Teppichboden

Wer möchte schon auf das flauschige Gefühl von Teppichboden unter den Füßen verzichten? Wie man ihn richtig verlegt und reinigt, erfahren Sie hier.

Foto: Vorwerk
Wer sich für einen Teppichboden entscheidet, der bekommt einen weichen Bodenbelag samt angenehmem Laufgefühl. Ein Teppichboden nimmt normalerweise eine große Fläche ein und hat daher einen großen Einfluss auf die Atmosphäre eines Raumes. So sollte man bei der Wahl des Teppichbodens überlegen, aus welchem Material er bestehen soll und welche Farbe oder welches Muster zur Einrichtung passt. Vor dem Teppichboden-Kauf ist es außerdem ratsam, sich über die Höhe des Flors Gedanken zu machen.
Höhe des Flors entscheidet über Flauschigkeit
Vorteile von Teppichboden

  • weiches Laufgefühl
  • rutschfest
  • fußwarm
  • schalldämpfend
  • große Gestaltungsvielfalt
  • Trittschalldämmung nur bedingt erforderlich

Unter Flor versteht man in der Textilindustrie ein bereits geordnetes Band von losen Fasern. Beim Teppichboden legt man mit der Höhe des Flors fest, wie lang die einzelnen Teppichboden-Fasern sind, die senkrecht zur Oberfläche des Untergewebes stehen. Ein hoher Flor fühlt sich flauschiger an als ein niedriger. So spricht man bei einem Teppichboden, dessen Florhöhe unter 1,5 Zentimetern liegt, von einem Kurzflor-Teppichboden. Eine Florhöhe zwischen 1,5 und etwa 5 Zentimeter bezeichnet man als Hochflor-Teppichboden und eine Höhe über 5 Zentimeter als Langflor-Teppichboden. Allgemein gilt, je länger die Teppichboden-Fasern sind, desto ungeeigneter wird er für die Verwendung auf Treppen oder an stark beanspruchten Stellen. Zusätzlich spielt die Dichte des Flors eine weitere Rolle. Je dichter der Teppichboden-Flor ist, desto trittelastischer fühlt er sich an.
Aus was der Teppichboden gemacht ist
Nachteile von Teppichboden

  • empfindlich
  • nicht einfach zu reinigen, daher pflegeintensiv
  • Hausstaub und Milbenbefall möglich

Zu den Bodenbelägen aus Naturfasern zählen Teppichböden aus Sisal, Seegras, Jute, Abaca, Binsen, Kokosfaser oder Papier. Diese Böden sind glatt gewebt, haben also keinen Flor, und sind beispielsweise auf einer Latexunterlage fixiert. Bei textilem Teppichboden hingegen unterscheidet man Auslegware aus natürlicher Wolle, synthetische Materialien wie Nylon, Polyester oder Polypropylen, und Produkte aus Mischfasern. Hierbei werden die unterschiedlichen Materialien zu verschiedenen Anteilen miteinander verarbeitet.
Gewebt, getuftet, konfektioniert: Herstellungsverfahren
Gewebt, getuftet, konfektioniert: Herstellungsverfahren Foto: Vorwerk
Teppichboden ist nicht gleich Teppichboden, denn auch bei der Herstellung und Verarbeitung gibt es Unterschiede. So ist Auslegware aus reiner Wolle meist gewebt. Hierbei ist der Flor kurz und je dichter das Gewebe, desto haltbarer und strapazierfähiger ist der Teppichboden. Geknüpfter Teppichboden hat im Gegensatz zu gewebtem einen weichen Flor aus aufrecht stehenden Fasern.

Bei getufteter Auslegware wird der Flor direkt in das Untergewebe eingearbeitet. Der Flor kann Schlingenform haben oder geschoren sein, das heißt die Schlingen werden aufgeschnitten. Es gibt aber auch Teppichboden mit einer Kombination beider Formen. Getufteter Teppichboden ist günstiger als gewebter und dennoch recht robust. Die gewebte Rips-Auslegware zeichnet sich dadurch aus, dass der Flor in schmalen Rippen angeordnet ist und an Cord erinnert. Beim konfektionierten Teppichboden sind die Florfasern mit der Rückseite verschweißt oder verklebt. Dieser Teppichboden ist preiswert, aber auch dünn und nicht besonders strapazierfähig. Bei der Nadelfilz-Technik wird ein Faservlies durch Widerhaken mechanisch verfestigt, was den Teppichboden besonders strapazierfähiger macht.

