Das Ledersofa

Ledersofa "Murphy" von Sitzfeldt

Ledersofa "Murphy" von Sitzfeldt

Foto: sitzfeld.com

Bei einem neuen Sofa geht nichts über echtes Leder - es fühlt sich angenehm an, sieht edel aus und wird bei richtiger Pflege mit der Zeit immer schöner. Wir stellen unsere Auswahl der schönsten Ledersofas vor. Außerdem: kleines ABC der Lederarten, Pflegetipps und woran Sie hochwertiges Leder erkennen.

Ganz klar - ein Ledersofa ist ein Hingucker. Automatisch streichen wir mit der Hand darüber und genießen die angenehme Haptik. Und genau das ist es, was ein Ledersofa so besonders macht - das echte Leder. Der Bezug fühlt sich weich an und ist robuster, als man gemeinhin vermutet: Ein Ledersofa ist pflegeleichter als so manches Stoffsofa und dadurch zum Beispiel auch für Familien geeignet.

Ledersofa - glatt oder rau?

Welches Leder und welches Design Sie für Ihr Ledersofa wählen, ist natürlich Geschmackssache. Dennoch gibt es beim Bezug für ein Ledersofa einiges zu beachten. Im Allgemeinen muss man sich zwischen glattem und rauem Leder entscheiden.

Ein Ledersofa mit glattem Leder ist unempfindlicher und kann leichter gereinigt werden. Bei Glattleder liegt die Hautseite, die so genannte Narbenseite, nach außen. Mit einem so genannten vollnarbigen Ledersofa kann man fast nichts falsch machen, denn es ist sehr strapazierfähig. Das Leder ist gut einen Millimeter dick, angenehm weich und fühlt sich glatt an. Glattleder lässt sich leichter färben als raues Leder und ermöglicht eine größere Farbpalette für ein Ledersofa. Typische glatte Ledersorten sind Anilin- oder Semianilinleder.
Ledersofa "Arild" in Narben-Rindsleder von Ikea

Ledersofa "Arild" in Narben-Rindsleder von Ikea

Foto: Ikea
Raues Leder fühlt sich samtiger an, ist weniger dehnbar und wirft weniger Falten. Der Nachteil: Ein Ledersofa mit rauem Leder ist empfindlicher. Deshalb sind Rauleder häufig mit einer Polyurethanschicht versiegelt, um es vor Feuchtigkeit zu schützen. Die Versiegelung macht das Ledersofa strapazierfähig. So ist ein Ledersofa mit rauem Leder bedingt auch für Familien geeignet. Typische raue Ledersorten sind Nubuk-, Velours- oder Wildleder.

Typische Leder für Ledersofas

Rindsleder: Rindsleder ist das bei Möbeln am weitesten verbreitete Leder. Es ist robust, widerstandsfähig und als pigmentiertes Glattleder besonders gut für ein Ledersofa geeignet. Die Pigmentschicht sorgt für einen starken Schutz. Rindsleder kann zu verschiedenen Ledersorten weiterverarbeitet werden.

Anilinleder: Anilinleder wird durchgefärbt und ist ein offenporiges Glattleder, das noch die natürliche Hautmaserung erkennen lässt. Ein Ledersofa mit diesem Leder ist meistens teuer und empfindlich, da Feuchtigkeit in das Leder einzieht. Meist wird es aus Rinder- oder Büffelhäuten gefertigt.

Semianilinleder: Im Gegensatz zu Anilinleder, das ganz offenporig und sehr empfindlich ist, sind Semianlinleder robuster und wasserresistenter. Ein Ledersofa mit diesem Leder ist jedoch längst nicht so pflegeleicht wie ein Ledersofa mit pigmentiertem Glattleder.

Nappaleder: Nappaleder bezeichnet besonders weiches, chromgegerbtes Glattleder mit vollen Narben - ideal fürs Ledersofa. Es kann aus unterschiedlichen Tierhäuten wie Kalb oder Schaf gefertigt werden.
Nubukleder: Nubukleder ist ein raues Leder. Es wird auf der glatten Narbenseite angeschliffen und erhält so eine samtige Oberfläche. Die Atmungsaktivität erhöht sich und ein Ledersofa mit Nubukleder fühlt sich angenehm weich und warm an.
Veloursleder: Veloursleder ist ein Sammelbegriff für Lederarten mit rauer Oberfläche. Im Gegensatz zum sehr samtigen Nubuk fühlt sich ein Ledersofa mit Veloursleder deutlich aufgerauter an.

