CROSSMEDIA
WERBEPARTNER

Klimafreundlich sanieren - das hilft wirklich

Während der Klimaschutz bei Neubauten eine immer wichtigere Rolle spielt, kommt der Gedanke bei bestehenden Gebäuden häufig zu kurz. Dabei könnten Sanierungsmaßnahmen bei älteren Immobilien einen großen Teil zum aktuellen Klimaschutz beitragen und die Wohnqualität der Bewohner enorm steigern. Wir haben die wichtigsten Maßnahmen zusammengefasst.
Häusersiedlung
In diesem Artikel
Persönliche Beratung
Gebäudehülle
Heiz-Check
Naturdämmstoffe
Grüne Elemente
Smart-Home-Anwendungen

Persönliche Beratung

Wenn es heute um das Projekt Hausbau geht, spielen Elemente wie Klimaschutz und erneuerbare Energien bei der Planung und Umsetzung eine wichtige Rolle. "Handelt es sich jedoch um bestehende, ältere Immobilien befindet sich die energetische Sanierung im Gebäudebestand auf einem dramatischen Tiefstand" so Architekt und Sanierungsexperte Burkhard Schulze Darup aus Berlin. Dabei könnten einfache Sanierungsarbeiten nicht nur einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern auch die Wohnqualität in den eigenen vier Wänden enorm steigern. 

Um nicht ziellos mit den Sanierungsarbeiten zu beginnen, wird empfohlen, vorab eine personalisierte Beratung in Anspruch zu nehmen, die über die einzelnen notwendigen und möglichen Schritte bei der Gebäudesanierung Aufschluss gibt. Die "Deutsche Umwelthilfe" (DUH) fordert in diesem Zusammenhang verpflichtende Sanierungsfahrpläne bei Neukauf und Vermietung von Immobilien, die individuell auf die entsprechenden Gebäude und ihre Nutzer eingehen und so langfristig eine zielgerichtete Modernisierung der Immobilie ermöglichen. In diesem Rahmen fordert die DUH außerdem eine Förderung von Einzelmaßnahmen bei der Gebäudesanierung durch die Bundesregierung.

Gebäudehülle

Energetische Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle können den Wärmeverbrauch des Haushaltes drastisch reduzieren, Bauschäden vermeiden und die Lebensqualität der Bewohner verbessern. Grundsätzliches Ziel einer energetischen Sanierung der Gebäudehülle ist jedoch die Minimierung des Energieverbrauches. Hierzu müssen zunächst alle Bauelemente, die wärmeübertragende Außenflächen besitzen, wie beispielsweise Türen, Fenster, Außenwände, Geschoss- und Kellerdecken analysiert werden. Dabei geht es im Einzelnen nicht nur um bessere Dämmstoffe und somit einen geringeren Energieverbrauch, sondern auch um eine grundlegende Verbesserung der thermischen Hülle.

Wichtig zu wissen: Für eine effizientere Dämmleistung muss nicht immer das gesamte Haus saniert werden. Je nach Gebäudezustand können auch kleinere, kostengünstigere Maßnahmen, wie beispielsweise die Dämmung der obersten Geschossdecke vorgenommen werden. Bei der Dämmung der obersten Geschossdecke handel es sich um eine der effektivsten und wirtschaftlichsten Dämmmaßnahmen, da durch die Decke im Schnitt 10 bis 20 % der Wärme im Haus verloren geht. Um diesen Verlust zu verhindern, ist es daher sinnvoll, nicht wie häufig angenommen, das Dach, sondern den obersten, unbeheizten Dachraum zu dämmen. Die zu dämmende Fläche ist so nämlich deutlich kleiner als die Dachfläche, wodurch eine Sanierung schneller und kostengünstiger umgesetzt werden kann. Je nach Nutzung des Dachraumes können Dämmplatten verlegt oder der Raum mithilfe des Einblasverfahrens behandelt werden. Bei der sogenannten Einblasdämmung werden mithilfe einer speziellen Technik Dämmstoffe in die Hohlräume des Baukörpern, also beispielsweise in ein zweischaliges Mauerwerk geblasen. Die Kosten werden je nach Verfahren zwischen 15 und 60 Euro pro m² festgesetzt.

 

Heiz-Check

Laut der DUH ist die Hälfte aller Heizungsanlagen in Deutschland über 15 Jahre alt. Dabei kann eine Erneuerung der Heizungsanlage nicht nur den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 reduzieren, sondern auch die eigenen Heizkosten verringern. Wichtig ist, nicht erst beim Ausfall einer Heizanlage nach Alternativen Ausschau zu halten, sondern bereits frühzeitig verschiedene Angebote zu vergleichen. Dabei muss nicht immer die komplette Anlage ausgetauscht werden. Häufig genügen schon kleine Maßnahmen, wie ein hydraulischer Abgleich oder ein der Tausch der Pumpe, um die Heizkosten enorm zu senken.

