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Der Wintergarten: Anbau für mehr zusätzlichen Wohnraum

Kaltwintergarten mit Glasschiebeelemente von Gartenhaus GmbH
Die Glasschiebeelemente eines Kaltwintergartens (hier Terrando über www.gartenhaus-gmbh.de) sollten regelmäßig gewartet werden.
© Gartenhaus GmbH
Wer im Glashaus sitzt, hat es gut: Es schenkt mehr Raum, viel Tageslicht und ist bei jedem Wetter ein Logenplatz in der Natur. So planen Sie Ihren Anbau vom Wintergarten.

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Im Grunde hat er den Namen "Vierjahreszeitengarten" verdient. Die Rede ist vom: Wintergarten. Dank Rundumverglasung, Wärmedämmung, Lüftung, Beschattung und angenehmen Heiztemperaturen bis 25 Grad herrscht hier jederzeit Urlaubsatmosphäre – selbst wenn es draußen schneit. Weiteres Plus: Er ist sogar Energiegewinner.

Planung des Wintergartens

Bevor Sie loslegen, sollten Sie bedenken, wie Sie Ihr neues Zimmer mit Aussicht nutzen möchten. Zum Frühstück mit Morgensonne? Oder als Homeoffice mit gleichmäßigem Nordlicht? Die meisten Sonnenstunden, aber auch viel Wärme gibt es bei Südausrichtung. Dann ist die Frage, wie groß der Wintergarten sein kann. Und: Was für eine Dachform ist ideal? Grundriss und Stil wollen zum Haus passen. Wichtig ist zudem, ob der Anbau an eine massive Wand mit Tür stößt, dann kann er ein eigenständiger Raum oder auch ein Kaltwintergarten (ohne Heizung) sein. Oder ist er offen und eine Erweiterung des Wohnbereichs, der Licht und Weite schenkt? Die konkrete Planung umfasst noch weitere Aspekte von Fundament und Statik über Lüftung, Heizung und Beschattung bis hin zur Dachneigung für den Regenwasserablauf. Hier kommt am besten ein Tischler, Wintergarten- oder Fensterbauer ins Spiel, der den Bau ausführt und idealerweise die Gewerke koordiniert. Auch den für Anbauten erforderlichen Antrag stellt der Fachbetrieb für Sie.

Welche Materialien eignen sich für den Anbau eines Wintergartens?

In der Regel besteht eine Wintergartenkonstruktion aus zwei bis drei Pfosten in der Front, den Dachsparren, dem Traufenprofil sowie dem Wandanschluss. In dieses Gerüst werden Fenster und Falt- oder Schiebetürenelemente eingebaut. 80 Prozent aller Wohnwintergärten sind aus Aluminium. Die schlanken, thermisch getrennten Profile sind stabil, wetterfest und lassen sich in fast jedem Ton beschichten. Auch Holz ist beliebt und kann farbig gestaltet werden. Königsklasse ist eine Kombination aus beidem, also nach innen Holz für das behaglich-natürliche Wohngefühl und nach außen Aluminium als Schutz gegen Wind und Wetter. Profile aus Kunststoff sind breiter und bieten zum Beispiel bei den Dachformen weniger Gestaltungsmöglichkeiten. Insgesamt gibt es eine große Variantenvielfalt. Gute Handwerksbetriebe haben verschiedene Hersteller in petto und können so ganz individuell auf Wünsche eingehen. Das kann sich zwar im Preis niederschlagen, dafür aber schwierige Fälle lösen oder anspruchsvolle Ideen verwirklichen.

Dachsysteme aus Aluminium mit filigranen Sparren und Schiebefenster von Solarlux
Dachsysteme aus Aluminium mit filigranen Sparren und Schiebefenster (www.solarlux.com) erlauben maximale Transparenz.
© Solarlux

Verglasung

Die Glasscheiben eines Wintergartens tragen wesentlich zur Wärmedämmung des Bauwerks bei. Bei Wohnwintergärten ist heute eine Isolierverglasung, die die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfüllt, selbstverständlich. Ebenfalls Standard ist die sogenannte "warme Kante", also das Material, das den Glasverbund am Rand einfasst. Früher aus wärmeleitendem Aluminium, ist die Kante inzwischen aus beständigerem Edelstahl oder aus Kunststoff, um Kondensat an den Scheibenrändern zu vermeiden. Je nach Lage von Haus und Wintergarten könnte einbruch- und sturzsicheres Glas ratsam sein. Auch eine Schallschutzausstattung ist von Vorteil, zeigt der Wintergarten zum Beispiel Richtung Straße. Sehr sinnvoll, besonders in schwer zugänglichen Dachbereichen, ist selbstreinigendes Glas (etwa von www.pilkington.com). Eine Sonnenschutzfunktion empfiehlt sich ebenfalls – allerdings wirkt sie auch im Winter, wenn man jeden Strahl auskosten möchte. Der Königsweg ist häufig, Sonnenschutzglas vor allem in Teilbereichen wie dem Dach einzusetzen.

Klima und Beschattung des Wintergartens

Bei intensiver Sonneneinstrahlung kann sich ein Wintergarten ganz schön aufheizen. Zuluftöffnungen im unteren Bereich sowie Entlüftung im First oder durch Dachfenster schaffen Abhilfe. Letztere gibt es bequemerweise auch mit Motor sowie Sensoren, die auf Wind, Regen oder Sonne reagieren – sehr nützlich, wenn man mal vergessen hat, die Fenster zu schließen. Unabdingbar für angenehme Temperaturen und sanfte Lichtstimmung sind innen oder außen liegende Beschattungssysteme. Innen liegende wie Plisseerollos oder Jalousien sind gleichzeitig Teil der Raumgestaltung. Hier darauf achten, dass kein Hitzestau entsteht. Beschattung von außen gehört zur Wintergartentechnik. Sie ist besonders effektiv, da sie die Wärme schon vor dem Fenster abschirmt. Die Auswahl an Formen, Farben und Funktionen ist riesig und erfüllt jeden Anspruch: Es gibt Markisen (etwa von Markilux), elektrisch betriebene Rollos, schicke Holzjalousien (maßangefertigt zum Beispiel von Jasno), wabenförmige Plissees (etwa von Duette) oder Sonnensegel. Eine großes Sortiment bietet www.schattenfinder.de. Auch hier hat der Fachmann im Zweifel den besten Rat. Und nicht vergessen: Insektenabwehr durch entsprechende Spannrahmen, Rollos oder Schiebeelemente einplanen!

