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Organisch: Haus Schminke, Löbau

Architekt: Hans Scharoun
Jahr: 1933
Gebaut für: Unternehmer-Ehepaar Fritz und Charlotte Schminke
Das muss man wissen: Mit gerundeten Dächern, Balkons und Balustraden, die an einen Ozeandampfer erinnern, hat die elegante Villa Architekturgeschichte geschrieben und gilt als Gegenstück zur rechtwinkligen Bauhaus-Moderne. Bis heute ist sie eines der bedeutendsten Wohnhäuser der Moderne weltweit. Dank einer Stiftung, die sich um das Haus kümmert, kann man die stilecht eingerichteten Innenräume nicht nur besichtigen, sondern sogar als Ferienwohnung mieten.
Preise: Übernachtung ca. 65 Euro pro Person/Nacht

Stiftung Haus Schminke
Kirschallee 1b
02708 Löbau
www.stiftung-hausschminke.eu

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Elegante Avantgarde: Villa Tugendhat, Brno

Architekt: Ludwig Mies van der Rohe
Jahr: 1929
Gebaut für: Unternehmer-Ehepaar Fritz und Grete Tugendhat
Das muss man wissen: So unauffällig die Villa von der Straße aus wirkt, so luxuriös und avantgardistisch zeigt sich das Innere. Chrom, Onyxmarmor und Ebenholz prägen den allein 180m² großen Wohnbereich, der sich mit versenkbaren Glasfenstern zur Landschaft öffnet. Mit ihren fließenden Räumen und den edlen Materialien zeigt die Villa typische Motive, die auch Mies' zeitgleich entstandenen Barcelona-Pavillon prägen.
Preise: Eintritt mit Führung 300 CZK (ca. 11 Euro)

Villa Tugendhat
Černopolní 45
613 00 Brno, Tschechische Republik
www.tugendhat.eu

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Dänische Wohnlichkeit: Finn-Juhl-Haus, Ordrupgaard

Architekt: Finn Juhl
Jahr: 1941
Gebaut für: Finn Juhl selbst
Das muss man wissen: Mit gerade einmal 29 Jahren entwarf der Architekt und Möbelgestalter Finn Juhl sein Wohnhaus: ein schlichter, winkelförmiger Bau mit offenem Grundriss und erdigen Farben. An den Wänden hängt abstrakte Malerei, die Juhl zu seinen organischen Entwürfen wie dem Sofa "Poet" oder dem Sessel "Pelikan" inspirierte. Als Teil des Kunstmuseums Ordrupgaard ist das Haus heute öffentlich zugänglich – und wirkt dabei gar nicht museal, sondern so lebendig, als wohne der Bauherr immer noch dort.
Preise: Eintritt mit Museum 110 DKK (ca. 14,70 Euro)

Museum Ordrupgaard
Vilvordevej 110
2920 Charlottenlund, Dänemark
www.ordrupgaard.dk/finn-juhls-hus

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Programmatisch: Rietveld-Schroeder-Haus, Utrecht

Architekt: Gerrit Rietveld
Jahr: 1924
Gebaut für: Innenarchitektin Truus Schröder-Schräder
Das muss man wissen: Dieses Gebäude ist mehr als ein Wohnhaus. Es ist ein gebautes Manifest: Für Gerrit Rietveld war es der Versuch, die Prinzipien der von ihm mitbegründeten De Stijl-Bewegung in die Realität umzusetzen. Geometrische Formen, kräftige Primärfarben, schwebende Wandflächen statt umschlossener Räume prägen daher das Wohnhaus innen und außen – und machen es heute noch zu einem beeindruckenden Stück Architekturgeschichte.
Preise: Eintritt 7,50 Euro

Rietveld-Schroeder-Haus
Nicolaaskerkhof 10
3512 XC Utrecht, Niederlande
www.centraalmuseum.nl

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Moderner Siedlungsbau: "Tautes Heim" in der Hufeisensiedlung, Berlin

Architekt: Bruno Taut
Jahr: 1925-1933
Gebaut für: Berliner Baugenossenschaft GEHAG
Das muss man wissen: In der Berliner Hufeisensiedlung, von Bruno Taut in den 20er Jahren geplant und heute UNESCO-Welterbe, haben Architekturliebhaber ein kleines Wohnhaus des Baumeisters gekauft und denkmalgerecht saniert. Nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch die Innenräume sehen aus wie zur Entstehungszeit – einschließlich der Küchenzeile und den Farbtönen an den Wänden. Das Beste: Als Übernachtungsgast kann man die Wohnkultur der 20er Jahre selbst erleben.
Preise: ca. 150 Euro pro Nacht

"Tautes Heim"
Gielower Straße, Hufeisensiedlung
12359 Berlin
www.tautes-heim.de

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Auf Stelzen: Oscar-Niemeyer-Haus im Hansaviertel, Berlin

