Italienisches Design

Italienisches Design ist elegant, experimentell und gleichzeitig der Tradition verbunden. Wir stellen Design-Legenden und Newcomer vor und sagen, wo Sie italienisches Design online kaufen können.

Italien steht für Eleganz, Mode und für einen entspannten Lebensstil. Nirgendwo sonst lässt sich "La Dolce Vita" so genießen. Italienisches Design bringt Lebensart in unsere Wohnung.
Foto: Zanotta
Das Besondere an italienischem Design: Ironie und Funktionalität, Extravaganz und Klassik existieren genauso problemlos nebeneinander wie der Ferrari neben dem Fiat500, beide ebenfalls Ausdruck des Italien-Feelings. "Made in Italy" ist ein Statement. Viele ausländische Gestalter arbeiten mit italienischen Firmen zusammen und haben das italienische Design von Anfang an international gemacht. Italienisches Design ist auch Ausdruck des Respekts vor der Tradition. Gerade im Norden, rund um die Mode- und Designmetropole Mailand, gibt es viele traditionelle Handwerksbetriebe. Ein dichtes Netz an experimentierfreudigen, aber traditionsreichen Familienbetrieben produziert seit Generationen Design-Ikonen. Nirgendwo sonst zeigt sich eine Symbiose zwischen Kultur und Industrie so deutlich wie in den Produkten des italienischen Designs.

Klassiker des italienischen Designs

Franco Albini (1905 – 1977)

Beistelltisch "Cicognino", Cassina Maestri Collection, 1953 Beistelltisch "Cicognino", Cassina Maestri Collection, 1953

Foto: Cassina Maestri Collection
Sein Hauptbetätigungsfeld war die Architektur. Berühmt sind zum Beispiel seine Stationen der Linie 1 der Mailänder U-Bahn. Als Designer gilt er als Meister reduzierter und eleganter Formen mit Tendenz zum Art Déco, wie zum Beispiel 1953 der Beistelltisch "Cicognino", hergestellt von Cassina. Ins Deutsche übersetzt heißt diese Ablagefläche "kleiner Storch" und erinnert in seiner stilisierten Form an das elegante Tier, wobei der abstrahierte Hals als Griff dient.

Achille Castiglioni (1918-2002)

Hocker "Mezzadro", Achille und Pier Giacomo Castiglioni, 1970 Hocker "Mezzadro", Achille und Pier Giacomo Castiglioni, 1970

Foto: Zanotta
Er setzte gewöhnliche Alltagsprodukte anders zusammen oder interpretierte moderne Produktionsmethoden auf neue Art. Der Künstler Duchamp hatte so bereits 1917 neu zusammengebaute Alltagsgegenstände als Kunstwerke erhoben. Castiglioni benutzte dieses Prinzip für das italienische Design und entwickelte so neue Serienprodukte. So fand bei ihm zum Beispiel bereits 1957 in "Mezzadro" ein Traktorsitz Verwendung als neuartige Sitzgelegenheit und wurde als Designobjekt geadelt. Zanotta produziert dieses interessante Designstück seit 1971.

Ettore Sottsass jr. (1917-2007)

Pfeffermühle "MPO210", Ettore Sottsass, 1989 Pfeffermühle "MPO210", Ettore Sottsass, 1989

Foto: Alessi
Seinen größten kommerziellen Erfolg hatte er mit der knallroten Schreibmaschine für Olivetti. Seine Designgruppe "Memphis" mit ihren bunten kindlichen Formen hatte großen Einfluss auf die Designwelt weltweit und zeigt seinen Sieg gegen den strengen Funktionalismus der guten Form. Sottsass' Pfeffermühle "MP0210", entworfen1989, zeigt ein buntes Spiel mit Form und Farbe. Das bunte Küchenaccessoire wird produziert von Alessi.

Enzo Mari (geb. 1932)

Stuhl "Tonietta", Enzo Mari, 1985 Stuhl "Tonietta", Enzo Mari, 1985

Foto: Zanotta
Man könnte ihn als das Gewissen des italienischen Designs bezeichnen. Die Herstellungsmethoden und der Sinn eines Produktes sind für ihn besonders wichtig. Bei seinen ausführlichen Entwicklungsprozessen entstehen zahlreiche Designklassiker. So zeigt der elegante Stuhl "Tonietta" eine schlichte Formensprache. Zanotta produziert dieses klassische Designprodukt mit einem Bezug aus Leder oder aus einer Kunstfaser.

