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Tag der Architektur 2012

In ganz Deutschland stehen am 23. und 24. Juni spannende Bauprojekte zur Besichtigung offen, die sonst nicht zugänglich sind. Schwerpunktthema in diesem Jahr: Energieeffizientes Bauen.
Tag der Architektur 2012

"Energie!" – so heißt das Motto beim Tag der Architektur in diesem Jahr. Energieeffizienz ist das Thema, das für Bauherren und Architekten heute gleichermaßen im Vordergrund steht. Damit Funktion und Ästhetik dabei nicht in Widerspruch geraten, plädieren die Architektenkammern für gute Gestaltung. Das gilt besonders für Bestandsbauten: Nur zehn Prozent der vor 1979 errichteten Gebäude sind ausreichend gedämmt. Damit die übrigen 90 Prozent nicht als umstrittene Thermoklötze unter Wärmedämmverbundsystemen enden, ist Kreativität gefragt – und genau die wird am Tag der Architektur gezeigt und erlebbar gemacht.

Architektur hautnah erleben

Der Tag der Architektur wird seit 1995 deutschlandweit von den einzelnen Landes-Architektenkammern veranstaltet und verzeichnet von Jahr zu Jahr steigende Besucherzahlen, 2011 waren es mehr als 150.000.

Tag der Architektur 2012

Die Besucher können entweder an organisierten Führungen oder Touren teilnehmen oder auf eigene Faust Einfamilienhäuser, Schulen, Wohn- und Bauprojekte, Kirchen, Ämter, Werkstätten oder Geschäftsräume besuchen, selbst neue Parks und Gärten gehören zum Portfolio. Die Objekte sind entweder von Jurys ausgewählt worden oder werden in Eigeninitiative geöffnet.

Darüber hinaus bietet sich die Chance, mit den beteiligten Architekten und Bauherren ins Gespräch zu kommen. Die Architektenkammern in den 16 Bundesländern veranstalten eigene, ganz unterschiedliche Programme – Besichtigungstouren, Podiumsdiskussionen Ausstellungen und vieles mehr. Informationen gibt es unter www.tag-der-architektur.de. Von hier wird man zu den Länderkammern weitergeleitet, die über ihre Programme informieren.

Diese Häuser sind einen Besuch wert:

Die Menge der Objekte, die für Besucher offen stehen, ist unüberschaubar: Über 1.600 waren es im letzten Jahr. Wir zeigen Ihnen deshalb eine Auwahl an herausragenden Projekten, die ergezieeffizentes Bauen beispielhaft mit anspurchsvoller Architektur verbinden. Informationen zu Adressen, Besuchszeiten und Führungen finden Sie, wenn Sie auf den jeweiligen Link klicken.

Tübingen & Düsseldorf: Energieeffizient bauen mit Qualität

Die energieeffiziente Sanierung von Altbauten ist ein Thema, das in Öffentlichkeit und Fachkreisen heftige Emotionen auslöst: Charmante Altbauten verschwinden immer öfter unter einer dicken Schicht aus Styropor und Rauputz, klassische Holzfenster mit Sprossen werden durch Kunststoff-Isolierfenster ersetzt – energetisch sinnvoll, ästhetisch meist eine Katastrophe.

Tag der Architektur 2012

Um so besser, dass einige der beim Tag der Architektur vertretenen Neubauten zeigen, dass es auch anders geht. Eines der besten Beispiele: ein Wohn- und Geschäftshaus in der Tübinger Altstadt, dessen klassizistische Fassade unter zahllosen Renovierungen verschwunden war und nun vom Architektenteam Schmitt-Dannien-Hofmann mit viel Feingefühl neu interpretiert wurde.

Anders war die Ausgangslage bei der kommunalen Sporthalle in Heiligenhaus bei Düsseldorf, die von der Architektin Ute Pieroeth eine Metallfassade mit Rautenstruktur und plastischen pyramidenförmigen Fenstern verpasst bekam. Bauherren und Architektin verstanden hier die energetische Sanierung als Chance, um dem schlichten Zweckbau eine ganz neue, zeitgemäße Form zu geben.

Berlin & Hannover: Sanierung von Nachkriegsbauten

Besonders kritisch ist die Fassadensanierung bei anspruchsvollen Bauten aus den Nachkriegsjahrzehnten, denn deren Wirkung beruht auf der Qualität der Details.

Tag der Architektur 2012

Wenn aber filigrane Fensterrahmen immer öfter durch Kunststoff ersetzt werden und der Ziegel unter Thermo-Putz verschwindet, ist die Ästhetik dahin – eine Entwicklung, gegen die Denkmalschützer und Architekten heftig protestieren. Möglich sind energetische Modernisierungen auch hier, allerdings sind sie aufwändiger und teurer – gerade bei denkmalgeschützten Bauten. Denn um die Energieeffizienz heutigen Ansprüchen anzupassen, ohne die Fassade zu zerstören, müssen die Fenster in ihrer ursprünglicher Form nachgebaut, Dämmschichten von innen angebracht und die Heizungsanlagen erneuert werden.

Vielen Bauherren ist das zu teuer – ein Grund, weshalb man kaum noch Gebäude aus den 50er und 60er Jahren im Originalzustand sieht. Dass es sich lohnt, Nachkriegsbauten mit ihren ästhetischen Qualitäten ebenso ernst zu nehmen wie die klassizistische Villa oder das Mietshaus aus der Gründerzeit, beweisen die denkmalgerechte Sanierung der "Glas-Hoffmann"-Bauten in Berlin und der Berufsbildenden Schule Hannover aus den frühen fünfziger Jahren.

Berlin & Hannover: Neubauten, die Energie sparen

Tag der Architektur 2012

Auch beim Bau neuer Häuser ist Energieeffizienz in diesem Jahr das Thema schlechthin – nicht nur beim Fertighaus auf der grünen Wiese, sondern gerade auch bei gehobeneren Wohnbauten, die von Architekten geplant werden.

Einige der interessantesten Projekte sind deshalb Ein- oder Mehrfamilienhäuser, die eine energieeffiziente Bauweise mit anspruchsvoller zeitgenössischer Architektur verbinden. Eines der Highlights: das Mehrfamilienhaus in Berlin-Mitte von BCO Architekten, das nach dem Passivhaus-Standard gebaut wurde und höchste Energieffizienz mit einer ausdrucksstarken Fassade verbindet.

Tag der Architektur 2012

Auch im ästhetischen Sinne nachhaltig ist das Einfamilienhaus, das das junge Team von Sabo Architekten für eine Familie in Hannover entworfen hat. Sie verknüpfen eine zeitgenössische Fassadengestaltung mit natürlichen Materialien wie Holz und Ziegel, zusammengehalten durch die klassische, dauerhaft gültige Grundform mit Satteldach und Seitenflügel. Modische Spielereien, an denen man sich nach ein paar Jahren sattgesehen hat, sucht man hier vergebens.

Informationen zum Tag der Architektur:

www.tag-der-architektur.de
Von hier kommen sie zu den Angeboten der Architektenkammern in den Bundesländern, die jeweils über ihre Aktionen informieren.