Linoleum

Sie möchten einen strapazierfähigen Bodenbelag in einer ausgefallenen Farbe? Linoleum ist extrem pflegeleicht, umweltfreundlich und in fast jeder erdenklichen Farbe erhältlich.

Foto: Uwe Dahlmann
Den Bodenbelag Linoleum verdanken wir einem Zufall: In den 1860ern experimentierte Frederick Walton mit schnell trocknenden Farben. Dabei entdeckte er auf einer Dose eine feste, gummiartige Schicht aus oxidiertem Leinöl. Nach diversen Versuchen und Zugabe weiterer Stoffe stellte er schließlich 1863 das erste Linoleum her. Dessen Name verweist auf das lateinische Wort für Leinöl, nämlich "oleum lini".

Neben Leinöl besteht Linoleum aus weiteren, rein natürlichen Inhaltsstoffen: Holz- oder Korkmehl, gemahlenem Kalkstein, Naturharzen und Pigmenten. Als Trägermaterial dient Jute. Aufgrund seiner Strapazierfähigkeit war Linoleum bis in die 50er Jahre ein weit verbreiteter Bodenbelag. Doch mit dem Aufkommen des kostengünstigeren PVCs, des Teppichbodens oder des Fertigparketts geriet Linoleum zunehmend in Vergessenheit.
Umweltfreundliches und biologisch abbaubares Linoleum
Vorteile von Linoleum

  • Farbvielfalt
  • strapazierfähig
  • Lebensdauer 25 - 40 Jahre
  • reines Naturprodukt
  • angenehm weiches Trittgefühl
  • Fußbodenheizung möglich
  • antistatisch und antibakteriell
  • hygienischer Bodenbelag
  • pflegeleicht
  • farbstabil

Als in den 1980er Jahren das allgemeine Umweltbewusstsein in der Bevölkerung stieg, wurde das Naturprodukt Linoleum wieder attraktiv. Der umweltfreundliche und kompostierbare Bodenbelag traf genau den Nerv der Zeit.

Das Linoleum von heute hat mehr zu bieten als sein Vorgänger. Wurde dieser mit der Zeit spröde und hart, bleibt das moderne Linoleum elastisch, hat eine hohe Lebensdauer und verfügt über ein angenehmes Trittgefühl. Das Material ist weich und warm. Musste man früher Linoleum hin und wieder wachsen, bleibt einem das heute erspart - einer zusätzlich aufgetragenen Schutzschicht sei Dank.

In streng ökologisch hergestelltem Linoleum findet sich kein Mehl aus tropischen Hölzern. Stattdessen darf hier nur Holzmehl aus kontrolliert bewirtschafteten Wäldern der nördlichen und gemäßigten Regionen verwendet werden. Außerdem enthalten die Pigmente keinerlei Schwermetalle und alle Inhaltsstoffe müssen biologisch abbaubar sein - sozusagen "Natur pur".
Linoleum als Rollware oder mit Klick-System
Nachteile von Linoleum

  • nicht für den Nassbereich geeignet
  • Fugen müssen verschweißt werden

Wer sich für einen Linoleum-Boden interessiert, hat beim Verlegen verschiedene Möglichkeiten. Zum einen wird Linoleum als Meterware produziert und kann vom Fachmann vollverklebt verlegt werden. Damit keine Feuchtigkeit in das Naturmaterial eindringen kann, müssen die Fugen extra verschweißt werden. Sonst würde sich das Linoleum verziehen und wellig werden.

Daneben sind Linoleum-Fliesen bzw. Linoleum-Dielen auf dem Markt. Ähnlich wie beim Klick-Laminat können die einzelnen Elemente zusammen gesteckt und das Linoleum schwimmend verlegt werden. Bei solch einem Verlegesystem sitzt eine Schicht aus Linoleum auf einer Holzfaserträgerplatte. Eine Korkschicht dient hierbei als Trittschalldämmung. Dieser Linoleum-Boden lässt sich im Handumdrehen in Eigenregie verlegen.
Farbstabilität und Dekor-Vielfalt
Farbstabilität und Dekor-Vielfalt Foto: Tarkett
Wer sich für Fliesen oder Dielen aus Linoleum entscheidet, dem sind bei der Gestaltung des Bodens keine Grenzen gesetzt. Verschiedenfarbige Elemente lassen sich nach Belieben kombinieren, abstimmen und sogar Verläufe sind möglich. Auch Linoleum als Meterware ist in diversen Farben erhältlich. Linoleum kann in zahlreichen Dekoren, Mustern und Marmorierungen eingefärbt werden.
Besonders geeignet für:
  • stark beanspruchte Böden
  • Verwendung in Küche und Kinderzimmer