CROSSMEDIA
WERBEPARTNER

Die Gaube: Definition, Bauweise, Vor- und Nachteile

Unter einer Gaube versteht man einen architektonischen Aufbau auf dem geneigten Dach eines Gebäudes. Mit dem Bau einer Gaube kann nicht nur Wohnqualität und Licht ins Dachgeschoss gebracht, sondern auch ein architektonisches Highlight geschaffen werden.
Gaube

Eine klassische Dreiecksgaube mit großen Fenstern.

In diesem Artikel
Definition: Dachgaube
Bau und Konstruktion
Sonderformen der Gaube
Vor- und Nachteile der Gaube

Definition: Dachgaube

Bei einer Dachgaube handelt es sich um einen Aufbau auf dem geneigten Dach eines Gebäudes. Sie dient dabei der Belichtung, Belüftung und der Vergrößerung des Dachgeschosses und sorgt somit für eine Aufwertung dieses Wohnraumes. Die Dachgaube besteht dabei aus einem Gaubendach und einem Giebel, der an die Form des Hauptdaches angelehnt ist. Um die Belichtung des Dachgeschosses zu gewährleisten, sind diese meist mit Fenstern ausgestattet. Handelt es sich folglich um ein Satteldach, ist auch die Dachgaube eine Satteldachgaube. Grundsätzlich wird zwischen flachen, spitzen, eckigen und runden Gauben unterschieden. Meistens ist die Gaube mit dem gleichen Material gedeckt wie das Hauptdach, sodass sie sich stimmig in das Gesamtbild des Gebäudes einfügt.

Flache Gauben, wie beispielsweise die Schlepp- oder Flachdachgaube, verfügen über eine geringe Gaubendachneigung, wodurch im Dachgeschoss ein "mehr" an Raum mit einer kompfortablen Deckenhöhe geschaffen werden kann. Bei spitzen Gauben wie der Satteldach- oder Dreiecksgaube kann zwar weniger Nutzraum geschaffen werden, jedoch eignen sich diese Gaubenformen ideal für den späteren Anbau. Seltener sind eckige Gauben wie die Walmdach- oder Trapezgaube, selbiges gilt für runde Gauben wie die Fledermaus- oder Rundgaube. Bevor man sich für eine Gaubenart entscheidet, sollten Bauvorgaben, der Zustand des bestehenden Daches sowie der Dachdeckung, die gewünschte Gaubengröße, die Anzahl der Fenster sowie die Auswirkungen auf den Dachraum beachtet werden.

Gaube

Eine weitere Sonderform: Die entgegen der Dachneigung laufende Gaube.

Bau und Konstruktion

Ist die Dachgaube nicht direkt Teil des Bauprojektes kann sie auch im Nachhinein angebracht werden. Jedoch bedarf es für diesen Anbau einer Baugenehmigung des örtlichen Bauamtes. Zudem sollte beachtet werden, dass der nachträgliche Bau einer Dachgaube die bestehenden Brandschutzbestimmungen des Gebäudes verändern könnte. Bevor mit dem Bau einer Gaube begonnen werden kann, muss zunächst überprüft werden, ob sich das bestehende Dach in einem optimalen Zustand befindet. Nur so ist der problemlose Anbau einer Dachgaube möglich. Die Wahl der Gaubenart sollte in Übereinstimmung mit dem vorhandenen Dach, dem Bedarf an Fenstern, Licht und Raum sowie der möglichen Bedeckung getroffen werden. Je nach Größe der Gaube kostet der Einbau um die 3.000 Euro. Zudem wird zwischen einer Maßanfertigung und einer Fertiggaube unterschieden. Wer spezielle Anforderungen und Wünsche an seine Gaube hat, wird um eine Maßanfertigung vor Ort nicht herumkommen. Hausbesitzer können so direkten Einfluss auf Größe, Form und Verkleidung nehmen, müssen dies jedoch auch finanziell mit einplanen. Fertiggauben sind hingegen einbaufertige Elemente, die lediglich aufs Dach gesetzt werden müssen. Der Einbau dauert meist um die drei Tage.

Haus mit Walmdach
Bei dem Walmdach handelt es sich um eine der ältesten Dachformen der Architektur, die früher in erster Linie bei alten Bauernhäusern und herrschaftlichen Bauten umgesetzt wurden.

