Schaukelstuhl und Schaukelstühle

Aus Holz, von Ikea oder als Design-Klassiker aus den 60er Jahren - der Schaukelstuhl steht heute als Solitär-Möbel für Relaxen mit Anspruch. Welche Schaukelstuhl-Typen es gibt, wo man diese bekommt und wie sie gepflegt werden, erfahren sie hier.

Schaukelstuhl "Rock Chair" von Design House Stockholm.

Schaukelstuhl "Rock Chair" von Design House Stockholm.

Foto: Design House Stockholm
Bequemes Sitzen und lockeres Schaukeln verbindet allein der Schaukelstuhl ganz nonchalant. Daher gilt: Wer sich für einen Schaukelstuhl entscheidet, hat die Wahl zwischen Klassikern aus verschiedenen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, die auch in vielen Jahren noch Bestand haben werden, und jungen, eher experimentell gestalteten Schaukelstühlen. Und: Selbst mit schmalem Budget muss keiner auf besonderes Design, gepaart mit hoher Funktionalität, verzichten.

Weshalb es sich lohnt, in einen Schaukelstuhl zu investieren

Ein Schaukelstuhl schafft im Nu eine relaxte Insel im Raum - und dabei ist es beinahe gleichgültig, wo wir ihn platzieren - in einem Zimmerwinkel oder prominent in der Raummitte. Sanft schaukelnd und dabei herrlich entspannend begleitet das Möbel seinen Besitzer beim Arbeiten, Lesen oder Musikhören. Durch seine besondere Form und die Schaukelkufen, die jedem Schaukelstuhl gemein sind, zaubert er je nach Optik eine betont wohnliche oder moderne und zeitgemäße Atmosphäre.
Wie so oft beim Wohnen gilt: Der persönliche Geschmack entscheidet. Wer es natürlich mag, wählt den Schaukelstuhl alter Südstaaten-Schule aus Bastgeflecht. Wer auf schnörkellose Formen und die großen Gestalter des 20. Jahrhunderts steht, greift beispielsweise zu "Rar" der Eames. Und für Modernisten gibt es neben vielen weiteren Modellen junger Designer "Lobbyist" von Pliet, einem jungen Designstudio aus Hamburg.
Schaukelstuhl "Rar" von Charles und Ray Eames.

Schaukelstuhl "Rar" von Charles und Ray Eames.

Foto: Vitra Design Museum

Schaukelstuhl-Formen

Ein Schaukelstuhl besteht aus einem Stuhl oder Sessel sowie einem Untergestell unterschiedlicher Form, dessen Enden in mehr oder weniger ausladenden Schaukelkufen enden. So viel zur Theorie - denn Möbeldesigner wären keine Möbeldesigner, hätten sie in den vergangenen Jahrzehnten nicht die unterschiedlichsten Lösungen für diese gestalterische Aufgabe gefunden.

Unterschieden werden können dabei grob zwei Schulen: Die erste besteht aus erfolgreichen Stuhl- und Sesselmodellen ohne Schaukeloption, die einige Zeit nach ihrer Entstehung und dank positiver Resonanz zum Schaukelstuhl weiterentwickelt werden. Der erwähnte "Rar" der Eames, welcher auf dem "Plastic Armchair" der Designer beruht, ist ein Beispiel dafür. Manch anderer Schaukelstuhl wird gleich als solcher geboren und besitzt keinen großen Bruder ohne Wipp-Mechanismus. Der betont loungige "Yoko" von Studio Ziben aus Berlin steht hierfür Pate.

Schaukelstühle kaufen


- Mid-Century-Klassiker großer Gestalter oder einen Schaukelstuhl skandinavischer Designtradition sind verbreitet. Zu finden sind diese bei namhaften Herstellern wie Vitra oder Artek.

- Schwieriger wird es da schon beim Schaukelstuhl-Klassiker aus Bugholz mit geflochtenem Rückenteil, dem so genanntem Wiener Geflecht. Traditionshersteller Thonet hatte das Schaukelstuhl-Modell bis vor einigen Jahren im Angebot, produziert es allerdings heute nicht mehr..Mit etwas Glück ergattert man einen solchen Schaukelstuhl über Antikhändler wie Lauritz.com oder Deconet.com.

Schaukelstuhl "Värmdö" von Ikea aus gebeiztem Holz.

Schaukelstuhl "Värmdö" von Ikea aus gebeiztem Holz.

Foto: Ikea

Draußen zu Hause - der Schaukelstuhl im Garten

Sitzgruppen, Liegen und Daybeds sind seit einigen Jahren auch draußen zu Hause. Widerstandsfähige Hölzer, Kunststoffe und hochwertige Synthetikfasern machen es möglich. Klar, dass es auch den Schaukelstuhl in den Garten zieht. Eine Bewegung, die nur logisch erscheint, schließlich entstanden die ersten Schaukelstühle im 17. Jahrhundert zur Zeit der Pilgrims in den USA und bevölkerten dereinst Terrassen in Massachusetts. Der aus dieser Zeit stammende "Shaker", ein Schaukelstuhl der gleichnamigen Glaubensgemeinschaft, gilt als der Schaukelstuhl-Urtyp.
Zeitlose Klassiker für den Garten sind Schaukelstühle aus edlem und robustem Teakholz, Mahagoni oder Meranti. Wer keinen Schaukelstuhl aus Tropenhölzern haben möchte, setzt auf ein Exemplar aus heimischen Hölzern wie Lärche, Fichte oder Eiche. Tipp: Achten Sie darauf, dass die Hölzer mittels Imprägnierung, Öl oder Lackierung wetterfest gemacht worden sind. Generell sollte der Schaukelstuhl aus Holz nicht das ganze Jahr hindurch Wind und Wetter ausgesetzt sein.
"Rockid" von Ontwerpduo ist ein Mix aus Schaukelstuhl und Kinderwiege.

"Rockid" von Ontwerpduo ist ein Mix aus Schaukelstuhl und Kinderwiege.

Foto: Ontwerpduo

Der Schaukelstuhl im Alltag

Ob aus Holz, Kunststoff, Metall oder Flechtwaren - Schaukelstühle bedeuten generell nicht mehr Pflegeaufwand als Sitzmöbel ohne Wippfunktion. Bei Holz genügt meist vorsichtiges Wischen mit einem nebelfeuchten Tuch und ab und zu nachzuwachsen oder -ölen, fleckige Kunststoffoberflächen werden durch spezielle Schmutzradierer aus dem Drogeriemarkt wieder rein. Wer Geflecht eines Schaukelstuhls vor dem Austrocknen schützen möchte, sollte Korbmöbel nicht zu trocken lagern und sie dünn mit Zitronenöl abreiben. So bleiben sie geschmeidig.

Tipp: Wer angesichts hölzerner Schaukelkufen am Schaukelstuhl Angst um seinen Diehle oder Parkettboden hat, beklebt deren Unterseite einfach mit Leinen-Klebeband. So bleiben empfindliche Böden geschützt und der Schaukelstuhl hat trotzdem noch einen sicheren Stand.

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