Leuchten und Lampen mit LED
Stromfressende Glühbirnen und quecksilberhaltige Energiesparlampen haben LEDs hoffähig gemacht. Dabei ist LED-Technik nicht nur ökologisch, sondern ermöglicht auch neues Leuchtendesign.
Noch vor wenigen Jahren war die LED (Englisch für light-emitting diode, auf Deutsch lichtemittierende Diode) maximal als Anzeigenbeleuchtung in technischen Geräten bekannt. Dass man mit solch einer LED auch ganze Räume beleuchten kann, schien unrealistisch. Das hat sich geändert. Die LED tritt zunehmend ihren Siegeszug in modernen Lampen und Leuchten an. Kaum ein Hersteller, dem das nicht bewusst ist. Und das EU-Glühbirnenverbot mit dem Aus für 100-, 75- und 60-Watt-Lampen tat sein Übriges, um verschiedene Formen von Energiesparlampen ins Bewusstsein der Verbraucher zu bringen. Als Leuchtmittel der nächsten Generation rücken Leuchten und Lampen mit LED nun auch immer öfter in unser Blickfeld.
LED – was bedeutet das genau
Foto: Fotokostic
Während in der Glühbirne ein gewundener Metallfaden leuchtet, funktioniert eine LED anders. Eine LED ist ein elektrisches Bauelement, in dem sich ein kleiner Kristall befindet, der durch Strom zum Leuchten angeregt wird. So erklärt sich auch der Name: lichtemittierende Diode - LED. Im Gegensatz zu anderen Leuchtmitteln geht bei der LED die Umwandlung von Strom in Licht ohne großen Energieverlust vonstatten. So kann eine LED bis zu 30 Prozent des Stroms in Licht umwandeln. Im Vergleich: Bei einer herkömmlichen Glühbirne sind es nur 5 Prozent des Stroms, die Licht erzeugen. Der Rest geht als Wärme verloren. So kann eine LED-Lampe im Vergleich zu einer herkömmlichen Glühlampe bis zu 90 Prozent Strom einsparen.
Welche Lichtfarbe eine LED ausstrahlt, hängt vom verwendeten Kristall im Inneren ab. Für weißes Licht im Wohnbereich wird eine blau leuchtende LED benutzt, die mit einem fluoreszierendem Leuchtstoff letztendlich weißes Licht abstrahlt.
Macht eine LED auch warmes Licht?
Die klare Antwort auf die Frage nach warmem Licht einer LED lautet: ja! Aber das war nicht immer so. Die ersten LED-Generationen hatten häufig eine Farbtemperatur von 3.000 Kelvin (K) und mehr. Das bedeutet kaltweißes Licht. Geprägt vom warmweißen Licht einer Glühlampe mit einer Farbtemperatur von 2.700 K wurde das Licht der ersten LED-Lampen im Wohnbereich als zu kalt und bläulich empfunden. Viele Erstkäufer einer LED-Lampe waren damit zu Recht enttäuscht.
Heute ist Warmweiß für eine LED kein Problem mehr, weswegen auch viele Lampen und Leuchten in dieser Lichtfarbe angeboten werden. Im direkten Vergleich ist zwischen dem Licht einer LED und einer Glühlampe kaum noch ein Unterschied zu erkennen. Einige Hersteller bieten sogar an, die Lichtfarbe einer LED-Leuchte und -Lampe selbst zu steuern. So besitzt die Leuchte "Ledino" von Philips einen drehbaren Filter, mit dem der Anwender die Lichtfarbe der LED von Warmweiß (2.500 K) bis Neutralweiß (3.450 K) in mehreren Schritten steuern kann.
Vorteile der LED
Foto: light11.de
Neben dem warmweißen Licht bieten LEDs noch viele andere positive Eigenschaften. Lampen und Leuchten mit LED
- enthalten kein Quecksilber
- sind dimmbar
- leuchten nach dem Einschalten ohne Verzögerung und sind sofort hell
- sind extrem energiesparend
- geben keine Infrarot- oder Ultraviolett-Strahlung ab
- haben eine lange Lebensdauer zwischen 15 und 25 Jahren
Dank einer geringen Bauhöhe ermöglicht es LED-Technik außerdem, beim Leuchtendesign neue Wege zu gehen. So lassen sich mit LED skulpturale und bisher nicht zu realisierende Formen herstellen. Bei ihnen sind die LEDs meistens schon fest eingebaut.
Aber auch alte Leuchten können mit LED-Lampen ausgerüstet werden. So genannte Retrofit-Lampen ähneln in ihrer Form herkömmlichen Glühbirnen und sind in nahezu jeder Fassung wie E27, E14, aber auch als Halogen-Fassungen wie GU10 und G4 erhältlich. So kommen selbst betagte Lampen in den Genuss des neuen Lichts mit LED. Der erhöhte Preis von solchen LED-Lampen mag zunächst abschrecken, aufgrund einer langen Lebenszeit von bis zu 25 Jahren und gesenktem Stromverbrauch rentiert sich die Anschaffung aber oft schon nach wenigen Jahren.
