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Gio Pontis bezaubernder Beistelltisch "D.555.1"

Beistelltisch von Gio Ponti vor blauer Wand
© Molteni
Einige der schönsten Stücke der Designgeschichte wurden von Architektinnen und Architekten entworfen – wie der Beistelltisch mit farbigem Gitter des großen Mailänder Planers Gio Ponti.

Leichtigkeit war ein Lebensthema Gio Pontis. Ganz gleich, ob der Mailänder Universalgestalter Tischbesteck oder Sessel, Privatvillen oder Hochhäuser plante, er arbeitete bevorzugt mit dynamischen Formen, geometrischen Mustern und kräftigen Farben, um Objekte und Räume lebensfroh und luftig erscheinen zu lassen. Und so sind in diesem auf den ersten Blick recht einfachen Glastischchen von 1954 erstaunlich viele seiner Gestaltungsprinzipien ablesbar.

Ein simpler Metallring mit leichtfüßig konischen Beinen und einer zarten Gitterkonstruktion, die eine Glasscheibe trägt, erscheint auch in kleineren Räumen niemals übergewichtig. Die von einem Gitter gestützte Glasscheibe setzte Ponti schon in den 1930er-Jahren für Möbelentwürfe ein, ihre besondere Wirkung entsteht hier aber durch die in unterschiedlichen Farben lackierten Flächen. Je nach Standpunkt des Betrachters verändert sich die Ästhetik der Konstruktion – wenn man am Tavolino vorbeigeht, sind mal die weißen, mal die roten, mal die schwarzen Flächen dominant. Es ist also nur eine Frage der Perspektive, um in diesem schlichten Beistellmöbel erstaunlich viel Spektakel zu entdecken.

Schwarz-Weiß-Porträt von Architekt Gio Ponti
Gio Ponti (1891–1979) arbeitete von den 1920ern bis zu den 1970ern als Architekt, Designer, Autor, Publizist und Künstler.
© Courtesy CSAC/Gio Ponti Archives.

Erstmals kam der Entwurf mit einem Gitter in Mint- und Grüntönen in der von Gio Ponti geplanten Villa Arreaza in Caracas zum Einsatz, später variierte er die Farbflächen für Auftraggeber wie Alitalia und für kleine Serien, die im Altamira-Showroom in New York oder beim Göteborger Möbelhersteller Lundquist verkauft wurden. Auch in seiner eigenen, 1957 fertiggestellten Wohnung in der Mailänder Via Dezza hatte Ponti ein Exemplar. Heute stellt Molteni den "D 555.1" in etwas gedeckteren Farben her – dem Reiz des sich in Bewegung verändernden Farbenspiels tut das keinen Abbruch. www.molteni.it


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