versicherung später bei verursachten Installations-Schäden gegebenenfalls nicht. Sind Sie sich unsicher im Umgang mit elektrischen Installationen, beauftragen Sie einen Fachmann.

Begrifflichkeit Lampe versus Leuchte
Nur das eigentliche Leuchtmittel, also eine LED, Glühbirne oder Halogen wird in Fachkreisen als Lampe bezeichnet. Das, was wir umgangssprachlich gerne als Lampe bezeichnen, heißt in der Fachsprache Leuchte.
© Esther Patterson

Das richtige Werkzeug zum Anbringen einer Lampe

Achten Sie bei den verwendeten Werkzeugen darauf, dass sie für Arbeiten an der Elektroinstallation geeignet sind. Sie brauchen:

  • ein Leitungssuchgerät
  • einen isolierten Schraubendreher (auch: Schraubenzieher)
  • einen funktionstüchtigen Spannungsprüfer (auch: Phasenprüfer)
  • eine geeignete Spitzzange
  • ggf. eine standsichere Leiter oder einen Tritt
  • eine Abisolierzange
  • eine Lüsterklemme mit Drahtschutz, falls noch nicht vorhanden
  • geeignetes Befestigungsmaterial (Dübel, Schrauben, Haken ggf. Isolierband)
  • ggf. eine Bohrmaschine
  • eine Lampe mit Fassung
  • das passende Leuchtmittel

Eine Lampe anschließen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

1)  Wichtige Sicherheitsregeln für Elektroarbeiten
Beachten Sie vor dem Anschließen der Lampe unbedingt diese Sicherheitsregeln, um sich vor einem Stromschlag zu schützen:

  • Freischalten: Schalten Sie den betreffenden Stromkreis der Lampe spannungsfrei, indem Sie im Sicherungskasten die entsprechende Sicherung (Leistungsschalter) oder den Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schutzschalter) für den entsprechenden Bereich ausschalten.
  • Gegen Wiedereinschalten sichern: Verhindern Sie das versehentliche Wiedereinschalten der Anlage, zum Beispiel indem Sie sie mit einem Klebeband versehen.
  • Spannungsfreiheit feststellen: Mittels eines Spannungsprüfers oder Duspols können Sie sicherheitshalber nochmal testen, ob wirklich kein Strom mehr auf den Leitungen ist. Prüfen Sie die Leitung apollig, also an jedem einzelnen Leiter.
Wohnzimmer mit angrenzendem Esszimmer
Theresa Endres, SCHÖNER WOHNEN
Bohren nahe einer Stromleitung in der Decke zwecks Lampenmontage
© Adobe Stock / rohawk

Korrekte Vorgehensweise für notwendige Bohrarbeiten

Falls für die Lampenhalterung noch entsprechende Löcher in Wand oder Decke gebohrt werden müssen, lässt sich mit einem Leitungssuchgerät herauszufinden, wo die Stromkabel verlaufen. Im Normalfall führen diese auf dem kürzesten Weg vom Lichtschalter zum Deckenauslass. Haken und Bohrlöcher sollten dabei möglichst nah am Deckenauslass des Stromkabels platziert werden, damit später alle Kabel hinter der Sockelplatte der Lampe kaschiert werden können. Wichtig: Bei schweren Leuchten muss die Aufhängung vom Stromkabel zwingend statisch getrennt werden.

Markieren Sie das Bohrloch für die Aufhängung mit ausreichend Abstand zu den Leitungen, schalten Sie dann den FI-Schalter aus und prüfen Sie die Spannungsfreiheit mittels eines Phasenprüfers, bevor Sie die Bohrungen vornehmen. Sollten Sie trotzdem eine Stromleitung beim Bohren beschädigen, rufen Sie umgehend eine:n Elektriker:in, der oder die das Problem fachgerecht beheben kann.

2) Lüsterklemme anbringen
Um eine Lampe anschließen zu können, benötigen Sie zuallererst eine Lüsterklemme. Sie verbindet das Kabel der Lampe mit dem Anschlusskabel aus der Decke bzw. der Wand. In der Regel sind Lüsterklemmen schon an den Deckenkabeln angebracht, es gibt sie aber auch in jedem Baumarkt zu kaufen. Für eine eigene Montage der Lüsterklemme lösen Sie einfach die einzelnen Schrauben so weit, bis sie um die Anschlusskabel (auch Adern genannt) herumpassen.