"Bereits mit relativ geringem zeitlichem und finanziellem Aufwand, der sich meist bereit nach wenigen Jahren bezahlt macht, kann ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz und die eigene Wohnqualität geleistet werden", so Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH. Die Heizungspumpe ist als zentraler Baustein einer jeden wassergeführten Heizungsanlage dafür verantwortlich, das heiße Wasser aus dem Wärmeerzeuger in die einzelnen Heizkörper zu pumpen. Wenn die Pumpe - wie bei den meisten Haushalten - veraltet ist, verbraucht sie sehr viel Strom. Daher lässt sich mit deren Austausch sehr viel Geld sparen und CO2-Ausstoß reduzieren. Die Kosten für einen Pumpentausch liegen abhänig von der Größe des Hauses im Schnitt zwischen 400 und 700 Euro. Neben dem Austausch der Heizungspumpe kann auch ein hydraulischer Abgleich große Energie- und damit Kosteneinsparungen mit sich bringen. Ist der Wasserdurchlauf in der Heizung ungleichmäßig, werden manche Heizkörper nicht richtig warm und die Heizanlage arbeitet uneffizient. Ein hydraulischer Abgleich, der bei einem Einfamilienhaus im Schnitt um die 500 Euro kostet, hilft, alle Komponenten der Heizungslange optimal aufeinander abzustimmen und den Heizprozess so effektiver zu gestalten.

Sanierungsmaßnahmen

Um unnötige Kosten bei der Sanierung zu vermeiden, sollte von Beginn an ein Experte zu Rate gezogen werden.

Naturdämmstoffe

Unter dem Begriff Naturdämmstoff werden alle Dämmstoffe aus natürlichen Materialien pflanzlicher, tierischer und mineralischer Herkunft, wie beispielsweise Flachs, Hanf,  Jute, Stroh oder Kork bezeichnet. Ein Dämmstoff darf dabei nur dann als natürlicher Dämmstoff bezeichnet werden, wenn nicht mehr als 25 % seines Materials aus synthetischen Stoffen besteht. Bei der Dämmstoffauswahl gehört die wärmedämmende Wirkung des Materials zu den wichtigsten Entscheidungsmerkmalen - wobei häufig angenommen wird, dass Naturdämmstoffe eine schlechtere Dämmwirkung als konventionelle Dämmprodukte haben. Naturdämmstoffe besitzen jedoch neben ihrer niedrigen Wärmeleitfähigkeit darüberhinaus noch eine hohe Wärmespeicherfähigkeit, daher sind sie als Dämmstoff besonders gut geeignet.

Viele meinen, natürliche Materialien hätten ein erhöhtes Risiko von Brandgefahr oder es bilden sich leichter Schimmel und Pilze. Dabei gilt: Die richtige Handhabung ist alles. Werden die Dämmstoffe unter Einhaltung der geltenden Brandschutzregeln professionell eingebaut und die Baumaßnahmen hinsichtlich der Luftfeuchtigkeit korrekt ausgeführt, spielt die Art der Oberfläche eine untergeordnete Rolle. Zwar sind Naturdämmstoffe im Schnitt etwas teurer als konventionelle Alternativen, jedoch liegen die Gesamtkosten durch die Möglichkeit der günstigeren Verarbeitung und einer Wiederverwendung in einem ähnlichen Bereich. Der günstigste konventionelle Dämmstoff, Mineralwolle, kostet 5-25 Euro pro m², während der günstigste Naturdämmstoff, Zellulose, bei 5-15 Euro pro m² angesetzt wird.

Grüne Elemente

Grüne Elemente wie beispielsweise Grüne Fassaden, Dachgärten oder Pflanzenarrangements im Treppenhaus können ebenfalls ihren Teil zum Klimaschutz beitragen und gleichzeitig die Lebensqualität der Bewohner steigern. Am oder im Gebäude verankert, sorgen die Pflanzen für ein besseres Mikroklima, nehmen Schad- und Giftstoffe der Luft auf und wandeln CO2 in Sauerstoff um. "Bei den grünen Fassaden handelt es sich um einen ökologisch motivierten Trend, der seine Berechtigung hat, weil so die Begrünung der Stadt zunimmt, ohne dass man dafür Grundstücksflächen beanspruchen muss", so Architekt Hadi Teherani aus Hamburg.

Auch hier kann je nach Zeit und Investitionsmöglichkeiten der Umfang der grünen Elemente individuell an das Gebäude angepasst werden. Besonders geeignet sind dabei mitteleuropäische und alpine Pflanzen, die typischerweise an Steinen und Böschungen wachsen. An dieser Stelle sollte jedoch beachten werden, einen ausreichenden Pflegeaufwand für solch eine grüne Bepflanzung einzukalkulieren. Können die Pflanzen nicht ausreichend versorgt werden, kann dies im schlimmsten Fall zu einer Verwilderung und somit zu einer Schädigung der Bausubstanz führen.

Dachbegrünung

Ein Dachgarten oder grüne Fassaden können ebenfalls einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Smart-Home-Anwendungen

Auch der Einsatz von Smart Home-Anwendungen gilt als Maßnahme innerhalb der Sanierungsarbeiten zum Klimaschutz. Smart Home-Funktionen helfen, die einzelnen Systeme innerhalb des Gebäudes besser aufeinander abzustimmen und das Energienetzwerk effizienter einzusetzen. So ist es beispielsweise möglich, sich jederzeit mit dem Smartphone über den Stromverbrauch aller Geräte im Haushalt zu informieren. Auch Stromfresser lassen sich so leicht entlarven und die Energieeffizienz im Haushalt nachhaltig steigern. Die zusätzliche Funktion, alle Geräte beim Verlassen des Gebäudes auszuschalten, hilt zudem dabei, unnötige Gewohnheiten abzulegen - mit einem Knopf ist alles aus.

Weitere Themen:
Smart Home – was ist das eigentlich?
Wärmedämmung fürs Haus
Das Haus modernisieren: die Kosten