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Mansarddach: Definition, Bauweise, Vor- und Nachteile

Das Mansarddach gilt als besonders luxuriöse Variante des Steildachs und hat seinen Ursprung im Frankreich des 16. Jahrhunderts. Anders als beim bekannten Satteldach besteht das Mansarddach nicht aus einer durchgehenden Dachfläche, sondern weist einen Knick auf und verläuft nach dieser Unterbrechung steiler als zuvor.
Mansarddach
In diesem Artikel
Definiton Mansarddach
Die Geschichte des Mansarddachs
Sonderformen des Mansarddachs
Die Vorteile des Mansarddachs
Die Nachteile des Mansarddachs
Kosten beim Mansarddach
Welches Dachdeckmaterial für das Mansarddach?
Wann entscheide ich mich für ein Mansarddach?

Definiton Mansarddach

Als Grundlage für die Konstruktion eines Mansard- bzw. Mansardendaches dient entweder ein Pultdach, Walmdach oder Satteldach. Zunächst verlaufen die Dachseiten folglich gleichmäßig nach außen, bevor sie abknicken und in einem deutlich steileren Winkel enden. Das obere flache Dachstück ist meist um maximal 30 Prozent geneigt, während die steilere Dachfläche eine Neigung zwischen 65 und 75 Prozent aufweisen kann. Durch diese starke Dachneigung macht es den Anschein, als ob die Dachflächen beinahe senkrecht auf der Hauswand stehen und so von weitem nicht zwischen Fassade und Dach unterschieden werden kann. Beim Mansarddach entsteht durch diese steilere Dachneigung zusätzlicher Wohnraum unter dem Dach, das sogenannte "Mansard".

Mansarddach

Das Mansarddach wurde früher häufig für Stadtvillen und prunkvolle Gebäude verwendet. 

Die Geschichte des Mansarddachs

Der Name Mansard geht auf die französischen Architekten und Baumeister François Mansart und Jules Hardouin-Mansart zurück, die die Dachform im 17. Jahrhundert vor allem bei Luxus-Gebäuden und Häusern anwendeten und damit berühmt machten. 1625 wurde Mansart zum Architekten des französischen Königs Ludwig XIII. ernannt und somit für alle Bauvorhaben des Königshauses verantwortlich, was die Dachform des Mansarddaches zu dem Dach der prunkvollen Herrschaftsgebäude werden ließ. Später kopierten reiche Bürger die Dachform für Stadthäuser und Villen. 

Sonderformen des Mansarddachs

Mansarddächer laufen nicht wie die meisten anderen Dachformen spitz zusammen, sondern gehen mit einer hohen Dachneigung in ein Satteldach über. Dabei unterscheidet man zwischen einem sogenannten Mansardsattel- bzw. Mansardgiebeldach und dem Mansardwalmdach. Das Mansardwalmdach verfügt, wie das klassische Walmdach auch, über dreieckig geneigte Dachflächen auf den Giebelseiten. Diese Flächen verlaufen jedoch nicht durchgehend gerade, sondern weisen Mansard-typisch den Knick in der Fläche auf und wirken so wie eine Art Schutzpanzer des Hauses.

Mansarddach

Hier handelt es sich um ein Mansardsattel- bzw. Mansardgiebeldach. 

Die Vorteile des Mansarddachs

Das Mansarddach wirkt durch den Knick in den Dachflächen und das damit erhöhte Dachgeschoss luxuriöser und majestätischer als viele vergleichbare Dachformen. Durch die speziell achteckig anmutende Dachfläche werden die Dachschrägen verkürzt, wodurch sich die nutzbare Fläche des Dachgeschosses oberhalb der Traufe erhöht und mehr Wohnraum bei gleicher Quadratmeterzahl geboten werden kann. Auch bei extremen Witterungsbedingungen bietet das Mansarddach besonderen Schutz, da die steilen Dachflächen die Hauswand wie eine zweite Haut schützen. Durch das starke Gefälle der Dachneigung gleitet Regen und Schnee schneller vom Dach und sorgt so für weniger Schäden. Auch vor Wind und Sturm ist das Haus durch seine spezielle Form besser geschützt, da die Dachflächen das Gebäude wie eine zweite Wand schützen.

Besondere Dachelemente können durch die weitläufige Konstruktion des Daches gut integriert werden. "Allerdings wird die Belichtung des Dachgeschosses häufig aufwändiger, da Dachfenster in Form von Gauben geschaffen werden müssen" so Architekt Johannes Bähr. Ein weiterer Vorteil des Mansarddachs stellt die Möglichkeit dar, weiteren Wohnraum oberhalb der Traufe zu schaffen, selbst wenn die Maximalhöhe des Gebäudes reglementiert ist, da es sich bei einem Mansard um kein zusätzliches Vollgeschoss handelt, auch wenn es als solches genutzt werden kann. Das Mansarddach befindet sich folglich oberhalb der Traufe und lässt so ein Geschoss zu, ohne dass die maximale Bauhöhe überschritten wird. "Da die Wandhöhe bei Neubauten in vielen Gebieten beschränkt ist, bietet das Manssarddach an dieser Stelle die Möglichkeit das Dachgeschoss innerhalb der Vorschriften zu erweitern", so Bähr.