Alessandro Mendini (geb. 1931)

Sessel "Proust", Alessandro Mendini, 1978 Sessel "Proust", Alessandro Mendini, 1978

Foto: Cappelini
Er hat das italienische Design mit seinen bunten Produkten geprägt. Neben seinem Schaffen als Designer, Architekt und Kurator ist er auch Chefredakteur der Designbibel Domus. Mendini bemalte bekannte und alte Sitzmöbel. Viele kleine Farbtupfer erinnern an französische impressionistische Kunstwerke. Der Sessel "Proust" wird noch heute von Cappelini hergestellt.

Gaetano Pesce (geb. 1939)

Sessel "Serie Up 2000", Gaetano Pesce, 2000 Sessel "Serie Up 2000", Gaetano Pesce, 2000

Foto: B&B Italia
Er wechselte früh aus der Kunst zum Design. Seine Objekte passen meist zu beiden Welten. Er experimentierte ständig mit verschiedenen Materialien. Noch heute entwirft Pesce Produkte, die durch individuelle Herstellung Unikate sind. Seine Erfindungen haben stets Aufsehen erregt, wobei der Benutzer mit seinen Produkten in Interaktion gebracht werden soll: Seine Schaumstoffsitze der "Serie Up" für B&B Italia bliesen sich in der Originalversion auf, wenn sie aus dem Vakuum befreit wurden. In der neuen Version werden sie bereits in ihrer vollen Form verkauft.

Michele de Lucchi (geb. 1951)

Tischleuchte "Tolomeo", Michele de Lucchi und Giancarlo Fassina Tischleuchte "Tolomeo", Michele de Lucchi und Giancarlo Fassina

Foto: Artemide
Der Rebell unter den Designern protestierte zunächst gegen die Designwelt. Er gestaltete Produkte, die mit dem Funktionalismusprinzip brachen. Auch heute produziert de Lucchi in Eigenregie unter dem Namen Produzione Privata Möbel und Leuchten mit kleinen Handwerksbetrieben. Sein absoluter Bestseller "Tolomeo" von Artemide ist den meisten bekannt. Diese bereits 1987 gestaltete Leuchte sieht man gestern wie heute in modern gestalteten Büros und in Film und Fernsehen.

Zeitgenössische Design-Stars

Die Hauptdarsteller des italienischen Designs könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie haben ihre unverwechselbare Nische im italienischen Design gefunden. Immer wieder überraschen sie uns mit neuen Ideen und schaffen es so, das italienische Design ständig neu zu definieren. Die besonders enge Zusammenarbeit zwischen Designer und Hersteller macht das Experimentieren erst möglich und führt zu innovativen Formen, Materialkombinationen und das Entwickeln von neuen Herstellungstechniken.

Patricia Urquiola (geb. 1961)

Outdoorsofa "Canasta", Patricia Urquiola, 2007 Outdoorsofa "Canasta", Patricia Urquiola, 2007

Foto: B&B Italia
Sie ist gebürtige Spanierin und repräsentiert das italienische Design wie keine andere. Wild gemustert und dekorativ ist ihr Gestaltungsprinzip. Neue Materialien und Formen werden bei ihr intuitiv gemixt. Das hat sie zum Teil bei ihrem Mentor Achille Castiglioni persönlich gelernt. Patricia Urquiola entwirft hauptsächlich Möbel und Leuchten und arbeitet mittlerweile auch in der Innenraumgestaltung. Bereits mehrere Shops und Hotels wurden von ihr ausgestattet.

Antonio Citterio (geb. 1950)

Chaiselongue "Charles", Antonio Citterio, 1997 Chaiselongue "Charles", Antonio Citterio, 1997

Foto: B&B Italia
Der stille Norditaliener ist eigentlich Architekt und ein Allroundgestalter. Von der Hafencity in Hamburg über schlichte Sofa-Klassiker bis zum modernen Heimtrainer: Er hat alles gestaltet. Für B&B Italia hat er unter anderem den Klassiker "Charles" entworfen. Seit zehn Jahren ist dieses Produkt im Sortiment und ein absolutes Must-have für moderne, klassische Wohnungen. Das Polstermöbel besitzt einen schlichten Fuß und wirkt dadurch leicht und elegant.

