Sitzen

Gesundes Sitzen können die passenden Möbel unterstützen - sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause auf dem Sofa.

Foto: Jeanette Schaun
Das Sitzen ist eine bequeme Körperhaltung, bei dem sich die Muskeln und Gelenke, die den Körper sonst aufrecht halten, entspannen können und entlastet werden. Das Problem: Die Mehrheit der Menschen verbringt mittlerweile die meiste Zeit des Tages im Sitzen. Fehlhaltungen durch vermeintlich bequemes Sitzen führen dann häufig zu einer allzu runden Rückenhaltung und damit zu Rückenschmerzen. Wenn Sie einige einfache Regeln beim Sitzen beachten, sich mit einem passenden Bürostuhl ausstatten und auch Zuhause auf rückenfreundliches Mobiliar achten, können Sie Rückenschmerzen durch falsches Sitzen vorbeugen.

Unerlässlich für gesundes Sitzen: Der richtige Stuhl

Gesundes Sitzen

  • Sitzen Sie aufrecht und möglichst unverkrampft
  • Sitzen Sie so, dass Ober- und Unterschenkel, aber auch Ober- und Unterarme einen lockeren rechten Winkel zueinander bilden
  • Dynamisch sitzen, also häufig die Sitzhaltung ändern
  • Stützen Sie Ihre Arme im Sitzen auf. Das entlastet den Oberkörper
  • Sitzen Sie nicht nur auf der Kante Ihres Stuhls, sondern nutzen Sie seine Fläche ganz aus

Achten Sie bei der Wahl eines Stuhls, auf dem Sie täglich viele Stunden sitzen, dass dieser Armlehnen hat. Die Lehnen entlasten Ihre Schultermuskulatur wenn Sie Ihre Arme locker aufstützen und beugen so schon im Sitzen Verkrampfungen vor. Auch die Sitzhöhe ist ein Merkmal für einen passenden Stuhl. Sie sitzen gut, wenn Ihre Beine weder in der Luft baumeln, noch gegen die Tischplatte stoßen. Ungefähr einen 90°-Winkel sollten Ihre Knie im Sitzen bilden.

Insbesondere im Büro sollten Sie auf gesundes Sitzen achten. Bei einem modernen und gut angepassten Bürostuhl folgen Sitzfläche und Rückenlehne automatisch Ihren Bewegungen. Dabei sollte der Sitz allerdings nicht zu leicht in alle Richtungen schwenken. Die individuell einstellbare Rückenlehne stützt per Federung die natürliche Wirbelsäulenform. Um schmerzhaften Fehlhaltungen bei Schreibarbeiten im Sitzen vorzubeugen, ist eine im Neigungswinkel klappbare Tischplatte Trumpf. Dabei schonen Sie beim Sitzen Ihre Halswirbel und sogar Ihre Augen werden sich freuen. Sie haben nämlich plötzlich einen viel besseren Überblick.

Wer sich zusätzliche Entlastung beim Sitzen verschaffen möchte, besorgt sich eine passende Sitzunterlage nach individuellen Vorlieben. Keilkissen beispielsweise lassen im Sitzen das Becken nach vorne kippen und entlasten damit die Wirbelsäule. Stecken Sie Ihr Keilkissen im Sitzen dagegen zwischen Ihren Rücken und die Rückenlehne des Stuhls, unterstützt der Keil nochmals das natürliche S der Wirbelsäule. Tipp bei kurzen Beinen: Besorgen Sie sich eine kleine Fußbank, denn wenn Sie angelehnt auf Ihrem Stuhl sitzen, verfallen Sie ansonsten leicht in eine nach einigen Stunden schmerzhafte Hohlkreuzhaltung.

Sitzen auf Sofa und Sessel - bitte nicht zu tief!

Sitzen auf Sofa und Sessel - bitte nicht zu tief! Foto: Fritz Hansen
Polstermöbel wie Sofas oder Sessel werden allzu oft allein nach Ihrem Design, nach Trendfarben und Stilvorlieben ausgewählt. Verständlich, schließlich spielt das Auge bei Einrichten oft die Hauptrolle. Doch lassen Sie beim Sofakauf auch Ihren Rücken mitentscheiden und sitzen Sie ausführlich Probe. Es lohnt sich!

Wollen Sie künftig nicht nur am Arbeitsplatz, sondern beispielsweise auch beim abendlichen Fernsehen gesund sitzen, so sollten Sie schon beim Kauf Ihres Mobiliars auf eine stabile, nicht zu nachgiebige Polsterung, eine passende Sitzhöhe und möglichst ergonomisch geformte Rückenlehnen achten. Oftmals lassen Sofas Sie nämlich viel zu niedrig sitzen. Haben Sie bereits einen solchen "Tiefsitzer" im heimischen Wohnzimmer stehen, so leisten auch hier Sitzkissen und -keile unkompliziert Abhilfe.

Alternatives Sitzen: Spezialmöbel

Wer nicht täglich fürs richtige Sitzen trainieren möchte, kann seinen Rücken durch zeitweises Sitzen auf alternativen Möbeln in Schwung halten. Ein so genannter Kniestuhl beispielsweise bringt Sie schnell in die richtige Haltung. Dabei sitzen Sie auf seiner nach vorn abfallenden Sitzfläche automatisch mit abgekipptem Becken und ohne die Möglichkeit, ins ungesunde Hohlkreuz zu verfallen. Die Beine finden Halt auf schmalen Polstern, eine Lehne braucht es in dieser Sitzhaltung nicht, denn der Stuhl sorgt ohne sie für eine aufrechte Haltung im Sitzen.

Manchen erinnert er zu sehr an Krankengymnastik, andere schwören auf ihn: Der Sitzball fördert das bewegliche Sitzen, lässt ständige Positionswechsel zu und stärkt die Muskulatur. Für langes, ausdauerndes Sitzen sollte er hingegen nicht genutzt werden.