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Sessel "Paimio" von Alvar Aalto

Sessel "Paimio" von Alvar Aalto
© Artek / Felix Odell
Einige der schönsten Stücke der Designgeschichte wurden von Architektinnen und Architekten entworfen – wie der Armchair 41, den Alvar Aalto 1932 für das Sanatorium in Paimio entwarf.

Vor der Erfindung der Antibiotika gab es kein Medikament gegen Tuberkulose: Wer an der bakteriellen Infektion erkrankte, konnte nur mit vielen Stunden in sonnigem, gesundem Klima Linderung finden – lange Kuraufenthalte an ruhigen, hygienischen Orten waren quasi die einzige Therapie gegen die Lungenkrankheit. Als der junge Architekt Alvar Aalto 1929 den Wettbewerb für das Tuberkulose-Sanatorium im finnischen Paimio gewann, setzte sein Entwurf Maßstäbe nicht nur für die Gestaltung von Heilstätten, sondern auch für die Architektur der Moderne: Hohe Räume mit großen Fenstern, teilüberdachte Terrassen und ein luftiges, leuchtend gelbes Treppenhaus ließen reichlich frische Luft und Sonnenlicht ins Gebäude – und auch die Ausstattung der Krankenzimmer mit schalldämpfenden Waschbecken, Akustikpaneelen und Mobiliar, das eine tiefe Atmung durch eine zurückgelehnte Körperhaltung unterstützte, sollte zur Genesung der Bewohner beitragen.

Alvar Aalto (1898–1976), Pionier der organischen Moderne, betrieb mit seiner Frau Aino ein Architekturbüro, erfand ein Holzverformungsverfahren und gründete die Firma Artek, die seit 1935 seine Möbel produziert.
Alvar Aalto (1898–1976), Pionier der organischen Moderne, betrieb mit seiner Frau Aino ein Architekturbüro, erfand ein Holzverformungsverfahren und gründete die Firma Artek, die seit 1935 seine Möbel produziert.
© Alvar Aalto Museum

Der Sessel "41", den Aalto im Zuge des Projekts entwarf, geriet dabei so elegant, dass er auch in der Post-TBC-Ära ein eigenständiges Leben als Designikone weiterführen durfte – und bis heute von der Firma Artek produziert wird. Formell erinnert der Sessel an die Ende der 1920er-Jahre populären Stahlrohrmöbel, doch Aalto wählte das wärmere (und regional verfügbare) Material Holz. Für den Rahmen verleimte der Architekt mehrere Schichten Furnier und presste sie in eine geschwungene Form, die Sitzschale wurde aus Birkensperrholz gebogen. Die Schlaufen an den Enden verleihen der Sitzschale nicht nur eine charakteristische Silhouette, sondern zudem einen federnden Effekt. Hals und Beine lehnen in einer komfortablen Position, die auch gesunden Menschen guttut. www.artek.fi


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