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Die neuen Küchen

Schwebendes Sideboard: Modulsystem "Miniki"
Im Modulsystem "Miniki" tarnt sich die Küche als schwebendes Sideboard.
© Miniki
Die neuen Küchen verstecken sich hinter Wänden, in monolithischen Blöcken oder tarnen sich als Skulpturen. Ein Blick auf aktuelle Fronten und hinter die Kulissen.

Früher war alles ganz einfach: In der Frankfurter Küche, dem Urtyp der Einbauküche von 1926, gab es ca. acht Quadratmeter Platz und eine Tür zum Schließen. Perfekt für eine Person, mehr war auch nicht nötig, denn die gesellschaftlichen Rollen waren klar verteilt, ebenso wie die Arbeitsabläufe. Mit dem Wandel der Rolle der Frau besetzt heute auch die Küche einen neuen Platz im Grundriss. Sie verbindet sich mit Wohn- und Esszimmer zu einem Allraum. In der sogenannten Wohnküche wird gekocht, gegessen und gelebt. Das bringt neue Anforderungen an Optik und Technik mit sich.

Erfüllt werden diese mit praktischen Vollflächeninduktionsfeldern, abrufbaren Kühlschrankinformationen, versenkbaren Armaturen und solchen, die 100 Grad heißes Wasser oder gekühltes Sprudelwasser liefern. Immer raffiniertere Materialien für Fronten und Arbeitsflächen geben den Planern unendlichen Gestaltungsspielraum. Dabei werden Funktionen gebündelt, ganze Geräte komplett bündig in Flächen eingelassen, und die Qualität entwickelt sich ständig weiter. Techniken aus der Profiküche wie Dampf- oder Sous-vide-Garen (Vakuumgaren) halten Einzug in den privaten Haushalt. Geradezu perfekt!

Versteckspiel: "Hidden Kitchen" von Warendorf
Erst wenn sie gebraucht wird, offenbart die "Hidden Kitchen" von Warendorf auf Knopfdruck ihr Innerstes: eine voll ausgestattete Küche mit Arbeitsbereich, Ablageflächen und Elektrogeräten.
© Warendorf

Was aber passiert, wenn Gerüche und benutztes Geschirr diese Perfektion stören? Wie viel Unordnung verträgt Gestaltung? Eigentlich keine! Wie viel Ordnung bin ich bereit, täglich herzustellen? Möglichst wenig. Alle Innovationen reagieren mit erstklassigem Design und raffinierter Optik, denn man zeigt gern, was man hat. Der ständigen Aufforderung zum Aufräumen kommen neue Schiebe- und Taschentürsysteme, eine ausgeklügelte Innenausstattung und Wohnmöbelkonzepte zu Hilfe. Sie treten quasi an die Stelle der alten Küchentür und verbergen alles, was nicht in den Wohnraum gehört. Sind also alle Speisen vorbereitet, schließt man einfach eine ganze Wand, an der zuvor gearbeitet wurde, und weiter geht es von der Kochinsel aus direkt auf den Tisch.

Die Grundidee von Offenheit und Kommunikation ist gestalterisch und technisch vollkommen umgesetzt, wobei die Funktionen mehrerer Räume ineinanderfließen. Das Ergebnis ist ein neuer Lebensraum, der nach allen Regeln der Innenarchitektur, persönlich oder cool, im Stilmix oder streng linear, gestaltet ist - eine wunderbare Synthese aus der alten Schlossküche im Keller und der Präsentationsküche bei Tisch.

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