Ledersofa-Eigenschaften

Ganz egal, wie ein Ledersofa aussieht, die typischen Eigenschaften bekommt das Ledersofa erst durch seinen natürlichen Bezug. Daher lohnt es sich, in echtes Leder zu investieren. Ein hochwertiges Ledersofa überträgt seine Materialeigenschaften auf das Möbelstück und macht es zu einem lebenslangen Begleiter.

Gutes Leder ist ein strapazierfähiges, wasserabweisendes Naturprodukt. Das macht das Ledersofa zu einem unkomplizierten und robusten Möbel. Licht, Sonne und Abnutzung lassen ein Ledersofa im Laufe der Zeit altern und verleihen ihm Patina. Das kann ihm allerdings auch zum Nachteil werden, denn bei intensiver Lichteinstrahlung kann sich ein Ledersofa an manchen Stellen unschön verfärben.
Mit Schwung und hohem Sitzkomfort: Ledersofa "Hangout" von Bretz

Mit Schwung und hohem Sitzkomfort: Ledersofa "Hangout" von Bretz

Foto: Bretz
Auch wird Leder oft als kaltes Material empfunden. Doch je hochwertiger das Leder auf einem Ledersofa ist, umso schneller erwärmt es sich auf Körpertemperatur - ein Qualitätsmerkmal, das man gut beim Probesitzen testen kann.

Ein unschlagbarer Vorteil: Ein Ledersofa ist leicht zu reinigen. Viele Flecken lassen sich einfach abwischen und hinterlassen auf dem Ledersofa keine Spuren.

Pflegetipps fürs Ledersofa

So robust ein Ledersofa auch ist, ein wenig Pflege braucht es trotzdem. Stauben Sie das Ledersofa einmal pro Woche mit einem weichen Baumwolltuch ab und einmal im Monat mit einem feuchten Tuch. Gönnen Sie Ihrem Ledersofa hin und wieder ein spezielles Lederpflegemittel. Doch Hände weg von Fleckenentfernern, Lösungsmitteln, Bohnerwachs, Terpentin, Schuhcreme oder Hautfett. Die aggressiven Reinigungsmittel können dem Ledersofa schaden oder dunkle Flecken hinterlassen.

Vermeiden Sie auch kräftiges Rubbeln, dadurch können unansehnliche Glanzflecken entstehen. Stattdessen lassen sich kleine Verschmutzungen mit Gummibürsten oder farblosen Radiergummis vom Ledersofa entfernen. Feuchtigkeit sollte am besten sofort mit einem Tuch aufgenommen werden. Ein Ledersofa mit rauem Leder können Sie auch staubsaugen und Fettflecken im Kopfbereich mit stark verdünnter Essigessenz abtupfen.

Unser Tipp: Setzen Sie das Ledersofa keinem direkten Lichteinfall oder der direkten, intensiven Wärme einer Heizung aus. Beides kann die Oberfläche des Ledersofas austrocknen und verfärben.

Die Qualität eines Ledersofas erkennen

Variabel: Ledersofa "Piu" von Intertime

Variabel: Ledersofa "Piu" von Intertime

Foto: Intertime
Bevor Sie ein Ledersofa kaufen, empfehlen wir, noch vor Ort den ersten Qualitätstest zu machen: Fahren Sie mit den Fingern über das Ledersofa. Fühlt es sich weich, geschmeidig und nicht zu kalt an, dann stimmt die Qualität. Außerdem sollte das Leder überall gleichmäßig stark sein.

Machen Sie nun den Farbtest. Ein Ledersofa wird entweder komplett durchgefärbt, wobei kleine Kratzer oder Abnutzungen später weniger auffallen, oder lediglich mit Farbe besprüht. Wenn Sie ein Taschentuch leicht anfeuchten, eine Minute auf das Ledersofa drücken und das Tuch weiß bleibt, färbt das Ledersofa auch später nicht ab. Natürlich darf der obligatorische Sitztest nicht fehlen. Achten Sie hier zuerst darauf, wie schnell sich das Leder Ihrer Körpertemparatur anpasst. Je schneller dies der Fall ist, desto höher die Qualität des Leders.

Ein hochwertiges und gut verarbeitetes Ledersofa hält bei richtiger Pflege deutlich länger als Stoff. So wertet ein Ledersofa jede Einrichtung auf und wird mit der Zeit immer schöner.