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Flieder - der Duft des Frühlings

Zarter Duft und harmonische Farben: Flieder darf in keinem Garten fehlen - ob dieser nun modern oder klassisch angelegt ist. Wir verraten, was es beim Pflanzen und Schneiden zu beachten gibt und was eine Prinzessin mit der Sortenvielfalt einer Spezialgärtnerei zu tun hat.
Fliederblüte

Zarte Farben und verführerischer Duft: Der Frühling gehört den Fliederblüten.

In diesem Artikel
Sortenvielfalt dank Prinzessin Alix
Vermehrung auf speziellem Nährboden
Flieder in den eigenen Garten pflanzen
Flieder schneiden
Flieder in der Vase

Sortenvielfalt dank Prinzessin Alix

Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt, hatte zwei Leidenschaften. Zum einen natürlich ihren Gemahl, Zar Nikolaus II, und zum anderen den Flieder mit seinen betörend süßen Blütenwolken. Die Leidenschaft für die Blütengehölze hatte sie schon ergriffen, lange bevor Russland sie 1894 zur Kaiserin krönte.

Denn Prinzessin Alix kannte Flieder schon aus den Gärten ihrer Großmutter, der Königin Viktoria von England, und wollte ihn auch in der neuen Heimat nicht missen. Also karrten Gärtner aus ganz Europa Fliedersträucher heran und pflanzten sie in die Parks des Winterpalastes von Sankt Petersburg. Im Mai erfüllte daher der Duft frisch erblühter Zweige auch das Schloss. Ihr herrschaftliches Privatgemach hatte die Zarin mit zartvioletter Seide bespannen lassen - exakt im Farbton ihrer Lieblingssorte. 

Lila Fliederblüte mit weißem Rand

'Sensation' ist eine Züchtung aus den Niederlanden, kombiniert Purpur und Weiß und ist die älteste zweifarbige Sorte.

Die Leidenschaft für den Flieder färbte auf viele Russen an, die noch heute von den duftenden Blütenrispen begeistert sind. Kein Wunder, das viele der modernen Fliedersorten aus Russland stammen. Diese Begeisterung erlebt Elke Haase regelmäßig auf der Moskauer Pflanzenmesse, wenn die Biologin und Inhaberin der Oldenburger Firma Piccoplant einen Teil ihreres umfassenden Flieder-Sortiments auf der Moskauer Pflanzenmesse ausstellt. Dort kam auch die Freundschaft mit der Präsidentin der russischen Sektion der Internationalen Fliedergesellschaft zustande, die den Oldenburgern inzwischen zu vielen historischen Sorten verholfen hat, so dass Elke Haase inzwischen über 300 Sorten anbieten kann. Die Sorten unserer Fotostrecke sind ebenfalls dort erhältlich: www.piccoplant.de.
„Leider wissen wir heute nicht mehr, um welche Sorte es sich damals gehandelt hat“, sagt Elke Haase. Sie geht jedoch davon aus, dass damals eine alte französische Sorte Pate stand, eine im Stil der malvenrosafarbenen‘Buffon’.  

Steckbrief: Flieder (Syringa vulgaris)

  • Pflanzentyp: Dicht verzweigter, aufrechter Blütenstrauch.
  • Familie: Ölbaumgewächse (Oleaceae)
  • Blüten: Bis zu 25 cm lange Blütenrispen mit einfachen oder gefüllten Einzelblüten in Weiß, Rosa, Violett oder Mischfarben.
  • Verwendung: Als Solitärpflanze, in Gruppen oder als Fliederhecke. Idealer Bodenbefestiger an Böschungen.
  • Standort: Flieder ist ein Sonnenanbeter, kommen aber auch im Halbschatten noch gut zurecht. Edel-Flieder (die Syringa vulgaris Hybriden) sind zudem sehr windfest, weshalb sie oft als Windschutzhecke gepflanzt werden.
  • Bevorzugter Boden: Flieder liebt nährstoffreiche, eher trockene Lehmböden mit hohem Kalkgehalt. Preston-Hybriden (Syringa x prestoniae) stehen auf kalkarme, etwas feuchtere Böden. Allgemein kommt Flieder aber auch mit eigentlich ungünstigen Böden zurecht, nur Staunässe verträgt er nicht.
  • Pflege und Schnitt: Nach der Blüte die Rispen über zwei kräftigen Seitenknospen zurückschneiden. Um das Wachstum zu fördern, streut man Hornspäne als Dünger aus und bedeckt den Wurzelbereich mit Rindenmulch. Flieder neigt dazu, Bodentriebe zu bilden. Wurde der Strauch durch Veredlung vermehrt, sollten diese entfernt werden.
  • Vermehren: Flieder wird oft veredelt, lässt sich aber gut aus krautigen Kopfstecklingen vermehren. Dann sind alle Bodentriebe sortenecht und brauchen nicht unbedingt entfernt werden.
     

Vermehrung auf speziellem Nährboden

Um kräftige, gesunde Pflanzen zu erhalten, bedient sich Elke Haase bei der Vermehrung des Flieders eines speziellen Verfahrens, der sogenannten Mikrovermehrung. Dazu werden aus den Knospen winzige Gewebeteile entnommen und auf einen gallertartigen Nährboden gesetzt. Haben sich dort Würzelchen gebildet, werden die Sprösslinge in Töpfe mit Erde umquartiert. Nach einem Jahr sind sie etwa eine Handbreit hoch, nach zwei weiteren Jahren kommen sie schließlich als junge Sträucher in den Handel.

Meristemvermehrung von Flieder

Aus dem glibberigen Nährboden werden die jungen Sprösslinge per Pinzette in Multitopfplatten umgesetzt.

Flieder in den eigenen Garten pflanzen

Am prachtvollsten entfalten sich Fliedersträucher an sonnigen oder nur leicht schattigen Orten. Ihre Wurzeln reichen tief ins Erdreich, der Boden darf also nicht verdichtet oder dauerhaft nass sein. Einem kargen Sandboden fügt man Kompost hinzu, und zwar unmittelbar beim Einpflanzen des Flieders. Dazu hebt man ein Loch aus, das etwa doppelt so groß sein sollte wie der Wurzelballen. Dieser kommt so tief in die Erde, dass er mit der Bodenoberfläche glatt abschließt. Anschließend wird das Loch mit Kompost gefüllt, der Aushub zu einem Rand um die Pflanze herum geformt und diese ausgiebig gewässert.

Blühende Fliederhecke

Eine Kombination aus violetten und weißen Sorten ergibt so wie hier im Schaugarten von Elke Haas eine ausdrucksstarke Mischung. 

Flieder schneiden

Die gut vier Meter hoch wachsenden Sträucher lassen sich durch regelmäßiges Schneiden im Zaum halten. Dazu werden die Triebe kurz nach der Blüte auf die gewünschte Höhe gekappt. Ein starker Verjüngungsschnitt kann alle drei Jahr erfolgen. Ältere Triebe werden dann bis auf 30 Zentimeter Höhe gestutzt.

Flieder in der Vase

Fliederblüten eignen sich perfekt für hohe Tischvasen oder auch Bodenvasen.

Blumenstrauß mit Flieder

Als Schnittblume bringt Flieder frühlingsfrischen Duft ins Haus. 

Zweige, die für die Vase bestimmt sind, werden zunächst entblättert. Dann schlägt man mit einem Hammer die verholzten Stielenden leicht platt, damit diese das Wasser besser aufnehmen können - und der Flieder seinen Frühlingsduft lange entfalten kann.

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