Das Geheimnis der Gemütlichkeit

Foto: Heike Schröder

Warum tun uns die Wolldecke auf dem Sofa, das Feuer im Kamin oder die Kerzen auf dem Tisch so gut? Wir verraten unsere Wohlfühltipps.

Der Herbst mit all seinen leuchtenden Farben, würzigen Gerüchen und kräftigen Stürmen naht mit großen Schritten. Und darauf freuen wir uns. Denn wenn es draußen ungemütlich wird, mögen wir es drinnen besonders kuschelig. Mit diesen zehn Einrichtungstipps machen Sie Ihre Wohnung wetterfest.

1. Was wir mögen

Kerzen, Kissen und ein Kamin sind für die einen kuschelig, für die anderen kitschig. Vertrauen Sie Ihrem Gefühl, wenn Sie Ihr Zuhause so richtig gemütlich machen möchten, und pfeifen Sie dabei auf festgefahrene Vorstellungen.

2. Was uns berührt

Wann empfinden Sie Wärme? Wann fühlen sich Ihre Augen wohl? Welchen Duft mögen Sie riechen? Entdecken Sie Ihre Sinne wieder, dann spüren Sie auch, was Sie für ein wenig Behaglichkeit benötigen. Gemütlichkeit muss die Sinne berühren, man kann sie nämlich sehen, fühlen, riechen und spüren. Der Blick in ein Meer von Kerzenlicht löst wie das Stück Schokolade Glückshormone aus, und wenn aus Versehen ein feuchter Holzscheit ins Kaminfeuer gerät, dann hören wir die Gemütlichkeit sogar knistern.

3. Wie wir Atmosphäre schaffen

Die wohltuende Wirkung von Wärme ist traditionell bekannt. Sie durchzieht den Körper, gibt wieder neue Energie und entspannt. So wie Sie sich in eine dicke Wolldecke einwickeln, hat auch Ihr Wohnzimmer eine warme Schutzschicht verdient. Dunkle Wände schalten Licht ganz natürlich aus, die warme Farbe legt sich wie schützende Arme um Sofa oder Lesesessel und schafft so eine wohlige Atmosphäre.

4. Was uns wärmt

Ein feuriger Kräutertee wärmt uns von innen, dicke Wollpuschen oder eine kuschelige Decke schützen unseren Körper von außen vor Kälte. Wir lieben jetzt alles, was weich und flauschig ist – weil die Wärme durch unsere Haut in unser Herz aufsteigt. Darum häufen wir so viele Kissen wie möglich auf dem Sofa an, streicheln über Schaffelle und dekorieren mit Filz.

5. Was zu viel ist

Wer alles, was Gemütlichkeit ausmacht, in einen Raum packt, vertreibt nicht automatisch die Kälte dunkler Herbstnächte. Alles auf einmal ist manchmal etwas viel. Tasten Sie sich langsam an Ihr Wohlfühl-Limit. Fangen Sie klein an. Vielleicht reichen schon ein paar Kerzenlichter auf dem Tisch, um Ihr Wohnzimmer in eine warme Atmosphäre zu tauchen.

6. Was hierher passt

Kleinmöbel und Accessoires, die in Farbe und Form Natürlichkeit und Wärme ausstrahlen, sind jetzt genau die richtigen Begleiter. Dazu gehören unbehandelte Hölzer, Deko aus Wald und Wiese und Leder in allen Formen und Brauntönen – alles also, was mit der Zeit immer schöner wird.

7. Worauf wir nicht verzichten können

Wer den Herbst als großes Ganzes in sein Heim lassen will, der bringt jetzt auch Gerüche und Geschmäcker ins Haus, die typisch sind für die behagliche Jahreszeit. Füllen Sie ihren Obstkorb mit Pflaumen, Birnen und Äpfeln, knabbern Sie Pekan- und Haselnüsse und kochen Sie Gerichte mit Pilzen, Wild oder Kürbis.
Papierleuchten von Vitra.

Papierleuchten von Vitra.

Foto: Vitra

8. Was den Tag erhellt

Licht in der Wohnung schafft Gemütlichkeit – gerade in Zeiten, in denen draußen nicht genug davon da ist. Wenn Tageslicht als große Lichtquelle wegfällt, müssen kleine Helfer ran. Flackerndes Licht von Kerzen oder aus dem Kamin schafft zwar romantisches Flair, aber manchmal brauchen wir die Extraportion Licht. Holz- oder Papierleuchten erhellen große Räume stimmungsvoll und stilsicher. Außerdem eignen sie sich hervorragend als Deko- oder Stilelement.

9. Was Balance bringt

Zwei Lammfelle können zwar aus einem Sofa eine Kuschelwiese machen, aber aus einem sterilen nicht zwangsläufig einen behaglichen Raum. Aus dem Zuhause wird erst dann eine emotionale Heimat, wenn die Balance stimmt, wenn Wärme und Kühle sich die Waage halten.

10. Wo das Geheimnis liegt

Wer es schafft, mit Möbeln und Dekoration Gefühle zu wecken und Harmonien zu schaffen, wird sich den Herbst und Winter über in seinen vier Wänden wohlfühlen. Ein Beistelltisch, über dessen schöne Holzoberfläche man gern mit den Fingern streicht, ein weicher Teppich, der den Füßen schmeichelt, Dinge, mit denen man eine Geschichte verbindet, sind die Basis für einen Ort, an dem man gern ist. Dann braucht es nur noch Kerzenschein, Kissen und Kaminfeuer, um auch die Seele zu wärmen.