Skandinavischer Einrichtungsstil

Helles Holz, klare Formen und freundliche Farben machen den skandinavischen Einrichtungsstil so angenehm. Wir lieben die natürlichen Materialien, denn sie wärmen uns und unser Zuhause.

Skandinavischer Einrichtungsstil: Formen
Skandinavischer Einrichtungsstil: Formen Foto: Stefan Thurmann
"Keep it simple" - so lässt sich der skandinavische Einrichtungsstil am treffendsten beschreiben. Schnörkelige Verzierungen und modische Auffälligkeiten findet man beim skandinavischen Einrichtungsstil selten. Die Formen sind schlicht, das Design ist geradlinig und klar. Und die Skandinavier mögen es praktisch. So folgt die Form der Funktion - ganz nach den Prinzipien des Bauhauses und der Chicagoer Schule. Außerdem soll der skandinavische Einrichtungsstil ein Design für jedermann und möglichst vielen Menschen zugänglich sein. Die Liebe der Skandinavier zur Natur zeigt sich in den organischen Formen des skandinavischen Einrichtungsstils. So erinnert beispielsweise die Vase "Savoy" des Designers Alvar Aalto an die Formen finnischer Seen.
Skandinavischer Einrichtungsstil: Materialien
Skandinavischer Einrichtungsstil: Materialien Foto: Fritz Hansen
Wälder gibt es in Skandinavien genug. Daher ist es kein Wunder, dass der skandinavische Einrichtungsstil gerne auf heimisches Holz zurückgreift. Helle Hölzer wie Fichte, Birke oder Kiefer werden beim skandinavischen Einrichtungsstil bevorzugt. Sie wirken warm, sorgen für natürliche Frische und sind nachwachsende Rohstoffe. Überhaupt wird im skandinavischen Einrichtungsstil viel Wert auf Naturprodukte und Handarbeit gelegt. Materialien wie Baumwolle, Leinen oder Leder sind beliebt und werden aufwändig verarbeitet. Auch die Herstellung und Verwendung von Glas und Porzellan hat im skandinavischen Einrichtungsstil eine lange Tradition. Bereits 1742 wurde die schwedische Glasmanufaktur Kosta Boda gegründet, die noch heute Glasobjekte im skandinavischen Einrichtungsstil fertigt.
Skandinavischer Einrichtungsstil: Farben und Muster
Skandinavischer Einrichtungsstil: Farben und Muster Foto: Marimekko
Die Winter in Skandinavien sind kalt und lang. Daher greift der skandinavische Einrichtungsstil auf klare Farben zurück. Neben Pastelltönen werden strahlende und ausdrucksstarke Farben bevorzugt. Auch bunt gemusterte Textilien oder Porzellan mit Dekor stehen für den skandinavischen Einrichtungsstil. Typisch sind grafische Muster und Motive aus der Natur. Da tummeln sich Bäume, Tiere oder Fabelwesen auf Möbeln und Accessoires. Bekannt für den skandinavischen Einrichtungsstil sind zum Beispiel die lebenslustigen und ausdrucksstarken Motive "Kaiku" und "Kippis" des finnischen Herstellers Marimekko.
Junge Designer aus Skandinavien
Was Designer-Legenden wie Hans Wegner, Arne Jacobsen und Eero Saarinen an Entwürfen vorgelegt haben, ist schwer zu toppen. Doch es gibt ein paar junge skandinavische Gestalter, die sehr gut mithalten können. Wir stellen Ihnen vier davon vor.
Kaspar Salto
Stuhl "Nap", Fritz Hansen Stuhl "Nap", Fritz Hansen

