CROSSMEDIA
WERBEPARTNER

Der Betonboden: Vor- und Nachteile

Ein Bodenbelag aus Beton ist robust und wirkt extrem lässig – sowohl im Alt-, als auch im Neubauten. Was es bei der Planung und beim Einbau eines Betonbodens zu beachten gilt und welche Vor- und Nachteile das Material hat.
Betonwand Wohnzimmer
In diesem Artikel
Beton und Estrich – der kleine Unterschied
Die Vor- und Nachteile des Betonbodes
Einen Betonboden verlegen
Betonboden reinigen, pflegen, abschleifen
Farbiger Betonboden
Kosten eines Betonbodens

Während Beton noch vor Jahren vor allem als Konstruktionsmaterial und Unterboden Dienst tat, ist der robuste Baustoff mittlerweile auch beim Ausbau und der Gestaltung von Innenräumen beliebt. Als Sichtbeton verwendet und meist poliert, kommt die feine Körnung des Betons – je nach MIschverhältnis des Materials und Oberflächenbehandlung – besonders gut zur Geltung. Der Begriff Sichtbeton meint übrigens schlicht "Beton im sichtbaren Bereich", ohne Putz oder Verblendung, sagt aber nichts über die Art oder den Look des Materials aus.

Übrigens: Bodenbeläge aus Beton zählen zu den ältesten Gestaltungsmöglichkeiten für Untergründe im Haus und auf Terrassen. Bereits in der Antike legten Baumeister in Rom und im alten Griechenland Tonscherben und andere Keramikteile in Betonmörtel. Nach dem Schleifen und Polieren entstand so der erste bekannte Terrazzo.

Beton und Estrich – der kleine Unterschied

Was ist Beton? Und was eigentlich Estrich? Bei Beton handelt es sich um eine Dispersion, also einen Mix aus Zement, Wasser und Gesteinskörnungen. Beim Trocknen des Gemisches sorgen chemische Vorgänge für einen Verbund der einzelnen Bestandteile. Danach folgt das Aushärten des Materials.

Estrich ist aus ähnlichen Bestandteilen zusammengesetz. Er besteht in der Regel aus Sand, einem Bindemittel wie Zement und Wasser. Meist tut Estrich Dienst als Unterboden für Parkett, Fliesen oder Teppiche und wird aufgrund seiner gut zu verarbeitenden Konsistenz gern zum Ausbessern von Unebenheiten genutzt. Estrich ist in der Regel feinkörniger als Beton und hat eine kürzere Trockenzeit. Als sogenannter Sicht- oder Nutzestrich kommt er als Oberbodenbelag zum Einsatz und hat dann ähnliche Eigenschaften wie Beton.

Ob Estrich oder Beton als Sicht-Bodenbelag in Frage kommt, hängt jeweils vom Verwendungszweck und den Anforderungen an den Boden ab. Besprechen Sie die zu erwartenden Belastungen des Bodens und Ihre persönlichen Anforderungen (planen Sie beispielsweise eine Fußbodenheizung?) mit ihrem Architekten, dem Bauträger oder einem unabhängigen Experten. Dort erhalten Sie eine individuelle Beratung und Hinweise, welcher mineralische Werkstoff für Ihre Situation geeignet ist.

Almhütte aus Beton: Essbereich

Während Betonboden früher eher als Unterboden diente, wird er mittlerweile solo und gut sichtbar immer beliebter.

Die Vor- und Nachteile des Betonbodes

Ein Betonboden überzeugt mit Widerstandsfähigkeit, Langlebigkeit und seinen besonderen Isoliereigenschaften. Das Material Beton funktioniert aufgrund der Trägheit seiner Masse als natürliches Dämmmaterial und hilft, Räume sowohl klimatisch als auch akustisch zu regulieren. Heizsysteme können ohne Probleme integriert, Nassbereiche möglich gemacht werden. Im Sommer wirkt ein Betonboden wie eine Klimaanlage, im Winter wie ein Heizkörper. Auch für Allergiker eignet sich das Material durch seinen fugenlosen Einbau, da Bakterien oder Pollen nicht in den Beton eindringen und sich dort vermehren können.

Ein Nachteil des Bodens: Das Material ist nichts für Kurzentschlossene. Ist ein Betonboden einmal gesetzt, kann er so schnell nicht mehr angepasst werden. Außerdem ist langfristig mit der Entstehung einer Patina auf dem Beton zu rechnen. "Ein Betonboden ist pflegeleicht, robust und kann ganz einfach mit einer Fußbodenheizung kombiniert werden. Außerdem lässt er sich optisch aufgrund der unterschiedlichen Zuschläge vielfältig gestalten. Es muss jedoch bedacht werden, dass der Betonboden einmal verlegt oder gegossen, nicht einfach verändert werden kann und das es sich hier um einen eher teuren Baustoff handelt, dafür ist er äußerst langlebig", so Architekt Andreas Traxler von Maxx Raumelemente, ein auf Betontechnologie spezialisiertes Bauunternehmen aus Abenberg.

 

Einen Betonboden verlegen

Achtung: Bevor Sie mit der Planung des Bodenbelags starten, sollten Sie zunächst einen Statiker zu Rate ziehen, denn ein Betonboden ist aufgrund der Schwere des Materials nicht in jedem Gebäude möglich.

