Der Hochstuhl

Hoch oben sitzen und den Rest der Familie gut im Blick haben - der Hochstuhl ist bei Kindern heiß geliebt. Für die Eltern ist er ein praktischer Helfer im Alltag. Wir zeigen, was Sie beim Kauf beachten sollten.

Etwa ab dem achten Monat ist es so weit: Die Kleinen dürfen in den Hochstuhl und mit den Großen am Tisch Platz nehmen. Vorausgesetzt, die Kleinkinder können eigenständig und aufrecht sitzen. Ab dann erleichtert der Hochstuhl das Füttern und Versorgen am Tisch. Das Kind wiederum lernt auf einem Hochstuhl den Umgang mit Tellern, Bechern und Besteck.

Welche Hochstuhl-Modelle gibt es?

Typisch für einen Hochstuhl sind die integrierte Tischplatte und die erhöhte Sitzposition. Gurte oder Sicherheitsbügel halten das Kleinkind fest im Hochstuhl. In Konstruktion, Ausstattung und Handhabung gibt es von Hochstuhl zu Hochstuhl jedoch Unterschiede. Hier die gängigsten Modelle:
Foto: Leander
Treppenhochstuhl: Ein Treppenhochstuhl ist wie ein Freischwinger oder eine Leiter konstruiert. Der Hochstuhl besitzt verstellbare Sitz- und Fußplatten, die sich passend zur Größe des Kindes arretieren lassen. Tischplatte, Sitzverkleinerer und Gurte sind abnehmbar. So kommt der Hochstuhl als Treppenstuhl auch noch im Schulalter zum Einsatz.
Langbeiniger Stuhl: Der klassische Hochstuhl ist ein Stuhl mit verlängerten Beinen. Damit der Hochstuhl für Kinder bequem ist, sind seine Proportionen speziell auf sie abgestimmt. Der Hochstuhl hat eine kleine Sitzfläche sowie niedrigere Rücken- und Armlehnen. Es gibt den Hochstuhl mit Tischplatte oder Sicherheitsbügel. Beides kann bei Bedarf abgenommen werden. So ist der Hochstuhl länger nutzbar, bietet aber ab einer bestimmten Größe des Kindes nicht mehr genügend Platz.
Tisch-Stuhl-Kombination: Dieser Hochstuhl setzt sich aus zwei Einzelteilen zusammen. Der Hochstuhl besteht aus einem Tisch, auf dem ein kleiner Kinderstuhl thront. Bei Bedarf lässt sich das Duo trennen und findet separat als Tisch mit passendem Stuhl Verwendung.
Schalensitz-Hochstuhl: Ein Hochstuhl mit Schalensitz eignet sich für Kinder ab fünf Monaten. Der gepolsterte Schalensitz lässt sich in verschiedene Sitz- und Liegepositionen bringen. So finden auch schon Babies, die noch nicht selbst sitzen können, einen Platz am Familientisch. Manche Modelle lassen sich zu Babywiegen umbauen.
Tischsitz: Dieser Hochstuhl braucht keine Beine. Der Tischsitz wird direkt an eine Tischplatte geklemmt. Der Vorteil: Der Hochstuhl benötigt wenig Platz und eignet sich auch für unterwegs. Der Nachteil: Vielen Modellen fehlt eine Fußleiste.

Materialien für den Hochstuhl

Sicherheits-Check:

  • Kippsicher, standfest und wackelt nicht
  • Gute Verarbeitung, hochwertiges Material, abgerundete Ecken
  • Keine hervorstehenden Kleinteile oder Lücken
  • GS-Prüfzeichen oder andere Gütesiegel
  • Sicherheitsgurt vorhanden
  • Holzlack schweiß- und speichelfest
  • Nachgewiesenermaßen keine Schadstoffe im Kunststoff-Hochstuhl
  • Rollen haben gute Feststellbremsen
  • Das Kind kann nicht durchrutschen oder selbst herausklettern

Was bei dem einen Hochstuhl massives Holz ist, entpuppt sich bei einem anderen Hochstuhl als Schichtholz. Das ist zwar preiswerter, aber weniger stabil. Ein Hochstuhl kann auch aus diversen Kunststoffen bestehen. Der Vorteil: Dieser Hochstuhl hat ein geringes Gewicht und ist einfach zu säubern. Der Nachteil: Mit der Zeit kann der Hochstuhl Weichmacher abgeben und Farben verlieren. Ein Hochstuhl aus Metall ist hygienisch und daher ebenfalls leicht zu reinigen. Seine Standfestigkeit hängt allerdings von der Konstruktion ab.

Zu einem Hochstuhl gehören auch Bezüge und Polster. Ob Baumwolle, Leder oder Kunstgewebe - achten Sie auf die Schadstoffbelastung und die leichte Reinigung der Textilien.

Sitzkomfort im Hochstuhl

Sitzkomfort im Hochstuhl Foto: Droog
Größe: Altersangaben sind hilfreich, nützen bei einem Hochstuhl aber nur begrenzt. Entscheidend ist die Größe des Kindes. Die kann sich bei Kleinkindern erheblich unterscheiden. Lassen Sie Ihr Kind daher im Hochstuhl probesitzen. Kleinere wie größere Kinder sollten sich in einem Hochstuhl anlehnen, die Beine gut auflegen und die Füße bequem abstellen können.
Lehne: Wichtig für den Sitzkomfort bei einem Hochstuhl ist die Lehne. Sie muss nicht ausgeformt sein wie bei vielen Stühlen für Erwachsene. Für einen Hochstuhl ist sie dennoch unverzichtbar. Kann sich ein Kind im Hochstuhl nicht anlehnen, ermüdet es und der Körper sackt zusammen.
Fußstützen: Baumelnde Beine sind auf Dauer schlecht für die Haltung. Das verhindert ein Hochstuhl mit verstellbaren Fußstützen und sorgt für besseren Sitzkomfort. Bei Schalensitzen für die ganz Kleinen sollten die Unterschenkel aufliegen.
Sitzverkleinerer: Wenn die Beine noch zu kurz für den Hochstuhl sind, helfen so genannte Sitzverkleinerer. Sie verkürzen die Auflagefläche der Oberschenkel. Ein dick gepolsterter Einsatz oder eine zusätzliche Rückenlehne machen's möglich.
Handhabung: Testen Sie vor Ort, ob Sie mit der Handhabung und den Mechanismen des Hochstuhls zurecht kommen. Das erspart Ärger, Rückenschmerzen und verdrehte Gelenke.
Bewegungsfreiheit: Ein Hochstuhl ist zum Essen da, nicht zum Spielen. Darum steht die Sicherheit im Vordergrund. Gurte, Sicherheitsbügel und umlaufende Lehnen sorgen für einen sicheren Sitz, schrenken aber die Bewegungsfreiheit auf dem Hochstuhl. Lassen Sie Ihr Kind daher besser auf dem Fußboden spielen - nicht auf dem Hochstuhl.