Architekt: Oscar Niemeyer
Jahr: 1957
Gebaut für: Bauausstellung Interbau 57
Das muss man wissen: Mit seinen V-förmigen Stützen und der strukturierten Fassade war Oskar Niemeyers Wohnhochhaus einer der markantesten Bauten der Internationalen Bauausstellung 1957. Eine der Wohnungen wurde 2012 als Ferienwohnung authentisch eingerichtet: Mit aufgearbeiteten Originalen und Designklassikern aus den 50er Jahren, Linoleumböden und vielen originalen Details entspricht nun alles dem Stil der damaligen Zeit.
Preise: ab 175 Euro pro Nacht

Oscar-Niemeyer-Haus
Apartment "Rio Marie"
Altonaer Str. 10
10557 Berlin
www.roombergs.de

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Prototypisch: Bauhaus-Meisterhäuser, Dessau

Architekt: Walter Gropius
Jahr: 1925
Gebaut für: Bauhaus-Lehrer Moholy-Nagy, Feininger, Muche, Schlemmer, Klee, Kandinsky und Gropius
Das muss man wissen: Den Meistern, die am Bauhaus unterrichteten, dienten sie als Wohnhäuser zur Miete. Aber eigentlich waren die kubischen Bauten viel mehr. Als Musterhäuser zeigten sie, wie sich die Bauhaus-Moderne das Wohnen der Zukunft vorstellte: schlicht, hell, offen, luftig – und im Innern erstaunlich farbenfroh. Während zwei der Häuser zerstört und 2014 als abstrakte Rekonstruktionen neu erreichtet wurden, veranschaulichen die anderen mit originalgetreuen Interieurs den Stil ihrer Entstehungszeit.
Preise: Eintritt 7,50 Euro

Bauhaus-Meisterhäuser
Ebertallee 59–71
06846 Dessau-Roßlau
www.bauhaus-dessau.de/

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Radikal innovativ: Villa Savoye, Poissy

Architekt: Le Corbusier
Jahr: 1928
Gebaut für: Pierre und Emilie Savoye
Das muss man wissen: Schlanke Stützen, die den Baukörper tragen, ein horizontales Fensterband, expressive Dachaufbauten – die Villa Savoye zeigt die charakteristischen Motive Le Corbusiers so klar wie kein anderer Entwurf. Auch funktional war das Konzept mit Flachdach und überdachter Zufahrt radikal neu, wenn auch schlecht umgesetzt: Es regnete durchs Dach, das Haus war kaum bewohnbar. Als Monument von Weltrang steht es heute Besuchern offen – das Flachdach wurde inzwischen repariert.
Preise: Eintritt 7,50 Euro

Villa Savoye
82 rue de Villiers
78300 Poissy, Frankreich
www.villa-savoye.monuments-nationaux.fr/en

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Unprätentiös: Kanzlerbungalow, Bonn

Architekt: Sep Ruf
Jahr: 1963
Gebaut für: Bundeskanzler der BRD
Das muss man wissen: Helmut Kohl ließ Perserteppich auslegen, Kurt-Georg Kiesinger altdeutsche Möbel aufstellen, Willy Brandt zog gar nicht erst ein: Bis auf Ludwig Erhard, der den Kanzlerbungalow in Auftrag gegeben hatte, fühlte sich dort kein Bundeskanzler richtig wohl. Eigentlich schade, denn Sep Rufs Entwurf demonstrierte eine zurückhaltende Modernität, die der jungen Bundesrepublik gut zu Gesicht stand, aber nicht von jedem Amtsinhaber verstanden wurde. Und mit zwei Innenhöfen, Pool und Travertinboden war er längst nicht so spartanisch, wie er aussah.
Preise: Eintritt und Führungen sind kostenlos

Kanzlerbungalow c/o Haus der Geschichte
Adenauerallee 139
53113 Bonn
www.hdg.de/bonn

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Wohnmaschine: Unité d´habitation, Corbusier-Haus, Berlin

Architekt: Le Corbusier
Jahr: 1957
Gebaut für: Bauausstellung "Interbau 57"
Das muss man wissen: Die "Unitè d'habitation" (franz. "Wohneinheit"), die Le Corbusier zuerst in Frankreich und 1957 auch zur Bauausstellung "Interbau" in Berlin realisierte, ist als scheibenförmiges Hochhaus konzipiert, das 530 teils zweistöckige Wohneinheiten beherbergt. Eine von ihnen wurde in ihren Originalzustand versetzt – mit Linoleumboden, Corbusier-Wandfarben und stilechter Möblierung steht sie nun Gästen offen.
Preise: Miete 790 Euro pro Monat (Mindestdauer 28 Tage)

Corbusier-Haus
Flatowallee 16
14055 Berlin
www.corbusier-berlin.de

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Autor: Johannes Hünig