Die Wohnungsübergabe

Vor dem finalen Umzug ins neue Zuhause steht meistens die Wohnungsübergabe der alten Wohnung. Wir sagen, was Sie im Vorfeld beachten sollten.

Protokoll zur Wohnungsübergabe vom Deutschen Mieterbund
Wer auszieht, muss sich vor der anstehenden Wohnungsübergabe nicht sorgen. Vielmehr soll die Wohnungsübergabe dem ehemaligen Mieter, aber auch dem Vermieter, Schutz vor unliebsamen Überraschungen geben. Außerdem lässt sich mit einer einvernehmlichen Wohnungsübergabe eine vorhandene Mietkaution, die beim Einzug geleistet wurde, schnell freigegeben. Vorausgesetzt natürlich, dass der Mieter die Wohnung besenrein und frei von Gegenständen übergibt.

Notwendige Renovierungsarbeiten

Notwendige Renovierungsarbeiten Foto: Shutterstock
Kommt es bei einer Wohnungsübergabe dennoch zum Streit, ist das häufig die unterschiedliche Meinung über die zu leistenden Renovierungsarbeiten. Hier gab es in den vergangenen Jahren diverse Urteile zugunsten der Mieter. Vor allem so genannte Schönheitsreparaturklauseln im Mietvertrag, die den Mieter allein für den Erhalt der Wohnung verantwortlich machten, wurden für unwirksam erklärt. Daher ist es ratsam, den Mietvertrag vor der Wohnungsübergabe von einer Beratungsstelle überprüfen zu lassen. Mit einer Rechtsberatung wissen Sie dann genau, ob und in welchem Umfang Pinsel und Farbroller vor der Wohnungsübergabe geschwungen werden müssen.

Schäden in der Wohnung

Bei massiven Flecken im Teppich oder einer beschädigten Badewanne ist die Rechtslage schon klarer. Denn dem Vermieter steht das Recht zu, seine Wohnung im ursprünglichen Zustand bei der Wohnungsübergabe übergeben zu bekommen. Unsachgemäße Nutzung wie das berühmte Brandloch im Teppich sind daher Schäden, die vom Mieter vor der Wohnungsübergabe ersetzt oder behoben werden müssen. Doch keine Sorge, Sie müssen vor der Wohnungsübergabe nicht gleich den ganzen Teppichboden herausreißen. Vielmehr kann hier eine Entschädigung in Form einer Ausgleichzahlung erfolgen. Dabei muss auch nicht der Neuwert des beschädigten Gegenstandes bezahlt werden, sondern sein noch vorhandener Zeitwert. Er bemisst sich an der normalen Lebensdauer des Gegenstandes, dem einstigen Anschaffungspreis und seinem tatsächlichen Alter.
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Vorsicht ist geboten bei Übernahmen vom Vormieter wie eine Einbauküche, für die Sie sogar einen Abschlag gezahlt haben. Leider kann der Vermieter auch hier bei der Wohnungsübergabe verlangen, die Wohnung in den Ursprungszustand ohne Küche zu versetzen. Gleiches gilt für Wanddurchbrüche oder Vertäfelungen – selbst dann, wenn der Vermieter von den Umbauarbeiten wusste.
Von einem Schadensersatz ausgenommen sind Abnutzungserscheinungen. Das kann sowohl der Parkettboden sein, der im Laufe der Jahre unansehnlich wurde, als auch Kalkablagerungen auf Badarmaturen. Hier bedarf es keiner Entschädigungszahlung, da solcher Verschleiß mit der gezahlten Miete abgegolten ist. Sollte bei der Wohnungsübergabe hier Ersatz verlangt werden, können Sie das ruhig ablehnen.

Übergabeprotokoll

Übergabeprotokoll Foto: Shutterstock
Auf der sicheren Seite sind Mieter, wenn sie bei der Wohnungsübergabe mit dem Vermieter zusammen ein Übergabeprotokoll erstellen. Mit solch einem Wohngsübergabe-Protokoll wird der Zustand der Wohnung schriftlich dokumentiert. Gehen Sie dafür mit Ihrem Vermieter bei der Wohnungsübergabe am besten jeden Raum der Wohnung einzeln durch und halten Sie etwaige Beanstandungen fest. Ist ein Raum frei von Mängeln, ist das bei der Wohnungsübergabe ebenfalls im Protokoll zu verzeichnen. Auch die Zählerstände von Gas, Strom und Wasser sollten Sie inklusive der Zählernummern bei der Wohnungsübergabe schriftlich festhalten. Die Anzahl der Schlüssel und etwaige fehlende Exemplare sind ebenfalls bei der Wohnungsübergabe im Protokoll einzutragen. Zum Schluss ist das Wohnungsübergabe-Protokoll von beiden Seiten mit Datum zu unterschreiben. Das Ganze mag aufwändig klingen, es mindert jedoch das Risiko, noch Wochen nach der Wohnungsübergabe mit Mängeln konfrontiert werden, die Sie gar nicht verursacht haben.