Stromkabel mit drei Drähten, dem Schutzleiter in gelb-grün, der Phase in braun und dem Nullleiter in blau
© Adobe Stock / Andreas

Was bedeuten die Farben der Stromkabel?

In der Regel sind im Lampenkabel drei Drähte bzw. Adern vorhanden, die sich anhand ihrer Farben bestimmen lassen: Der Schutzleiter (PE), auch Erdung genannt, ist meist gelb-grün, manchmal auch rot, ummantelt. Als wichtigster Schutz für Elektrogeräte leitet er einen Kurschluss ab – das ist insbesondere dann relevant, wenn die Lampe aus einem elektrisch leitenden Metall besteht. Außerdem sorgt die Erdung bei Kurzschlüssen dafür, dass die Hauptsicherung herausspringt. Das schwarze oder braune Kabel ist die sogenannte Phase (L), auch Außenleiter genannt. Sie liefert den Strom für die Lampe, während das dritte Kabel, der Nullleiter (N) mit blauer oder orangener Ummantelung, den Strom von der Lampe wegführt und so den Stromkreis schließt. Kommen mehr als drei Kabel aus der Decke, handelt es sich meist um zusätzliche Phasen, die Sie später nicht verbinden müssen.

In Altbauten kommt es häufiger vor, dass nur zwei Adern, nämlich der Nullleiter und die Phase, aus der Decke oder Wand ragen. In diesem Fall sollten Sie die Lampe sicherheitshalber von einem:r Elektriker:in anschließen lassen.

3)  Kabel mit Lüsterklemme verbinden
Sollten die einzelnen Adern bzw. Drähte nicht abisoliert sein, können Sie mithilfe einer Abisolierzange die Ummantelung ein wenig entfernen. Achten Sie darauf, nur so viel von der Ummantelung abzuziehen, dass kein blanker Kupferdraht aus der Lüsterklemme ragt.

Führen Sie nun die einzelnen Kabel durch die Klemme, angefangen mit dem Schutzleiter. Sie erkennen die richtige Öffnung an dem Symbol für die Schutzklasse I, II oder III. Als nächstes führen Sie den Nullleiter durch die Öffnung N und abschließend die Phase durch die Öffnung L. Sind an der Lüsterklemme keine Symbole und Buchstaben zu finden, wird der Schutzleiter meist in der Mitte, die Phase links und der Nullleiter rechts in der Klemme angeschlossen. Ziehen Sie die einzelnen Schrauben wieder fest. Tipp: Wer möchte, kann als zusätzlichen Schutz die Adern mitsamt Klemme abschließend mit Isolierband umwickeln.

4) Lampe befestigen und Funktion testen
Sobald alle Adern angeschlossen sind, schrauben Sie das Leuchtmittel in die entsprechende Lampenfassung. Bevor Sie die Lampe vollständig anschließen, ist ein kurzer Funktionstest zu empfehlen, um zu sehen, ob die Leuchte funktioniert. Schalten Sie die entsprechende Sicherung wieder ein und prüfen Sie per Lichtschalter die Funktion der Lampe. Leuchtet sie, schalten Sie die Sicherung wieder aus und nehmen das Leuchtmittel heraus, um mit der Montage fortzufahren.

5) Lampe fertig montieren
Falls ein Kabeldeckel vorhanden ist und es sich um eine Deckenleuchte handelt, können Sie diese nun im letzten Schritt zur Decke hochschieben und dabei die Lampenkabel möglichst gut darin verstecken. Fixieren Sie die Abdeckung gegebenenfalls mit der kleinen Klemmschraube, die Lampe kann an einen Haken in der Decke gehängt werden. Deckenstrahler müssen dagegen an der Decke festgeschraubt werden. Abschließend drehen Sie die Leuchtmittel in die Fassungen. Schalten die Sicherung wieder an und prüfen Sie per Lichtschalter die Funktion der Lampe.

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