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Naturbursche: Nils Holger Moormann

Mit Stahlmöbeln feierte er Erfolge. Immer mehr aber entdeckt der Designer und Möbelhersteller Nils Holger Moormann den Reiz der Natur und hat sich in Bayern einen ganz eigenen Kosmos geschaffen: ein Hotel, eine Firma, ein Zuhause.
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Ein Kerl wie ein Schrank, massiv, breit und schwer – und schwärmt mit dröhnendem Bass liebevoll von Kühen: "Diese schönen Augen, die ruhige Gelassenheit, Wahnsinn. Kühe sind das Größte!" Das Kreuz tut ihm zwar vom Holzhacken weh, doch wirbelt er fast tänzerisch in der kleinen Küche mit Pfannen und Töpfen, komponiert sein Mittagessen: Pasta mit frischen Tomaten und Kräutern aus dem eigenen Garten. Nils Holger Moormann ist Genussmensch und Grübler, Unternehmer und Abenteurer, Jurist und Freigeist.

Er verdient sein Geld mit minimalistischen Designmöbeln, wohnt aber in einem Bauernhaus voller Patina, mit knarzenden breiten Bohlen und Blümchen vor den Fenstern. Kein Widerspruch für ihn, wie er auch als ehrenamtlicher Gemeinderat immer wieder dafür kämpft, dass es selbst beim dörflichen Bauen nicht um ein Entweder-oder gehe. "Altes gedankenlos wegzureißen, ist doch genauso dumm, wie ewig und brav alles vor sich hinjodeln zu lassen. Modern und Alt kann supergut zusammenpassen, aber beides muss Qualität haben." Dabei wirkt der Stilmix, den der geborene Schwabe und heutige Wahlbayer selbst wohnt und lebt, gerade vor dem rustikalen Umfeld im Chiemgau besonders leichthändig, verspielt und gewitzt.

Kistenbretter vom Markt, bemalt mit Früchten und Gemüse, schmücken die Küche. Über einem großen Ess- und Arbeitstisch hängen Glühbirnen an einem knorrigen Ast, an den Wänden comicartige Bilder mit Country-Szenen. Vor dem Kamin steht sein Lesesessel auf einer Gummirolle, wie eine Schubkarre, die mal näher ans, mal weiter weg vom Feuer rückt – Temperaturregelung à la Moormann. Fast alles ist ironischer Kommentar des Gewohnten und doch ernst gemeint und alltagstauglich. Moden und Trends sind Moormann ohnehin egal, eher belustigt sieht er, "dass der Zeitgeist mir im Moment mal entgegenkommt. Man darf rumcollagieren." Sogar Kitsch gehe, "schlimm finde ich nur, wenn es zu bombastisch wird. Man muss seine eigene, authentische Mischung suchen!"

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Moormanns Stil- und Lebensstilsuche ist weniger das Ergebnis gewachsener Planung als eine Melange aus resoluten, missionarischen Überzeugungen und Zufällen – wie sein ganzes Leben. "Trial and error" nennt er das lakonisch, mit seinen fast 1,90 Metern etwas in die neue, minimalistische Tisch-Bank-Garnitur gezwängt, einen leichten Wein vor sich und in die Mittagspausen-Sonne blinzelnd.

Ein Spätstarter sei er, habe lange nicht gewusst, wohin mit seinem Temperament und seiner Kreativität. Der Vater, Textilunternehmer aus Stuttgart, zwingt ihn zum Jurastudium, in den Ferien jobt er als Hundefutter-Werber, Postsortierer und Auto-Überführer. Auf einer dieser Fahrten erzählt ihm ein Anhalter von Münchner Architekten, die Möbel neu erfinden wollen, aus Stahl statt Holz und voller Spaß statt biederem Ernst. "Ich hab mir das angeguckt und wusste in einer Sekunde: Das ist es, darauf hast du gewartet."

Er gibt sein Studium auf und fährt als Möbel-Außendienstler quer durch die sich wandelnde Designszene der Achtziger, voller Euphorie und Staunen, was es alles gibt und was alles geht. Mit Ende zwanzig wagt er den Sprung in die eigene Firma und hat mit einem klappbaren Schuhschrank und einem gekrümmten Stahlregal sofort Erfolg. Ein Kuhstall wird sein erstes Lager, heute sind selbst weiträumige Pferdestallungen zu klein geworden für die prosperierende Firma.

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Die Suche nach Ausweichmöglichkeiten führt Moormann ungeplant in ein ganz anderes Abenteuer. Weil es baurechtliche Schwierigkeiten gibt, er aber schon das Grundstück mit einem verfallenden Hotel darauf gekauft hat, tritt er die Flucht nach vorn an und macht seine eigene, sehr eigenwillige kleine Herberge auf ("Berge"), ganz im Moormann-Stilmix zwischen Reduktion, Rustikalität und Ironie.

Alles könnte gut sein, da schlägt das Schicksal brutal zu: Bei einem Fahrradurlaub mit seiner langjährigen Lebensgefährtin, einer Landschaftsarchitektin, haben beide einen schweren Unfall in Afrika, den die Frau nicht überlebt. Moormann verliert die späte, große Liebe seines Lebens. Zwei Jahre ist das her, und woraus er früher auch gerne mal ausgebrochen ist, das gibt ihm jetzt Halt: die Routine und die Rituale der Firma, der Kleinkosmos der Moormann-Welt. Ruhiger sei er geworden, auch leiser und nachdenklicher. Naturliebhaber war er immer schon, neu ist sein Schwärmen für den Garten. Der fasziniert ihn so sehr, dass er nach Geschäftsreisen spätabends noch mit der Taschenlampe rund um sein Haus streift und sich über Wachstumsfortschritte freut. "Zu sehen, welche Kraft die Natur hat, das ist auch eine Form von Glück!"

Kontakt

Nils Holger Moormann GmbH
An der Festhalle 2
83229 Aschau im Chiemgau
Tel: +49 (0) 80 52 - 90 45-0
Fax: +49 (0) 80 52 - 90 45-45
E-Mail: info@moormann.de
www.moormann.de