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Kleines ABC des Porzellan Dekors

Wie kommt eigentlich eine Rose auf die Tasse. Ein Überblick über die gängigsten Techniken des Porzellan Dekors.
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Unter- und Aufglasurdekore

Dekore, die auf die bereits fertig gebrannte Glasur aufgetragen werden, bezeichnet man als Aufglasurdekore. Vorteil: die unbegrenzte Farbpalette. Auch Farben wie Rot und Orange, die keine hohen Brenntemperaturen aushalten, oder Gold- und Platindekore werden bei 800° C bis 900° C auf die Glasur aufgebrannt. Aufglasurdekore kann man spüren: Sie sind nicht ganz so glatt wie die Glasur. Im Gegensatz dazu werden Unterglasurdekore vor dem Glasieren aufgemalt oder gedruckt. Vorteil: Die Dekoration wird von der harten Glasurhülle versiegelt und geschützt.

Handmalerei

Handbemalt sind zum Beispiel Figuren und kostbare Gefäße, Wand-, Platz- und Sammelteller. Dabei wird entweder auf der Glasur gemalt oder auf dem Rohling, der anschließend glasiert und glatt gebrannt wird. Auch metallisch schimmernde Glasuren, Gold- und Platinbänder und vergoldete Reliefs sind oft von Hand gemalt. Zeitaufwand und Kunstfertigkeit finden in relativ hohen Verkaufspreisen ihren Niederschlag.

Foliendekore

Die häufigste und sehr viel preiswertere Technik, Porzellan zu dekorieren, ist das Auflegen einer hauchdünnen, nassen Farbfolie. Mit Folien werden heute Gebrauchsporzellan, aber auch wertvolles limitiertes Porzellan verziert. Dekorfolien werden hauptsächlich im Siebdruckverfahren hergestellt.

Hochtemperaturdekore

Hochtemperaturdekore werden entweder mit Farbfolie, Spritzpistole oder Handmalerei auf das fertig gebrannte Porzellan aufgetragen. Zahlreiche Farbtöne, aber auch Gold und Platin lassen sich mit diesem Verfahren in die Glasur einschmelzen: Das Porzellan wird auf 1.250° C erhitzt, sodass die Dekore in die verflüssigte Glasur einsinken und von ihr geschützt werden. Vorteil: Hochtemperaturdekore sind spülmaschinenfest und unempfindlich gegen Oberflächeneinwirkungen.

Fonddekore

Beim Fonddekor wird auf größere Flächen des Porzellans mit einer Spritzpistole gleichmäßig Farbe aufgetragen. Flächen, die weiß bleiben sollen, werden mit Lack abgedeckt, der vor dem Brennen dann wieder entfernt wird.

Stempeldekore

Meist Golddekore, die mit Stempeln entweder direkt auf das Porzellan oder auf Farbfonds aufgetragen und eingeschmolzen werden.

Ätzgolddekore

Teile des Dekors werden mit Flusssäure, der einzigen Säure, die Porzellan angreift, aus der Glasur ausgeätzt. Die nicht zu ätzenden Teile werden mit einem Lack geschützt. Je länger das Porzellan in der Flusssäure gebadet wird, desto tiefer wird das Dekor eingeätzt. Anschließend wird es zweimal handvergoldet. Jede Goldauflage muss einzeln aufgebrannt werden. Nach dem zweiten Brand wird das Golddekor zusätzlich mit einer Glashaarbürste poliert, damit es glänzt.

Matt- und Glanzgold

Beim Auftragen mit dem Pinsel ist Mattgold (äußerst fein pulverisiertes echtes Gold) noch dunkelbraun, fast schwarz. Nach dem Schmelzbrand zeigt sich Mattgold goldfarben, aber erst nach der Politur erhält es den echten Goldglanz, auch Poliergold genannt. Glanzgold hingegen, eine goldhaltige Schwefelverbindung, glänzt nach dem Brand sogar ohne Politur.

Craquelé

Netzartiges Dekor aus gezielt hervorgerufenen Glasurrissen, die durch die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten von Porzellan und Glasur entstehen. Die Sprünge werden eingefärbt und schmelzen in einem weiteren Brand wieder zu.