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Eine Villa als Rahmen für die Kunst

Eine hölzerne Box über einem Glasquader: Ein meisterhaftes Haus zum Wohnen und für die Ausstellung von Kunstwerken schuf Paul de Ruiter für ein holländisches Paar bei Amsterdam. Der Entwurf sah ein Wohn- und ein dunkleres Galeriegeschoss vor, doch so streng fiel die Trennung in der Realität nicht aus. Heute sind die Funktionen miteinander verwoben, das Paar lebt mit der Kunst zusammen.

Nordwand als Ruhepunkt

Im Erdgeschoss nimmt die gläserne Box mit der massiven Nordwand Wohnbereich, Essplatz und Küche auf. Die Wand gibt dem Haus einen Ruhepunkt und den Kunstwerken ein Zuhause. Dank der Panoramascheiben an den anderen drei Seiten fühlt man sich im Wohnzimmer trotzdem wie im Garten. Für Farbakzente sorgte die Hausherrin als Innenarchitektin mit violetten Einbauten selbst.

Leseecke im Atrium

Das zentrale Atrium - mit der Leseecke aus "Wink"-Sesseln - und die vor- und zurückspringenden Panoramascheiben gliedern den fließenden Raum in die einzelnen Wohnbereiche. Die textilen Screens vor den Fenstern zerstreuen das Licht und geben den dicht hängenden Gemälden optimale Bedingungen. Wer genug von der Kunst gesehen hat, schaut auf den See: Der ist so nah, dass bei Sturm schon einmal die Gischt an die Scheiben spritzt.

Offene Küche

Die Küche links vom Eingang wird von der einen Seite von der Nordwand geschützt und bietet auf der anderen Seite einen traumhaften Ausblick auf den See. Schiebetüren aus Milchglas dienen als Abtrennung zum Eingangsbereich. Optisch verbunden werden die offenen Bereiche im Erdgeschoss zusätzlich durch den Steinfliesenboden und die Kunst: Auch um die Kochinsel herum haben die Sammler ihre Schätze aufgehängt.

Kunstgenuss im Esszimmer

Zwischenwände teilen den Glasquader in Wohnzonen ein und bieten Platz für viele Gemälde. Im Essbereich hängt in einer eigens dafür geschaffenen Nische ein meterlanges Kunstwerk von Matthijs Röling. Bei tief stehender Sonne werden die Gemälde im Haus von automatisch herabfahrenden Stoffblenden vor den Fenstern geschützt.

Optimale Lichtverhältnisse dank Dachfenstern

Für diffuses Licht, das die Kunstwerke optimal zur Geltung bringt, sorgen das Dachfenster im Atrium und sowie die textilen Screens vor den Glasfronten. Das Atrium ist der Clou des Hauses, denn es lässt Licht von oben herein und von unten aufsteigen. So werden die Skulpturen und Kunstwerke indirekt aber gleichmäßig in Helligkeit getaucht.

Loggia mit Seeblick

Die Loggia im Obergeschoss geht nach Süden zum See hinaus. Sie verbirgt sich hinter den außergewöhnlichen Falttoren der hölzernen Hülle, die das gesamte Obergeschoss umschließt. Die Holzlatten sorgen zusammen mit den Stoffblenden, der Geothermie-Heizung und der Betonkernaktivierung für eine gute Energiebilanz.

Schlafzimmer an der Westseite

Das Schlafzimmer liegt am westlichen Kopfende des Holzquaders mit Blick auf den See; Glastüren trennen den Raum von der anschließenden Galerie. Sanftes, diffuses Licht erhellt den Raum selbst dann, wenn die Faltblenden der Holzfassade vor dem Fenster geschlossen sind: Darüber freuen sich nicht nur die Kunstwerke sondern auch das Eichenparkett.

Traumhaftes Seegrundstück

Ein alter Holzsteg führt von der Terrasse vor der Südseite des Hauses direkt zum See. Faltläden beleben und öffnen die Fassade des mit Holzlatten verkleideten Obergeschosses zum Ausblick und schützen die Kunst im Inneren. Die HÄUSER-Award-Jury urteilte 2010: "Der Villa gelingt ein eleganter Spagat, indem sie zwischen der herrlichen Lage und den praktischen Interessen Kunst sammelnder Bauherren vermittelt."

Planmaterial: Wohngalerie am See

Architekt Paul de Ruiter erschuf für ein Ehepaar ein Wohnhaus, das gleichzeitig auch eine Bleibe für deren Kunstsammlung ist. Das lichtdurchflutete Domizil am Westeinder See wirkt nicht nur außergewöhnlich und elegant, es ist dabei auch noch energieeffizient. Der Hingucker-Bau besteht scheinbar aus zwei Teilen, dem gläsernen Erdgeschoss und dem mit Holzlatten verhüllten oberen Stockwerk. Geplant als getrennte Bereiche für Kunst und Wohnen, mischen sich in der Realität die Funktionen auf eindrucksvolle Weise. Dafür gab es 2010 den zweiten Platz beim HÄUSER-Award.
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Baudaten/Architekt: Architectenbureau Paul de Ruiter

Baubeginn: 2006
Fertigstellung: 2008
Ort: Westeinder See, Amsterdam, Niederlande
Wohnfläche: 340 m²
Grundstücksgröße: 1.700 m²
Bauweise: massiv, Beton (Erdgeschoss), Stahlkonstruktion (Obergeschoss)
Fassade: Glas, Holzlatten
Dach: Flachdach
Raumhöhe: 2,70 m (EG), 2,60 m (OG)
Decken- und Wandoberfläche: Gipsputz; MDF-Platten, farbig
Fußboden: Steinfliesen (EG), Eichenparkett (OG)
Gartengestaltung: Copijn