Quilt

Vom wärmenden Gebrauchsgegenstand hat sich der Quilt zum dekorativen Kunstobjekt gemausert. Lesen Sie, was die stylishe Tagesdecke ausmacht.

Foto: shutterstock.com / John Wollwerth
Quilt ist der englische Begriff für Steppdecke. Zu den bekanntesten Dessins zählen Patchwork-Decken, die aus verschiedenen Stoffen hergestellt sind. Neben der Verarbeitung schöner Stoffe, ist das Quilting (das Steppen) bei der Quilt-Herstellung von wesentlicher Bedeutung. Ein Quilt besteht in der Regel aus drei Lagen: einer dekorativen Oberdecke, einem wärmenden, weichen Füllstoff und einer Quilt-Rückseite. Nachdem der Quilt früher rein funktional war, hat er sich heute zum schicken Designerstück entwickelt.

Quilt – die verschiedenen Formen

Generell kann man den Quilt in drei Quilt-Typen einorden:

1. den so genannten "Plain Quilt" oder "Whole-Cloth-Quilt" - er ist ein Quilt aus einfarbigen Stoffen.

2. den Quilt aus Patchwork-Arbeiten: So besteht der "Pieced Quilt" aus bunten Flicken und ein "Crazy Quilt" wird aus unregelmäßigen Stoffresten gefertigt.

3. den Applikations-Quilt: Hier werden dekorative Applikationen wie Blumen oder Tiere auf einen Grundstoff aufgenäht.

Mit der Zeit haben sich auch ganz spezielle Sonderformen beim Quilt entwickelt: Der "Baltimore Quilt" ist beispielsweise ein Quilt, der Bauwerke oder Kirchen aus der Stadt Baltimore in den USA abbildet. Beim "Charm Quilt" ist jeder Flicken aus einem anderen Stoff. Ein "Friendship-Quilt" ist ein Quilt, bei dem signierte Blöcke verschiedener Quilterinnen zusammengenäht und zum Zeichen der Freundschaft verschenkt werden.

Die Oberdecke ist damit das Highlight beim Quilt – sie soll besonders schön und dekorativ aussehen. Auf sie wird daher bei der Auswahl der Stoffe und deren Zusammenstellung besonderes Augenmerk gelegt.

Quilt: Füllmaterial und Rückseite

Das Füllmaterial gibt dem Quilt Stabilität. Früher war vor allem wichtig, dass der Quilt besonders gut wärmt. Man verwendet hauptsächlich Vlies, Baumwolle, ein Baumwoll-Polyestergewebe oder Seide. Die Rückseite besteht meist aus einem Stück Stoff, der farblich zur Oberseite passt.

Quilting: den Quilt nähen

Dos and Dont's

  • Waschen Sie alle Stoffe am Anfang durch – das kann böse Überraschungen nach dem Waschen des fertigen Quilts verhindern.
  • Spannen Sie beim Quilten mit der Hand die drei Lagen locker in den Rahmen ein.
  • Fragen Sie nach Quilt- und Applikationsstichen, wenn Sie sich eine neue Nähmaschine kaufen möchten.
  • Kurse oder Gildetreffen geben Hilfestellung und vermitteln die Technik rund ums Quilting.

Mit Steppstichen werden beim Quilt die drei Lagen zusammengenäht. Zum einen verhindert das ein Verrutschen der einzelnen Materialien, zum anderen kann man durch dieses so genannte "Quilting" Formen hervorheben und Muster erzeugen. Heute vernäht man beim Quilt die Lagen hauptsächlich mit Nähmaschinen. Das Quilten von Hand steht aber weiterhin für die hohe Handwerkskunst. Wer einen Quilt mit der Hand herstellt, sollte eher fein gewebte, weiche Stoffe verwenden, da die Nadeln besser hindurchgleiten. Geeignete Quilt-Nadeln gehören dabei ebenso zur Grundausstattung wie ein Quilt-Rahmen.

Woher kommt der Quilt?

Dass der Quilt heute ein begehrtes Deko-Objekt ist, verdanken wir Menschen aus ganz Europa, die im 17. Jahrhundert nach Amerika auswanderten. Mangels neuen Nähmaterials fertigten die Siedlerfrauen aus allen möglichen Stoffresten wärmende Quilts an. An einem Quilt wurde meist gemeinschaftlich gearbeitet. Heute zerschneidet man extra verschiedene Stoffe, um sie kunstvoll wieder zusammenzusetzen. So entstand aus der Not eine Tugend und nach und nach wurde der Quilt immer kunstvoller und aufwendiger gestaltet. Mit dem leicht angestaubten Image von Tagesdecken haben die heutigen Quilts daher nichts mehr gemein.