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Gipfelstürmer: Classicon

Classicon ist die Synthese aus Klassik und Zeitgenössischem, wie im Namen (zusammengesetzt aus Classic und Contemporary) angedeutet. Geleitet wird das Unternehmen von Oliver Holy, einem Urenkel von Hugo Boss.
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Oliver Holy liebt die Berge. Im Oberengadin besonders, wo sie eben gar nicht eng beieinanderstehen, sondern gerade so, dass der Blick weit schweifen kann und die Sonne auch am Nachmittag ins Tal fällt. Er ist ein leidenschaftlicher Skifahrer, immer gewesen. Der Unfall, den er mit acht Jahren hatte, hat nichts daran geändert, auch wenn er seit diesem Tag im Rollstuhl sitzt. Er organisierte sich Spezialanfertigungen, die ihm das Fahren weiter erlauben. Es ist jetzt mehr als zwei Jahre her, da steht er morgens um acht mit solch einem Rennski oben am Berg. Er möchte die Zeit nutzen, solange die Pisten leer sind.

Gleich bei der ersten Abfahrt zerreißt es ihn, der Arm ist zwölf Mal gebrochen. Für Holy, der mit nur einem Arm seinen Rollstuhl kaum bewegen kann, bedeutet das einen zweimonatigen Krankenhausaufenthalt. Er liegt im Bett und kann nichts tun außer lesen, im Internet surfen und aus dem Fenster schauen. Und die wichtigste Lehre aus dieser Zeit? "Ich habe gemerkt, dass ich mir nicht so viele Sorgen zu machen brauche, viel mehr delegieren kann. Dass in der Firma Menschen sitzen, die auch ohne mich die richtigen Entscheidungen treffen."

Die Firma, das ist Classicon. Seit mehr als zehn Jahren ist Oliver Holy Geschäftsführer des Münchener Möbelunternehmens, das außer Entwürfen von Eileen Gray oder Otto Blümel auch solche von Konstantin Grcic oder dem jungen Designtrio Foruse im Programm hat. Eine Synthese aus Klassik und Zeitgenössischem, wie im Namen (zusammengesetzt aus Classic und Contemporary) angedeutet.

Holy mag es schnell und direkt

Neun Mitarbeiter sitzen mit Holy auf einer Ebene im ersten Stock, man könnte es ein Großraumbüro nennen, wenn das nicht eine Beleidigung für diese Räume voller moderner Kunst und großartigem Möbeldesign wäre. "Man mag mich altmodisch nennen", sagt Holy, der 36 ist, "aber nach meiner Erfahrung funktioniert das gemeinsame Arbeiten am besten, wenn man miteinander spricht. Telefonieren mit jemandem, der drei Meter von mir sein Büro hat, ist albern und meist nicht so effektiv."

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Holy beginnt jeden Arbeitstag im Lager. "Will man wissen, wie es uns im Moment geht, erfährt man es hier: Gibt’s Reklamationen? Welcher Artikel muss nachbestellt werden? Wieso steht diese Lieferung immer noch da?" Das Lager war auch eine wichtige Station in Holys selbst verordnetem Firmen-Kennenlern-Zirkeltraining, bei dem er jeweils Wochen in den unterschiedlichen Abteilungen von Produktentwicklung bis Buchhaltung verbrachte, um ein Gefühl für die entsprechenden Bereiche zu bekommen. Möglicherweise auch, um dem Ruf entgegenzuwirken, dass einer wie er sich ja alles kaufen könne, ohne die notwendigen Qualifikationen zu haben.

Vom Hörsaal in den Chefsessel

Oliver Holy ist der Urenkel von Hugo Boss, sein Vater und sein Onkel, Jochen und Jürgen Holy, haben die Marke weltbekannt gemacht, dann verkauft und führen heute noch erfolgreich die Labels Windsor und Strellson. Das Leben ausschließlich dem Skifahren und dem Betrachten der Berge zu widmen wäre also durchaus ein realisierbares Lebensmodell. Stattdessen fragt ihn sein Vater, als Oliver Holy kurz vor seinem Examen als Jurist steht, ob er sich vorstellen kann, die Nachfolge Stephan Fischers von Poturzyn zu übernehmen.

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Letzterer, ein Freund Jochen Holys, hat Classicon 1990 gegründet, die Lizenzen für Klassiker der Moderne gesichert, damalige Jungtalente wie Grcic dazugeholt – aber keinen Erben. Und Oliver Holy wollte nach dem Studium unbedingt im Bereich von Kunst und Design arbeiten. Das Angebot des Vaters, die Firma mit ihm als Geschäftsführer in die Holy- Gruppe zu integrieren, nimmt er sofort an, bricht das Studium ab und hat das nie bereut.

Kein Wunder, er macht, was er immer machen wollte, und er macht es gut. Hat das Portfolio behutsam erweitert, jüngst die Modelle des in Brasilien legendären, in Europa aber weitgehend unbekannten Designers Sergio Rodrigues ins Programm geholt und damit einen Coup gelandet. Wie gut sich die Entwürfe des Südamerikaners auch in München-Riem machen, kann man im Showroom des Firmensitzes sehen, den der Architekt Joachim Jürke 2002 realisiert hat. Ein spektakulärer, hochmoderner Bau, mit viel Sichtbeton, massiv und trotzdem sehr elegant.

An guten Tagen sieht man von der Südseite, also dort, wo Holys Schreibtisch steht, die Alpen. "Herrlich", findet er das. Auch damals im Krankenhaus, vor zwei Jahren, habe er so ein irrsinniges Glück gehabt, sagt er: "Ich lag in Murnau und hatte ein Bett, von dem aus ich genau auf die schneebedeckte Zugspitze schauen konnte. Wunderschön."

Kontakt

ClassiCon GmbH
Sigmund-Riefler-Bogen 3
81829 München
Tel.: +49 89 74 81 33-0
Fax: +49 89 74 81 33-99
E-Mail: info@classicon.com
www.classicon.com