Sonderformen der Gaube

Satteldachgaube:
Die Satteldachgaube, auch Giebelgaube genannt, ist eine der klassischsten Gaubenformen, bei der zwei gegeneinander geneigte Flächen die Dachfläche bilden. Ab einer Dachneigung von 30 Grad ist der Einbau der Satteldachgaube problemlos möglich und vergleisweise günstig. An den Seiten der Satteldachgaube befinden sich sogenannte Gaubenwangen, auch Dachbacken genannt, in Form von rechtwinkligen Dreiecken.

Walmgaube:
Die Walmgaube ähnelt optisch der Satteldachgaube, ihre Stirnseite ist jedoch "abgewalmt" folglich abgeschrägt. Der Giebel tritt nicht klar hervor, sondern ermöglicht einen gleichmäßigeren Übergang zum Dach. Eine Sonderform der Walmgaube ist die Krüppelwalmdachgaube, bei der nur der obere Teil des Daches abgewalmt wird.

Schleppgaube:
Bei der Schleppgaube handelt es sich um eine der ältesten und einfachsten Gaubenformen. Charakteristisch für sie ist die rechteckige Stirnseite, über der ein flachgeneigtes Dach liegt. Die Schleppgaube kommt meist in sehr steilen Dächern zum Einsatz, da ihr Dach in einem flacheren Winkel als das Hauptdach stehen sollte.

Flachdachgaube:
Die Flachdachgaube ähnelt optisch der Schleppgaube. Der große Unterschied: Die Neigung der Flachdachgaube - meist zwischen drei und fünf Grad - ist noch flacher als die der Schleppgaube. Aufgrund dieser flachen Neigung kann die Flachdachgaube nicht mit klassischen Ziegeln, sondern muss mit anderen Materialien wie Kupfer gedeckt werden. Dank ihrer schlichten Form kann die Flachdachgaube sowohl für klassische, als auch für moderne Dachformen genutzt werden.

 

Gaube

Das Dach der Flachdachgaube verläuft fast horizontal.

Trapezgaube:
Ein besonderes visuelles Highlight stellt die Trapezgaube dar, bei der die Gaubenseiten schräg zur Dachfläche verlaufen und dabei ein Trapez bilden. Das besondere Higlight dieser Gaubenform ist die Möglichkeit einer großzügigen Fensterfront, die sich in erster Linie auf größeren Dächern umsetzen lässt.

Spitzgaube:
Die Spitzgaube, häufig auch Dreiecksgaube genannt, besteht wie die Satteldachgaube aus zwei gegeneinander geneigten Flächen, die auf der Frontseite ein Dreieck ergeben. Diese besondere Gaubenform gilt als architektonischer Blickfang und wird häufig in der modernen Architektur genutzt. Gut zu wissen: Durch die besondere Form der Spitzgaube fällt meist weniger Licht in das Dachgeschoss als bei anderen Gaubenformen.

Fledermausgaube:
Die Fledermausgaube zeichnet sich durch ihre auffallende, geschwungene Form aus, die häufig als "Sinuskurve" bezeichnet wird. Der Übergang zwischen Dach und Gaube ist aufgrund der fehlenden senkrechten Flächen fließend. Unter der geschwungenen Oberkante der Gaube befinden sich die Fensteröffnungen. Die Raumgewinnung im Dachgeschoss fällt bei der Fledermausgaube geringer aus als bei anderen Gaubenarten.

Fledermausgaube

Die Fledermausgaube zeichnet sich durch ihre besondere geschwungene Form aus.

Vor- und Nachteile der Gaube

Vorteile:

  • Zusätzliche Wohnfläche im Dachgeschoss
  • Bessere Durchlüftung des Dachgeschosses
  • Fenster bieten natürlichen Lichteinfall
  • Je nach größe des Fensters wird eine Aussicht geboten
  • Architektonisches Highlight & Wertsteigerung des Hauses

Nachteile:

  • Kosten für den Bau der Gaube, Dachanschlüsse, Dämmung und Abdichtung
  • Bei nicht fachgerechter Arbeit Gefahren wie Nässeschäden und Schimmel.
Dachausbau – acht hilfreiche Tipps
Auf einen Schlag mehr Wohnfläche: Der Ausbau des Dachbodens steht bei vielen Bauherren ganz oben auf der To-do-Liste. Wir erklären Ihnen, worauf Sie achten sollten.