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Vorher-Nachher auf einen Blick: Großzügig im Hochparterre

Eine Visitenkarte in Stil und Design ist diese Altbauwohnung. Im Hochparterre gelegen, besitzt die Stadtwohnung heute nach mehreren Umbauten ein klares und offenes Raumlayout. Vor allem eine elegante Großzügigkeit ist in der Antwerpener Wohnung zu verspüren. Kein Wunder, bei einer Deckenhöhe von vier Metern und durch mehrere Zimmer verlaufende Blickachsen kann man schon fast von einem Stadtpalais sprechen.

Vorher: Wanddurchbrüche und Rundbögen

Das stattliche Bürgerhaus wurde 1880 erbaut und um 1920 etagenweise in Wohnungen aufgeteilt. Bei einer ersten Renovierung wurden die Wände aufgebrochen, um damit die Rundbogenform der Fenster im Inneren zu wiederholen. Auch wurden damals sämtliche Installationen erneuert. Später wurde in mehreren Schritten weiter modernisiert: Es kamen ein neuer Eingangsbereich und die Bibliothek hinzu. Insgesamt stehen heute 360 Quadratmeter an Wohnfläche zur Verfügung.

Nachher: Praktische Schlichtheit

Nach der Modernisierung bestechen neben der Luftigkeit und dem klaren Raumkonzept vor allem die funktionalen Einbauten. Über die ganze Wand erstreckt sich im Wohnbereich die Bibliothek. Dabei sind die Regale jedoch nur im oberen Drittel offen und über eine Leiter zugänglich.

Unten sorgen weiße Glasschiebewände bis auf Kopfhöhe für Ordnung, indem die Bücher und auch der Fernseher dahinter verschwinden. Diese Idee des Versteckens findet sich noch häufiger in der Wohnung. Auch die Garderobe und ein Gäste-WC werden mittels solcher Einbauten in der Wohnung unsichtbar gemacht.

Helle, große Räume

Die Fenster sind ohne Vorhänge – nur leichte, gazeartige Rollos filtern das Licht. Parallel dazu gesetzte Wanddurchbrüche lassen den Blick ungebremst durch die ganze Tiefe des Apartments gehen. Auf den breiten, dunkel gebeizten Eichendielen präsentiert sich dabei das ausgelegte Kuhfell eher als ein Kunstwerk denn als Läufer.

Licht aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen

Die Wohnung von außen: Ganz deutlich sind hier die Rundbögen der Fenster als markantes Detail der Fassade zu erkennen. Vorn zur Straße gehen die Räume nach Süden, hinten zum Innenhof nach Norden. Dadurch ergeben sich in der Wohnung über den Tag hinweg stetig wechselnde Lichtverhältnisse.

Design für die Fernsehecke

Das weiße Sofa ist der Logenplatz fürs Fernsehen – das Gerät dazu ist in der gegenüber liegenden Bibliothekswand versteckt. Die Beistelltische aus Eisenplatten sind ein Entwurf vom Architektenbüro der Bauherrin.

Mit eigenen Ideen gestaltet

Nicht nur das weiße Designsofa in der Bibliothek stammt von der Hausherrin selbst, auch das rote Sofa in der Raumecke ist ebenfalls vom Büro Bataille-Ibens entworfen. Die Wand dahinter ist in dunkel grauer Stucco-Technik gespachtelt.

Wertvoll und schön

Als moderne Klassiker stehen ein Noguchi-Tisch und ein Eames-Sessel im Apartment. Die blaue Plastik auf dem Wandsockel ist vom französischen Maler und Bildhauer Yves Klein. Neben dem großen Wanddurchbruch strukturiert ein kleiner Durchbruch den Raum zusätzlich und schafft somit eine Art Eingangszone in diese Galerie der Moderne.

Yves Klein: © VG Bild-Kunst, Bonn 2004

Kunst am Kamin

Die Kaminöffnung ist mit großflächigen Eisenplatten verkleidet, die an der Wand ein geradliniges Rastermotiv bilden. Rechts davon hängen Bilder vom Maler Günther Förg, die Sitzbank ist hingegen ein Einzelstück von Charlotte Perriand. Stilvoll ruhiges Ambiente für die Kunst geben die hohen, weißen Wände zusammen mit dem dunklen Dielenboden.

Charlotte Perriand: © VG Bild-Kunst, Bonn 2004

Offene Räume

Türen sind eher selten in der Altbauwohnung. Offen ist auch der Durchgang zum Esszimmer gehalten, wo es wieder eine graue Stuccowand gibt. Die alten Thonetstühle hat die Familie über Jahre gesammelt. Manche waren weiß lackiert, andere schwarz – heute sind sie alle restaurieren und bilden inzwischen eine ansehnliche Sammlung.

Gelungener Stilmix

In der Küche trifft Hightech-Design auf Handwerkskunst der vorletzten Jahrhundertwende. Während die Küchenzeile modern kühl in Edelstahl erstrahlt, sind der Holztisch und die Stühle schon eher eines Museums würdig.

Gefliester Flur als Galerie

Im hinteren Teil der Wohnung gibt es eine Art Durchgangsbereich, in dem sich früher nur das Personal bewegte. Heute ist der Bereich eine private Galerie für die umfangreiche Kunstsammlung der Familie. Der Esstisch und die Leuchte sind wieder selbst designt.

Heller Raum dank Leinen

Raumhohe Glastüren mit weißen Vorhängen und helle Leinenbezügen auf den Stühlen schaffen im Esszimmer stets eine sommerliche Atmosphäre. Selbst der dunkle Teppichboden kann dies nicht verhindern.

Versteckter Arbeitsbereich

Hinter der Küche befindet sich noch ein separates, abgetrenntes Arbeitszimmer. Die Vorliebe für Grau zeigt sich auch hier deutlich – Wände und Teppichboden harmonieren Ton in Ton.

Bauherren: Eine Altbauwohnung als Heim

Die Innenarchitektin Claire Bataille hat mit ihrem Partner Paul Ibens schon verschiedenste Objekte gestaltet: unter anderen mehrere Luxusläden, Büros für den Mineralölkonzern Esso und sogar ein Kloster und ein Schloss. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass sie kein Haus für sich wollte, sondern mit Liebe zum Detail die Altbauwohnung in Antwerpen modernisierte.

Mit vielen Kunstwerken und modernen Designklassikern ausgestattet, schuf sie eine ihrem Beruf entsprechende Wohnung. Gleichzeitig ist sie auch ein privates Rückzugsgebiet. Wenn es der Terminkalender erlaubt, genießt Bataille zusammen mit ihrem Mann gern mal eine Mittagspause auf dem Balkon.