Rattan und Rattanmöbel

Rattan ist ein Naturprodukt und daher auch als Material für Möbel wieder im Kommen.

Foto: Ikea
Rattan wird aus der ostasiatischen Rotangpalme mit ihren bis zu 140 Meter langen Lianen hergestellt. In Deutschland wird mit dem Begriff Rattan der ganze Trieb der Rotang-Liane oder deren Außenhaut bezeichnet. Das Innere der Triebe nennt man Peddigrohr. Geflochtene Möbel wie Stühle, Sofa- oder Bettrahmen und Möbel für Balkon und Terrasse entstehen sowohl aus Rattan als auch aus Peddigrohr.
Ist der Rohstoff Rattan einmal geerntet, von Schmutz befreit und gespalten, können die einzelnen Stränge je nach Wunsch gekürzt oder zur späteren Verarbeitung aufgerollt und getrocknet werden.
Eigenschaften von Rattan
Eigenschaften von Rattan Foto: Stefan Thurmann
Besonders dicke Elemente des Palmstammes sind sehr stabil. Sie werden für tragende Möbelgestelle aus Rattan verwendet. Aus schmalen Streifen aus der Oberfläche der Palmsprossen wird Flechtwerk für Möbelstücke aus Rattan gefertigt. Traditionell werden aus den glatten Außenseiten der Streifen Sitzflächen für Sessel und Stühle geflochten. Rattan heißt in diesem Fall fachmännisch "Stuhlflechtrohr" und ist strapazierfähig und haltbar. Rattan mit breiterem Streifendurchmesser wird "Wickelrohr" genannt. Feucht und unter heißem Dampf wird Rattan weich und elastisch genug, um aus Rattan Möbelelemente zu formen.
Wird Rattan unter freiem Himmel getrocknet, dunkelt seine Oberfläche leicht nach. Behandelt man Rattan vor der Trocknung mit Öl, bleibt der Nachdunklungseffekt aus und das Material hat anschließend eine gleichmäßige Struktur.
Rattan ist nicht pilz- und wetterfest. Gartenmöbel aus Rattan sollten gründlich gewachst oder mit einer durchsichtigen Kunststoffschicht überzogen sein (vor dem Kauf prüfen). Wichtig: Rattan enthält Gerbstoffe und verfärbt sich, wenn es in feuchtem Zustand mit Metall in Kontakt kommt, dunkelgrau bis braun-schwarz. Deswegen werden die Einzelteile von qualitativ gutem Mobiliar aus Rattan mit Holzzapfen, -dübeln oder Leim verbunden.
Pflege von Rattan
Damit Rattan lange schön bleibt, sollten Möbel ab und zu mit einem Wasserzerstäuber leicht angefeuchtet werden. So bleibt Rattan elastisch. Doch Vorsicht: Zu viel Wasser macht Rattan brüchig. Etwas Lederpflegemittel im Wasser sorgt dafür, dass Rattan lange geschmeidig bleibt.
Vorteile

  • geringes Gewicht
  • strapazierfähig und elastistisch
  • nachhaltig, da nachwachsender Rohstoff

Einer der wichtigsten Vorteile von Rattan gegenüber Möbeln aus Holz oder Metall ist ihr deutlich geringeres Gewicht. Mobiliar aus Rattan können Sie auch mit geringerem Kraftaufwand verrücken oder bequem von A nach B tragen. Trotz des geringen Eigengewichts ist Rattan so stabil wie Holz. Weiterer Pluspunkt: Rattan ist ein schnell nachwachsender Rohstoff und damit ein nachhaltiges Material.
Nachteile

  • nicht wetterfest
  • ergraut bei zu viel Feuchtigkeit

Rattan ist für zugig-feuchte Winkel im Garten oder auf dem Balkon ungeeignet. Selbst vorbehandeltes Rattan ergraut nach einigen Regengüssen zusehens und wird spröde. Deswegen gilt: Möbel aus Rattan nach dem Gebrauch stets mit Kunststoffschutzhüllen abdecken oder unter einen schützenden Dachvorspung räumen.
Fazit:
Wer Möbel aus einem natürlichen und nachwachsenden Rohstoff sucht, die leicht zu transportieren und besonders stoßfest sind, ist mit Rattan gut bedient.
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