Wintergarten von außen
© living4media / Obijn

Pflanzen und Möbel für den Wintergarten

Zur besonderen Erholungsoase wird der Wintergarten mit schöner Bepflanzung. Für warme Wohnwintergärten eignen sich tropische Gewächse wie Hibiskus oder subtropische wie die kletternde Bougainvillea. Schon bei Temperaturen ab 15 Grad entfaltet sie ihre volle Blütenpracht. Die Möblierung Ihres Glashauses sollte nicht zu ausladend, zu schwer oder zu dunkel sein, da das Bauwerk in der Regel filigran gestaltet ist. Tipp: Denken Sie daran, dass eine Glaswand auch den Blick auf nicht immer schöne Möbelrückseiten freigibt. Möglichkeiten der Beleuchtung gibt es zum Beispiel mit Strahlern, die in das Dachprofil integriert sind.

Pflege

Das Zusammenspiel von Beschattung, Belüftung und Heizung muss in einem Wohnwintergarten optimal ausbalanciert sein. Lüften hat hier eine größere Bedeutung als im Haus, denn der Wintergarten ist den physikalischen Auswirkungen des Wetters stärker ausgesetzt. Feuchtigkeit aus der Luft kann zudem von den meist glatten Materialien wie Fliesen, Glas und Aluminium nicht absorbiert werden. Schließt sich ein Wintergarten direkt an die offene Küche an, kommen zusätzlich Wrasen und Dampf ins Spiel. Um Tauwasser zu verhindern, ist regelmäßiger Luftaustausch wichtig. Entweder automatisiert durch entsprechende Vorrichtungen oder manuell durch Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern (s. Interview weiter unten) Wintergarten bedarf außerdem regelmäßiger Wartung. Darunter fällt auch das Prüfen der Dichtungen – sie dürfen nicht porös werden – und der Beschläge. Je komplexer und beweglicher die Elemente sind, desto mehr Aufmerksamkeit brauchen die Gelenke. Auch hier gegebenenfalls den Profi fragen, viele Betriebe bieten einen Wartungsservice an.

Rechtliches zum Wintergarten-Bau

Ob für den Bau eines Wintergartens eine Genehmigung benötigt wird, hängt grundsätzlich von zwei Faktoren ab: Der Größe des geplanten Projektes sowie das Bundesland, in welchem dieses umgesetzt werden soll, wobei nur wenige Bundesländer eine Genehmigungsfreistellung anbieten. In der Regel sind Anbauten, zu denen der Wintergarten gehört, bauantragspflichtig. Erkundigen Sie sich folglich beim Bauamt, ob Sie auf Ihrem Grundstück den Anbau realisieren dürfen und eine Baugenehmigung erhalten würden. Wollen Sie den Wintergarten nah der Grundstücksgrenze bauen, ist das Einverständnis der Nachbarn nötig. Als Faustregel gilt: Bei einem Anbau in Form eines Wintergartens beträgt der Mindestabstand zum Nachbarn in der Regel 2 1/2 bis 3 Meter.

Wintergarten-Lage

Grundsätzlich gibt die Lage des Hauses auf dem Grundstück die mögliche Richtung eines Wintergartens schon vor. Wer dennoch frei wählen kann, sollte die unterschiedlichen Vor- und Nachteile der Himmelsrichtungen einbeziehen. Ein Wintergarten an der Nordseite eines Hauses braucht keinen Sonnenschutz und überhitzt nicht, verlangt aber eine leistungsstarke Heizung. Ein Wintergarten-Anbau an der Südseite fängt Sonnenenergie und damit Wärme fürs ganze Haus ein, benötigt aber guten Sonnenschutz und Lüftung.

Beim Wintergarten Richtung Osten genießen Sie die Sonne am Morgen und am Mittag, ab dem späten Mittag ist der Wintergarten jedoch schattig, was ihn im Frühling und Herbst folglich dunkel macht. Ein Wintergarten Richtung Westen profitiert ab dem späten Mittag sowie abends von der Sonne. Heizen sich die Räume dadurch auf, kann die gespeicherte Wärme mit in die Nacht genommen werden. Nachteil: Hier bleibt der Vormittag dunkel.

Bodentiefe Fenster mit fest stehenden Rahmen, die ganz im Mauerwerk verschwinden
Fest stehende Rahmen, die ganz im Mauerwerk verschwinden, lassen viel freie Sicht (www.josko.com)
© Jasko

Alternative zum Anbau: bodentiefe Fenster

In modernen Häusern werden Wohnräume mit großen raumhohen Fenstern "wintergarten-like" gestaltet. Gute Wärmedämmwerte sind hier natürlich genauso wichtig. Ebenfalls sollte an Sicht-, Sonnen- und im Erdgeschoss an Einbruchschutz gedacht werden. In höheren Etagen sind eine Öffnungsbegrenzung der Fenster und eine Absturzsicherung notwendig. Ob ein Altbau nachgerüstet werden kann, entscheidet der Statiker, denn dafür müssen ja Wände geöffnet werden.

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