Die Nachteile des Mansarddachs

Bereits beim Bau eines Mansarddachs muss mit erhöhten Kosten gerechnet werden. Zum einen ist der Bedarf an Material  höher, zum anderen ist die Konstruktion der Dachform komplizierter und aufwendiger. Besonders in Sachen Dämmung gilt es den Knick der Dachflächen zu beachten, da sich diese im Nachhinein häufig als undichte oder feuchte Stellen bemerkbar machen, die später zu Schimmel führen können.

Ein Mansarddach benötigt somit deutlich mehr Pflege als viele andere Dacharten und sollte in regelmäßigen Abständen, spätestens alle 10 Jahre von einem Fachmann überprüft und gewartet werden. Bevor sich der Bauherr für ein Mansarddach entscheidet, sollten zunächst die regionalen Bauvorschriften geprüft werden. Ein weiterer Nachteil, der allerdings erst in den letzten Jahren deutlich wurde, ist die erschwerte Installation von Solartechnik. Da der größte Teil der Dachfläche beim Mansarddach einen steilen Winkel aufweist, können Solarmodule wie Photovoltaik-Anlagen nur umständlich und kostenintensiv konstruiert werden.

Kosten beim Mansarddach

Vergleicht man die Kosten des Mansarddachs mit ähnlichen Dachkonstruktionen, muss hier mit höheren Ausgaben gerechnet werden. Neben den erhöhten Materialkosten wie beispielsweise Holz und Dämmmaterial schlägt häufig auch die komplizierte Konstruktion auf der Endabrechnung zu Buche. Auch die Kosten der reinen Dacheindeckung sind höher, da es beim Mansarddach mehr Fläche zu decken gibt. Die genauen Kosten für ein Mansarddach müssen von Fall zu Fall, je nach verwendetem Material und Dachfläche berechnet werden. 

Anekdote: Im 18. und 19. Jahrhundert war das Mansarddach noch ein Steuersparmodell, da der Preis der Grundsteuer bei Gebäuden meist auf der Anzahl der Geschosse basierte und der Raum unter einem Mansarddach nicht als volles Geschoss gezählt wurde, im Zweifel aber den gleichen Wohnraum beinhaltete.

Mansarddach

Bevor man sich für ein Mansarddach entscheidet, sollte man sich über die Vor- und Nachteile sowie die Kosten informieren. 

Welches Dachdeckmaterial für das Mansarddach?

Bei den meisten Dacharten können die verschiedensten Materialien wie Ziegeln, Schiefer oder auch natürliche Produkte wie Schilf zum Decken verwendet werden. Da das Mansarddach extreme Schrägen und Dachneigungen aufweist, muss hier besonders darauf geachtet werden, dass das Deckmaterial in diesem extremen Winkel mit der Zeit nicht wegrutscht. Aus diesem Grund sind besonders schwere Rohstoffe, wie beispielsweise Schilf nicht für die Deckung eines Mansarddachs geeignet. Sie können sich bei Regen beispielsweise vollsaugen und so zu schwer für die Dachlast werden. Außerdem wird so die Dämmung des Innenraumes erschwert. In der Regel werden beim Mansarddach zur Deckung meist klassische Ziegeln, Schiefer oder Schindeln verwendet.

Wann entscheide ich mich für ein Mansarddach?

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es sich beim Mansarddach um eine äußerst prunkvolle Dachform handelt, die optisch zu den schönsten Konstruktionen zählt. Der besondere Aufbau des Mansarddaches ermöglicht darüber hinaus die Möglichkeit das Dachgeschoss bestmöglich zu nutzen und extremen Witterungsbedingungen zu trotzen. Wer sich für ein Mansarddach entscheidet, muss jedoch mit hohen Bau- und Konstruktionskosten rechnen und viel Pflegeaufwand in Kauf nehmen. "Letztendlich basiert die Entscheidung für ein Mansarddach neben der Möglichkeit eines ausgebauten Dachgeschosses, häufig in erster Linie auf dem herrschaftlichen Charakter und dem besonderen architektonischen Charme der Dachform", so der Experte. 

Vorteile:

- edle Optik
- sehr wohnliches Dachgeschoss
- vielfältige Möglichkeit der Dachfensterintegration
- sehr guter Witterungsschuzt
 

Nachteile:

- hohe Materialkosten
- anspruchsvolle Konstruktion
- sehr pflege- und wartungsbedürftig
- erschwerte Solarinstallation

 

Weitere Themen: 
Walmdach: Konstruktion, Bauweise, Vor- & Nachteile
Satteldach: Das sind die Vorteile
Hausbau: Basiswissen zu Kosten, Finanzierung und Planung