Foto: Fritz Hansen
Das Rezept des Dänen Kaspar Salto für gutes Design: Nur Dinge entwerfen, die man wirklich braucht. "Es geht mir darum, ein Produkt zu kreieren, das für den späteren Benutzer relevant ist." Sein neuer Stuhl "Nap" sieht daher nicht nur elegant aus, er ist auch richtig bequem. Und das in ganz verschiedenen Sitzhaltungen, "denn Sitzen ist im Grunde eine konstante Bewegung". Die kurvenreiche Nylonschale passt sich den Formen des menschlichen Körpers an. Damit man nicht herausrutscht, ist sie innen wellenförmig strukturiert. "Nap" kann mit und ohne Armlehnen bestellt werden und kostet ab ca. 255 Euro. Hersteller ist Fritz Hansen.
Maria Vinka
Maria Vinka Foto: Ikea
Das Talent von Maria Vinka ist es, querzudenken. Die Darstellung von Hügeln und Bergen auf Landkarten inspirierte die Schwedin zu ihrem Hocler "Hällar", den Ikea aus Bananenfasern und Seegras herstellt. Vorbild für Marias Schale "Fjällbjörk" ist eine Kåsa, das traditionelle Trinkgefäß der Samen. Ihr Trumpf ist ihre Vielseitigkeit. Allein für Ikea hat die Schwedin mehr als 100 Produkte entworfen, darunter Möbel, Leuchten, Uhren, Textilien, Vasen und Geschirr. Schöne Formen mit praktischer Funktion zu einem guten Preis zu entwickeln, darin ist Maria absoluter Profi.
Lena Bergström
Lena Bergström Foto: Orrefors
Mit Vorliebe entwirft die fröhliche Schwedin Lena Bergström klare organische Formen in Glas und verleiht so einem der traditionsreichsten Materialien des skandinavischen Designs frischen Schwung. Kräftige Farben spielen dabei für Lena Bergström, die übrigens auch Textildesignerin ist, eine große Rolle. Mit Erfolg hat die Designerin ihre preisgekrönten Entwürfe schon in Tokio, New York, London und Sao Paulo ausgestellt. Das Nationalmuseum Stockholm nahm Arbeiten von ihr in seine Sammlung auf.
Cecilie Manz
Tisch "Essay", Fritz Hansen Tisch "Essay", Fritz Hansen

Foto: Fritz Hansen
Das Credo von Cecilie Manz: "Ich lege Wert auf Schlichtheit und Unmittelbarkeit." Und das sieht man den geradlinigen Möbeln, Leuchten und Wohnaccessoires der dänischen Designerin auch an. Ihre Handschrift: "Am Anfang lasse ich den Ideen freien Lauf, in dem Maße, wie sie Form annehmen, minimiere ich dann soweit wie möglich" - typisch skandinavisch. Ihre Mitte ist die eigene Familie. Und ihr "Manz-Lab" in Kopenhagen, das Designstudio, in dem Manz' Ideen zu Produkten heranwachsen.
Design-Legenden aus Skandinavien
Alvar Aalto: Bekannt für seinen "Paimio"-Sessel aus gebogenem und geformten Birkenholz, 1931 für das Sanatorium im finnischen Paimio designt, Hersteller: Artek
Poul Henningsen: Seine Leuchte "Zapfen" erinnert an eine Artischocke und stammt aus dem Jahr 1958, Hersteller: Louis Poulsen
Kaj Franck: Das Geschirr "Teema" aus dem Jahr 1977 ist eine Weiterentwicklung der "Kilta"-Serie von 1952. Beides ist robust und vielfältig einsetzbar, Hersteller: Iitalla
Poul Kjaerholm: Der Däne detaillierte seine Möbel so feinsinnig wie Schmuckstücke - auch den "PK22" von 1956, Hersteller: Fritz Hansen
Arne Jacobsen: Das legendäre "Ei" entstand 1958 für die Lobby des Hotels "Royal" in Kopenhagen, welches ebenfalls von Jacobsen entworfen wurde, Hersteller: Fritz Hansen
Hans Wegner: Sein leichter und eleganter "Y"-Stuhl von 1949 wurde als "Wünschelruten-Stuhl" bekannt, Hersteller: Carl Hansen & Son
Verner Panton: Der "Panton Chair" war 1959 der erste Freischwinger, der komplett aus Kunststoff gefertigt wurde, Hersteller: Vitra
Piet Hein: Bruno Mathsson und Arne Jacobsen entwarfen 1968 den Tisch "Superellipse". Die spezielle Form der Tischplatte aber stammt von Piet Hein, Hersteller: Fritz Hansen
Eero Saarinen: Eine einzige Säule statt vieler Beine: Mit seinem 1955 entworfenen "Tulpen"-Tisch erreichte der finnische Designer maximale optische Klarheit, Hersteller: Knoll International
Skandinavische Designer im SCHÖNER WOHNEN-Designer-Lexikon:
Porträts von Alvar Aalto bis Hans J. Wegner

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