Offene Wohnküche planen

Eine offene Wohnküche ist für viele ein lang gehegter Traum. Setzen Sie ihn in die Realität um! Wir geben Tipps, worauf Sie beim Planen achten sollten.

Foto: Bernd Borchardt
Neue Küchensysteme sind häufig so schön, dass man sie nicht hinter einer verschlossenen Tür verstecken möchte. Offene Wohnküchen liegen im Trend. Mit der richtigen Planung lässt sich der Wohntraum gelungen realisieren.
Vorüberlegungen zur Küchenplanung
Wie bei einer geschlossenen Küche sind auch bei der Planung einer offenen Küche die räumlichen Gegebenheiten ausschlaggebend. Daher sollten Sie, wenn Sie ein Haus planen, rechtzeitig die Küchengestaltung mit einbeziehen. Nur so können von Anfang an die notwendigen Anschlüsse für Wasser, Strom und Gas an den richtigen Stellen installiert werden.

Bei Modernisierungen und Umbauten hingegen ist zunächst wichtig, eine offene Raumsituation zu schaffen, bevor es in die Feinplanung der Küche geht. Hier hilft ein Architekt weiter. Meistens lassen sich die vorhandenen Wände ohne Problem mit Durchbrüchen ganz oder zumindest teilweise öffnen, so dass sich auch in Altbauten eine offene Küche realisieren lässt.
Offene Wohnküche – ja oder nein?
5 Tipps für offene Küchen

  • Nutzen Sie Tresen und Küchenblöcke für eine kommunikative Küchensituation.
  • Achten Sie auf leistungstarke Dunstabzugshauben.
  • Investieren Sie in leise Küchengeräte wie Geschirrsspüler und Kühlschrank.
  • Achten Sie auf ein harmonisches und durchgängiges Raumkonzept.
  • Planen Sie genug Stauraum ein für eine aufgeräumte Küche.

Neben den räumlichen Möglichkeiten sind auch die eigenen Wünsche ausschlaggebend. Nur weil etwas im Trend liegt, heißt das noch lange nicht, dass es für jeden ideal ist. Generell ist daher die Frage, ob eine offene Küche überhaupt zu den eigenen Wohnwünschen passt. Denn eine offene Küche bedeutet, dass Küchenschränke, Geräte und ggf. der Abwasch für jeden sichtbar sind. Wem das zu viel Transparenz beim Wohnen ist, sollte von einer offenen Küche Abstand nehmen.
Foto: Christian Schaulin
Auf der anderen Seite hat eine offene Küche viele Vorteile. Einer der wichtigsten: Eine offene Küche fördert Kommunikation und Geselligkeit. Nicht nur, wenn Besuch da ist, ist es angenehm, an den Tischgesprächen teilnehmen zu können, während man den nächsten Gang vorbereitet. Auch im Alltag können Gespräche vom Küchenbereich weitergeführt werden, ohne die Arbeit am Herd unterbrechen zu müssen. Und Eltern haben in einer offenen Küche ihre spielenden Kinder im Blick, selbst wenn sie gerade Mahlzeiten vorbereiten. Neben diesen Vorteilen vergrößert eine offene Wohnküche außerdem den Wohnbereich, weil verschiedene Tätigkeiten nicht in separaten Räumen stattfinden. Fließende Übergänge zwischen Kochen, Essen, Arbeiten, Lesen und Fernsehen verhindern kleinteilige und damit einengende Grundrisse.
Grundrisslösungen für offene Küchen
Bei offenen Küchen kommen die fünf typischen Grundrisse einer Küche zum Einsatz. Neben ein- und zweizeiligen Varianten können offene Wohnküchen auch L-, U- und sogar G-förmig angeordnet sein. Letzteres ist zumeist die Erweiterung einer rechtwinklig angeordneten Küchenzeile mit einem abschließenden Tresen. Im Gegensatz zu geschlossenen Küchen ist bei der offenen Küche mindestens eine Seite zum Wohnraum hin geöffnet.

