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Ausstellung: Im Tempel des Ich

Atelierhaus und Garten des Malers Jacques Majorelle in Marrakesch.
Atelierhaus und Garten des Malers Jacques Majorelle in Marrakesch.
© Fondation Jardin Majorelle, Marrakesch
Die schönste Form des Gesamtkunstwerks ist das Künstlerhaus. Eine Ausstellung in der Villa Stuck zeigt die besten Beispiele.

Jedes Haus ist ein Gedankengebäude, aber Künstlerhäuser sind besonders. Weil dieser Bautyp die Kreativität und Individualität seiner Bewohner spiegelt wie kein zweiter, zählen Künstlerdomizile zu den aufregendsten Spielarten des Eigenheims. Höhepunkte dieser Gattung gelangen im Zeitalter des Gesamtkunstwerks, als alle künstlerischen Disziplinen unter einem Dach zur gemeinsamen Blüte fanden. Es ist also nur konsequent, dass eine Ausstellung über Künstlerhäuser auch in einem solchen stattfindet. Die Villa des Münchner Malerfürsten Franz von Stuck ist in ihrem antikisierenden Pomp der perfekte Rahmen für zwanzig Beispiele aus Europa und Amerika zwischen 1800 und 1948.

So verschieden die Persönlichkeiten ihrer Erbauer und ihr historischer oder auch finanzieller Hintergrund, so vielfältig gerieten die Häuser: Claude Monets ländlich-bukolischer Zufluchtsort in Giverny feiert die stille Einfachheit, Sir John Soanes Londoner Heim demonstriert die schillernde Gelehrsamkeit seines Eigners, Victor Hortas Haus in Brüssel will als virtuoses Raumkunstwerk glänzen, und Kurt Schwitters’ Märzbau ist ein unbewohnbares verstörendes Experiment. Bei allen Unterschieden haben die Künstlerhäuser eines gemeinsam: Jedes wirkt wie ein gebautes Selbstporträt, jedes fasziniert und inspiriert bis heute.


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