Hat der Experte die Statik ihres Hauses geprüft und für ausreichend stabil befunden, kann der Boden vom Bauunternehmen gesetzt werden. In flüssigem Zustand wird der Beton in eine vorbereitete Schalung gegossen, um dort auszuhärten. Um die anschließende Schleifarbeit zu erleichtern, sorgt ein Verdichter bereits vorab für eine glatte Oberfläche. Je nach Konsistenz, Füllhöhe und verschalter Form lässt sich so per Spezialgerät Lufteinschlüsse aus dem feuchten Material treiben. Achtung: Ausreichend von Luftblasen befreit ist der Betonbelag erst dann, wenn sich eine Schicht Feinmörtel an seiner Oberfläche bildet.

Übrigens: Beim Verlegen des Bodens gilt – der Betonbelag sollte in einer trockenen Jahreszeit gegossen werden, da der Belag im Durchschnitt mindestens eine Woche aushärten muss.

Betonwand Wohnzimmer

Eine exakte Optik kann bei einem Betonboden nicht vorhergesagt werden.

Betonboden reinigen, pflegen, abschleifen

Je nach Oberflächenbeschaffenheit des Betonbodens ist dieser sehr pflegeleicht und unkompliziert zu reinigen. Dabei sind beschichtete Oberflächen unempfindlicher als unbeschichtete. Bei kleineren Verschmutzungen reicht es häufig aus, einmal durchzufegen. Bei größeren Flecken steht eine Nassreinigung mit neutralem Reiniger an. Achtung: Dabei stets darauf achten, die sogenannte "Nasszeit" des Bodens so kurz wie möglich zu halten, da Beton als offenporiges Material schnell Feuchtigkeit aufnimmt.

Hilft auch keine Nassreinigung mehr, können Sie Ihren Betonboden abschleifen. Um ein ideales Ergebnis zu erzielen, sollten Sie auf eine Betonschleifmaschine mit Diamantbeschichtung setzen, die gleichzeitig den entstehenden Staub absaugt (Achtung! Tragen Sie trotzdem unbedingt einen Mund-Nasenschutz mit ausreichendem Filter). Mit Schleifscheiben in unterschiedlich starker Körnung lässt sich mit etwas Körpereinsatz ein glattes Schleifergebnis erzielen und der Betonboden wirkt wie neu.

Da es sich bei Beton um ein lebendiges, offenporiges Material handelt, kann eine Veränderung des Baustoffs mit den Jahren nicht ausgeschlossen werden. Durch Feuchtigkeit, Schmutz und Staub bildet sich mit den Jahren eine Art Patina, die für viele zu den charakteristischen Merkmalen eines Betonbodens gehört. Wer diese Veränderung jedoch minimieren möchte, kann dies mit spezieller Pflege und besonderem Schutz tun. Spezielle Öle und Wachse können die Betonoberfläche versiegeln und den Boden so glänzend und gleichzeitig schmutzabweisend machen. Das Polieren sorgt außerdem dafür, dass der Beton eine glatte und samtige Optik erhält, die wiederum an polierten Marmor erinnert. Dabei sollte jedoch immer klar sein, dass ein gewisser Wandel des Materials nicht aufzuhalten ist.

Farbiger Betonboden

Mineralzusätze färben den Betonboden auf Wunsch und verändern seine Optik nuanciert. Neben unterschiedlichen Zementsorten, die eine Spanne von hell- bis dunkelgrau ermöglichen, erzielen farbige Zusätze wie Eisen, Kupfer, Glas oder Marmor dekorative Effekte. Wer eine besondere Struktur oder ein Schattenspiel erzeugen will, kann dies bereits mithilfe der Schalungsbeschaffenheit ermöglichen. Die Oberflächenausbildung des Betonteils wird dabei durch die Struktur der Schalhaut bestimmt.

Kosten eines Betonbodens

Grundsätzlich hängt der Preis des Bodens von verschiedenen Faktoren ab: Ausgangsmaterial, Größe, Behandlung und Nachbereitung. Als groben Durchschnittswert für einen Neubau oder ein Sanierungsobjekt, bei dem der Betonboden verschalt und gegossen werden muss, kann man von einer Preisspanne zwischen 200 und 500 Euro pro Quadratmeter ausgehen.

Übrigens: Wer sich eine Betonoptik als Bodenbelag wünscht, aber aus Statik- oder Budget-Gründen auf eine "echte" Betonoberfläche verzichten muss, kann zu verschiedenen Alternativen greifen. Darunter: Fliesen in Betonoptik. Fliesenhersteller wie Marazzi bieten fertige Feinsteinzeugplatten an, die in verschiedenen Farbnuancen und Schattierungen den Look von Beton täuschend echt nachahmen.

Tipp: Passende Möbel für ein modernes Ambiente gibt es zum Beispiel im SCHÖNER WOHNEN-Shop.

Weitere Themen:
Backsteinwand - Ideen & Tipps für Backsteinmauern
Ferienhaus aus Beton
Wandgestaltung in Betonoptik

Fliesen in Betonoptik

Auch Fliesen in Betonoptik sorgen für den charakteristischen Stil.