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Bodenleuchte "Toio" von den Castiglioni-Brüdern

Bodenleuchte "Toio" von den Castiglioni-Brüdern
© Flos
Einige der schönsten Stücke der Designgeschichte wurden von Architektinnen und Architekten gestaltet – wie die Bodenleuchte Toio, 1962 von Achille und Pier Giacomo Castiglioni entworfen.

Ebenso simpel wie durchdacht ist diese Leuchte, die vor immerhin 60 Jahren im Mailänder Studio Castiglioni geboren wurde. Zuverlässig illuminiert sie Zimmerdecken mit indirektem Licht, schafft mit minimalem Materialeinsatz gemütliche Atmosphäre. Wäre sie heute entstanden, würde man sie nachhaltig nennen. "Toio" feiert die Schönheit einfacher Alltagsgegenstände: Ein Autoscheinwerfer trifft auf einen Transformator und eine Metallstange, an der ein Kabel mit Ösen geführt wird, wie man sie von Angelruten kennt. Doch "Toio" löst nicht nur ein Lichtproblem, mit ihrem augenzwinkernden Bezug zum Dadaismus regt sie auch zum Nachdenken an. Kein Wunder, dass dieses nahezu perfekte Objekt seinen Platz in diversen Designmuseen eingenommen hat. 

Achille Castiglioni (1918–2002) gestaltete Leuchten, Möbel und Gebrauchsgegenstände und war eine der prägendsten Figuren der italienischen Nachkriegsmoderne. Gemeinsam mit seinem früh verstorbenen Bruder Pier Giacomo Castiglioni (1913–1968) entstanden die Objekte der Readymade-Serie, zu denen auch die Leuchte "Toio" gehört.
Achille Castiglioni (1918–2002) gestaltete Leuchten, Möbel und Gebrauchsgegenstände und war eine der prägendsten Figuren der italienischen Nachkriegsmoderne. Gemeinsam mit seinem früh verstorbenen Bruder Pier Giacomo Castiglioni (1913–1968) entstanden die Objekte der Readymade-Serie, zu denen auch die Leuchte "Toio" gehört.
© H. Findletar/Fondazione Castiglioni

Die Brüder Castiglioni, die sich wie viele ausgebildete Architekten im Mailand der Nachkriegszeit mit Industriedesgin beschäftigten, experimentierten seit Mitte der Fünfzigerjahre mit industriell gefertigten Elementen, woraus eine Serie von Readymades entstand. Während jedoch Sitzgelegenheiten wie der Fahrradsattel-Hocker "Sella" oder der wippende "Mezzadro" mit seiner Trecker-Sitzschale viel zu avantgardistisch für ihre Zeit waren, nahm Leuchtenhersteller Flos die "Toio" 1962 gleich ins Programm. Seither wird der Deckenstrahler ohne Unterbrechung produziert – mit leichten Veränderungen. Statt des 300-Watt-Autoscheinwerfers wird heute wahlweise ein Halogen- oder LED-Leuchtmittel eingesetzt. So ist das ikonische Design zwar kein Readymade mehr, aber sein Energieverbrauch den Anforderungen unserer Zeit angepasst.  www.flos.com


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