Was den Teppichboden-Rücken angeht, gibt es unterschiedliche Beschichtungen. Diese reichen von Latex über Jute bis zu einer Schaumbeschichtung. Alle Varianten dienen dazu, dass der Teppichboden besser am Untergrund haftet und wirken gleichzeitg ausgleichend gegenüber kleinen Unebenheiten.
Teppichboden verlegen
Teppichboden wird als Auslegware verkauft. Das heißt, er wird auf Rollen unterschiedlicher Breiten, meist zwischen vier bis fünf Metern, gelagert. Je nach Bedarf kann der benötigte Teppichboden von diesen Rollen nach Quadratmetern gekauft werden.

Teppichboden kann entweder vollflächig, teilweise oder nur an den Rändern verklebt werden. Außerdem lässt er sich bei Bedarf auch vom Fachmann verspannen. Dabei wird der Teppichboden am Rand über die Nagelleisten fixiert. Bei allen Varianten sollte man darauf achten, dass der Untergrund plan ist. Unebenheiten oder gar Löcher lassen sich mit Ausgleichmasse anpassen.

Beim Kleber beziehungsweise der Teppichboden-Fixierung gibt es unterschiedliche Haftgrade. Diese reichen von stark haftend bis zu wieder ablösbar. So gibt es beispielsweise in Mietwohnungen exakte Bestimmungen, wie ein Teppichboden verlegt werden darf. Werfen Sie vor dem Kleberkauf also am besten einen Blick in Ihren Mietvertrag oder die Hausordnung.
Teppichboden richtig reinigen
Teppichboden richtig reinigen Foto: Vorwerk
Damit Sie länger Freude an Ihrem Teppichboden haben, ist es wichtig, ihn regelmäßig zu reinigen. Im Laufe der Zeit setzen sich Schmutzpartikel, Staub und Milben im Teppichboden ab und lassen ihn schneller altern. Daher sollte er wenn möglich alle ein bis zwei Tage gesäubert werden. Neben der täglichen Reinigung raten Experten noch zu einer Zwischen- und einer Grundreinigung. Dann hält der Teppichboden auch mindestens sieben Jahre.

Die tägliche Teppichboden-Pflege trägt zu dessen Werterhaltung bei und sorgt dafür, dass der Bodenbelag auch nach längerer Zeit ansprechend aussieht. Da sich in der Luft befindliche Staub- und Schmutzteilchen auf dem Teppichflor absetzen und bei unregelmäßiger Reinigung tief in den Fasern einlagern, gilt es, diesem Prozess durch regelmäßiges Staubsaugen vorzubeugen. Das Binden des Hausstaubs macht den Teppichboden allergikerfreundlicher als andere Böden auf denen Staub nur aufliegt und aufgewirbelt wird.

Bei teilverschmutzten Flächen wie beispielsweise im Eingangsbereich kommt die Zwischenreinigung zum Einsatz. Hierbei wird ein Reinigungspulver auf den Teppichboden aufgestreut, mit einer Bürstmaschine einmassiert und nach der Trocknung wieder abgesaugt. Die effektivste und wirksamste Methode, einen Teppichboden zu reinigen, ist jedoch die Grundreinigung. Ein Fachmann schäumt hierbei mit einer Sprühextraktionsmaschine ein Reinigungsmittel auf, massiert es in die Teppichoberseite ein und saugt es wieder ab. Nach der Trocknung muss nochmals mit einem Bürstsauger nachgesaugt werden.

Flecken wie Rotwein, Schokolade oder Bratensoße sollten Sie am besten sofort entfernen. Wenn Flecken nämlich erst einmal im Teppichboden eingetrocknet sind, können sie mit den Fasern chemisch reagieren. Das unschöne Ergebnis wäre ein dauerhafter Fleck im Teppichboden. Daher empfiehlt es sich, auf den Teppichboden abgestimmte Extraktionsreiniger und Fleckenentfernen im Haus zu haben. So lassen sich die meisten Flecken aus dem Teppichboden entfernen.