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Gerrit Rietvelds "Zickzack-Stuhl" von 1933

Zig Zag Chair by Gerrit T. Rietveld
© Zig Zag by Gerrit T. Rietveld – Cassina I Maestri Collection / Valentina Sommariva
Einige der schönsten Stücke der Designgeschichte wurden von Architektinnen und Architekten entworfen – wie der "Zickzack-Stuhl" des Niederländers Gerrit Thomas Rietveld.

Für Gerrit Rietveld war der Raum das Maß der Dinge, der Ausgangspunkt menschlichen Bewusstseins. Seitdem er 1924 das visionäre Schröder-Haus in Utrecht fertiggestellt hatte, waren funktionale, flexible Wohnräume sein Credo, geprägt von Linien und Flächen, die sich optisch zu einem harmonischen Bild zusammenfügen. Naheliegend also, dass der Architekt auch Möbel nach dieser Maxime gestaltete. So minimalistisch wie möglich, reduziert auf eine blitzartige Linie, entwarf er 1932/33 den "Zickzack-Stuhl" – über den er Jahre später sagte, er sei eigentlich "kein Stuhl, sondern ein gestalterischer Scherz. Eine Unterbrechung im Raum". 

Seit Mitte der Zwanzigerjahre hatte der Utrechter nach Möglichkeiten gesucht, einen Stuhl aus einem Stück Material zu falten, damit er kostengünstig von einer Maschine produziert werden könnte. Er experimentierte mit Stahlrohr, das sich aber als zu instabil erwies. Schließlich fand der gelernte Tischler eine Lösung: vier gleich starke Bretter aus Kiefernholz, mit Schwalbenschwanzverbindungen zu einem Zickzack zusammengefügt und von Messingschrauben verstärkt. Zusätzlichen Halt geben dreieckige Keile in den 45 Grad spitzen Winkeln. 

Gerrit Rietveld wurde 1888 in Utrecht geboren und schloss sich 1918 der "De Stijl"-Bewegung an. Im gleichen Jahr gestaltete er sein erstes Möbel, den rot-blauen Stuhl. 15 Jahre darauf folgte der Zickzack-Stuhl.
Gerrit Rietveld wurde 1888 in Utrecht geboren und schloss sich 1918 der "De Stijl"-Bewegung an. Im gleichen Jahr gestaltete er sein erstes Möbel, den rot-blauen Stuhl. 15 Jahre darauf folgte der Zickzack-Stuhl.
© Gerrit T. Rietveld, care of Cassina Archive, Rietveld Schröder Archive / Centraal Museum Utrecht

Der Architekt war sehr zufrieden mit seinem "kleinen Zickzack" und setzte es fortan in all seinen Modellen ein. Auch bei der Klientel kam der Stuhl an, es gab Varianten mit Armlehnen, mit kreisrunden Öffnungen in der Rückenlehne und sogar einen Kinderhochstuhl. Hergestellt wurde er ab 1935 von der niederländischen Firma Metz & Co. 1973 übernahm Cassina die Rechte und produziert "Zig-Zag" seither als Teil der Klassiker-Kollektion "I Maestri", in Kirsche und Esche, Natur oder gebeizt. www.cassina.com


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