Für einen reibungslosen Arbeitsablauf in der Küche ist außerdem die räumlich nahe Anordnung von Herd, Kühlschrank und Spüle wichtig. Hierbei wird häufig von einem "magischen Dreieck" gesprochen, in dem oder an dessen Rand sich alle weiteren zum Kochen unerlässlichen Utensilien wie Töpfe, Kochlöffel und Messer befinden sollten. Planen sie daher eine solche Anordnung ein, denn Sie ersparen sich unnötige Wege.
Kücheninsel und Tresen
Kücheninsel und Tresen Foto: Heike Schöder
Ein besonders schönes Gestaltungselement bei offenen Wohnküchen ist ein frei stehender Kochblock. Er bildet einen optischen wie praktischen Raumtrenner zwischen Koch- und Wohnbereich. Hier können beispielsweise ein Herd oder eine Spüle untergebracht sein. Wer gerne Gäste einlädt, wird von den Möglichkeiten des geselligen Kochens begeistert sein. Vor allem, wenn von zwei Seiten gleichzeitig gekocht werden kann. Neben einer Kochinsel sind reine Arbeitsblöcke eine sinnvolle Alternative. Sie enthalten keine Geräte, dienen aber als zusätzliche Arbeitsfläche und Stauraum. Da bei ihnen die Installation der Anschlüsse entfällt, sind sie weniger aufwändig und daher auch günstiger zu realisieren.

Wenn generell der Platz für einen frei stehenden Küchenblock fehlt, bietet sich eine Lösung in Form einer Halbinsel an. Statt frei im Raum zu stehen, grenzt der Küchenblock dann mit einer Seite an die Wand oder die Arbeitsfläche an. Das spart wichtigen Platz in kleineren Räumen.

Neben dem Küchenblock ist ein Tresen ebenfalls eine schöne Erweiterung für die offene Wohnküche. Er kann sich wahlweise am schon bestehenden Küchenblock befinden oder eigenständig im Raum stehen. Ob mit oder ohne Hocker ist er als Ergänzung zum Esstisch der geeignete Ort für einen schnellen Snack, den Laptop oder den Empfang für Gäste zum Aperitif vor einem Abendessen.
Küchengeräte für eine offene Wohnküche
Küchengeräte für eine offene Wohnküche Foto: Ferdinand Graf Luckner
Wer sich für einen offenen Übergang zwischen Küche und Wohnbereich entscheidet, darf nicht vergessen, dass in der Küche nicht nur Kaffee gekocht wird: Essensgeruch gelangt auch in den Wohnraum. Leistungsstarke Dunstabzugshauben, auch Essen und Wrasenabzug genannt, bieten hier Abhilfe. Je nach Bauart transportieren sie den Großteil der Gerüche oder Fette gleich nach draußen oder reinigen im Umluftbetrieb mit Aktivkohlefilter.

Neben dem effektiven Neutralisieren von Essensgerüchen sollte die Dunstabzugshaube auch leise sein. Gleiches gilt für die Geschirrspülmaschine und den Kühlschrank. Denn bei einer offenen Wohnküche dämpft keine Tür die Betriebsgeräusche. Sie möchten im Wohnbereich oder am Esstisch nicht unbedingt mitbekommen, wann der Kompressor des Kühlschranks anspringt oder die Geschirrspülmaschine Wasser nachpumpt. Achten Sie daher bei der Auswahl der Küchengeräte auf leise Varianten, die nahezu jeder Hersteller im Programm hat. Es sei denn, Sie lassen zum Beispiel die Geschirrspülmaschine nur dann laufen, wenn Sie abends zu Bett gehen.
Verbindung zum Wohnraum
Verbindung zum Wohnraum Foto: Helmut Hassenrücks
Neben dem Kochen will man in einer offenen Küche auch wohnen. Damit die Raumkombination auch als wohnlich empfunden wird, sollten Sie auf abgestimmte Farben, Materialien und Formen achten. So wirkt der Küchenbereich nicht wie ein Fremdkörper, sondern wird als funktionale Erweiterung des Wohnraumes wahrgenommen.

Planen Sie zudem ausreichend Stauraum ein, damit auf der Arbeitsfläche Ihrer offenen Wohnküche nichts Unnötiges steht. Ansonsten könnte schnell ein unruhiger, im schlimmsten Fall sogar unordentlicher Eindruck entstehen. Hilfe bietet der bereits angesprochene Tresen. Hinter ihm verschwindet nicht nur der Herd, sondern bei Bedarf auch das benutzte Geschirr, so dass es vom Essplatz nicht mehr gesehen wird. So wirkt die Wohnküche immer aufgeräumt und ordentlich.