LED hat auch Nachteile
Natürlich gibt es auch Nachteile bei der LED. Trotz immer besserer Energieausbeute gibt es bisher noch keinen lichtstarken Ersatz für eine herkömmliche 100-Watt-Glühlampe in Form einer LED. Derzeit wird gerade erst die 75-Watt-Lampe von der LED abgelöst. Zweiter Nachteil ist die leicht verminderte Farbwiedergabeeigenschaft der LED. Sie liegt zwar unter der einer Glühlampe, ist aber dennoch als sehr gut zu bezeichnen.
Die 5 wichtigsten LED-Fakten
Lichtfarbe: 2.700 Kelvin und kleiner ist warmweißes Licht
Helligkeit: Wird bei der LED in Lumen gemessen (Faustformel: Watt-Zahl einer Glühlampe mal 10 ergibt ungefähr die Lumen-Zahl einer LED)
Energiesparend: eine LED mit 2 Watt ersetzt herkömmliche 15-Watt-Lampen
Lebensdauer: 15 – 25 Jahre
Retrofit-LEDs: E27 - große Fassung, E14 – kleine Fassung herkömmlicher Glühbirnen
Auch beim Dimmen gibt es derzeit noch ein Manko. Während das Licht bei herkömmlichen Glühlampen beim Dimmen leicht rötlich wird, bleibt die Farbtemperatur bei einer LED gleich. Die gewünschte gemütlichere Stimmung im Raum wird beim Herunterregulieren einer LED daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erreicht.
Wie andere technische Produkte wird aber auch die LED kontinuierlich weiterentwickelt. So steigert sich von Jahr zu Jahr die erreichte Lichtleistung. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis eine LED-Lampe auch eine herkömmliche 100-Watt-Lampe vollständig ersetzen kann. Auch soll es in naher Zukunft möglich sein, eine LED-Lampe so zu dimmen, dass sich dabei die Farbe des Lichtes wie bei einer herkömmlichen Glühlampe ins Rötliche verschiebt. Somit wären auch die letzten Nachteile mittelfristig gelöst.
Tipps für den Kauf von LED
Wer nun seine Lampen nach und nach durch Leuchten und Lampen mit LED austauschen will, sollte dabei auf diese beiden Punkte achten:
Foto: Osram
1. Lumen statt Watt: Als Vergleichswert für die Lichtleistung von Lampen hat die bisherige Watt-Angabe leider ausgedient. Zu unterschiedlich sind herkömmliche Glühbirnen, Halogen-, Energiespar- und LED-Lampen geworden. Um sie dennoch vergleichen zu können, ist die Angabe des Lichtstroms in Lumen nun ausschlaggebend: So erzeugt eine herkömmliche Glühbirne mit 40 Watt einen Lichtstrom von 410 Lumen. Achten Sie daher darauf, dass auch die neue LED-Lampe mindestens 410 Lumen hat. Nur dann ist auch die Helligkeit der Ersatzlampe vergleichbar. Glücklicherweise müssen heute alle Eigenschaften einer Lampe auf der Verpackung aufgedruckt sein - so natürlich auch die Lumenzahl. Das erleichtert das direkte Vergleichen beim Kauf. Hier noch eine Faustformel zum Umrechnen: Wattzahl der auszutauschenden Glühlampe mit 10 multipliziert ist die ungefähre Lumenzahl für die neue LED-Lampe.
Ratgeber: Glühlampen-Ersatz
Nach dem beschlossen Aus für herkömmliche Glühlampen ab 2016 suchen viele nach Alternativen. Unsere Tabelle verrät, welche Glühlampe Sie gegen verschiedene Fabrikate von Halogen-, Energiespar- oder LED-Lampen austauschen können. PDF-Download. Stand: 6/2011
Ratgeber: Glühlampen-Ersatz
2. Die richtige Farbtemperatur: Natürlich wollen Sie nicht nur helles, sondern auch schönes Licht. Daher sollten Sie auch auf die Farbtemperatur der neuen Lampe achten. Auch dieser Wert muss auf der Verpackung seit September 2010 abgedruckt sein. Herkömmliche Glühlampen besitzen eine Farbtemperatur um 2.700 Kelvin, was für warmweißes Licht steht. Achten Sie daher auch bei der LED auf eine entsprechende Angabe, wenn Sie diese im Wohnraum einsetzen wollen. Farbtemperaturen von 3.000 Kelvin und mehr werden nämlich von vielen schon als zu bläulich empfunden. Für Arbeitsplätze, die Küche oder auch zum Lesen ist jedoch auch diese Farbtemperatur geeignet. Hier hängt es von ihrem Geschmack ab, welche Lichtfarbe Sie am jeweiligen Ort vorziehen.