Piero Lissoni (geb. 1956)

Badewanne "Swim", Piero Lissoni, 2004 Badewanne "Swim", Piero Lissoni, 2004

Foto: Boffi
Am liebsten präsentiert sich der italienische Architekt als Dandy. In der Gestaltung zeichnen ihn klare Formen und minimalistische Eleganz aus, die er am liebsten in ganzen Raumkonzepten umsetzt. Für die Firmen Boffi, Porro und Tecno ist er Kreativdirektor und setzt hier besonders auf puristisches Design. Klare Linien und schlichte Formensprache zeigt er auch in der Badserie "Swim" aus dem Jahr 2004 für Boffi.

Newcomer des italienischen Designs

Die Newcomer des italienischen Designs bewegen sich zwischen Kunst, Design und Industrie. Es reicht ihnen nicht, ein Produkt einfach nur stilsicher und modern zu gestalten. Ihre Produkte sollen den Menschen zum Nachdenken bringen. Sie hinterfragen etablierte Produktionsmethoden und scheuen sich nicht davor, Massenprodukte und Einwegobjekte zu entwerfen.

Die Jungen streben danach, dem Menschen in seinem alltäglichen Leben mit ihren Objekten zu begegnen. Wir stellen drei Newcomer vor, die für viele Bereiche entwickeln. Vom kleinen Einweglöffel bis zum Luxusauto - es muss nur der richtige Blickwinkel gefunden werden, um das Produkt passend zu entwerfen. Und wenn noch Platz für ein ironisches Statement bleibt, dann ist das bei allen Dreien sehr willkommen.

Gabriele Pezzini (geb. 1963)

"L’Hélicoptère par Hermès", Gabriele Pezzini, 2007 "L’Hélicoptère par Hermès", Gabriele Pezzini, 2007

Foto: Eurocopter
Der in Belgien geborene Designer hat sein Studio in Mailand und arbeitet in den verschiedensten Bereichen des Produktdesigns. Hierbei geht es ihm besonders um Herstellungsprozesse und um die nutzerfreundliche Gestaltung seiner Produkte. Gartenbank, Stuhl, Hocker, Radio und sogar einen Bugatti hat er entworfen. Zusammen mit Hermès und Eurocopter hat er zuletzt als Design-Direktor einen Luxus-Helikopter entwickelt, der von innen wie außen ergonomisch, elegant und stromlinienförmig ist.

Giulio Iacchetti (geb. 1966)

Löffel und Gabel "Moscardino", Giulio Iacchetti, Matteo Ragni, 2000 Löffel und Gabel "Moscardino", Giulio Iacchetti, Matteo Ragni, 2000

Foto: Pandora Design
Giulio Iacchetti hat sein Studio im Zentrum von Mailand. Er entwickelt clevere Produkte, die auf ironische Art über Handlungen neu nachdenken lassen. Er unterrichtet an zahlreichen Universitäten und Designschulen in Italien und im Ausland. "Moscardino" hat er mit seinem früheren Studiopartner Matteo Ragni entworfen. Der Löffel, der zugleich Gabel ist, hat 2001 überraschenderweise einen Compasso d’Oro gewonnen. Der jährlich ausgelobte Preis gilt als der Oskar des italienischen Designs.

Paolo Ulian (geb. 1961)

Schale "Una Seconda Vita", Paolo Ulian, 2006 Schale "Una Seconda Vita", Paolo Ulian, 2006

Foto: Attese Edizioni
Der Gestalter hält an seinen toskanischen Wurzeln fest und ist auch niemals fest nach Mailand gezogen. In seinem Design geht es darum, Verantwortung der Umwelt gegenüber auszudrücken. Sein Architektenbruder Giuseppe Ulian ist sein bester Partner, wenn es ums Projekteentwickeln geht. Die für die Ausstellung Biennale della Ceramica di Albissola entworfene Schale "Una Seconda Vita" spiegelt seinen Denkansatz wider: Ulian nimmt in der Gestaltung des Dekors die Überreste einer zerbrochenen Tonschale voraus und gibt so ein gezieltes Zerbrechen vor. Die Schale kann so wiederverwendet werden.

Onlineshops, die italienisches Design verkaufen:

www.connox.de
www.designikonen.de
www.italiadesigns.co.uk


  • Folgen Sie uns
    Folgen Sie uns auf Facebook Folgen Sie uns auf Twitter Folgen Sie uns auf Google+ Folgen Sie uns auf Instagram
  • Instagram