Lattenrost und Lattenroste

Eine gute Matratze allein macht noch kein gemütliches Bett. Ein guter Lattenrost erhöht den Schlafkomfort und beugt Rückenschmerzen vor.

Foto: Lattoflex
Wo heutzutage ein Lattenrost für den richtigen Sitz der Matratze sorgt, waren früher lediglich massive Bretter befestigt, damit die Schlafstätte nicht den Boden berührte. Später wurden Drahtgitter und Sprungfederrahmen eingesetzt, um für eine weichere Ruhelage zu sorgen. Diese konnten jedoch leicht rosten und waren für ihre geräuschvolle Untermalung der nächtlichen Wendemanöver berühmt.

Im Jahre 1957 wurde eine einfachere und günstigere Lösung für die Schlafprobleme vieler gefunden. Die Firma Lattoflex verkaufte fortan so genannte Lattenroste, die aus einem stabilen Holzrahmen und zahlreichen Holzleisten bestanden, welche mittels Losleisten am Rahmen befestigt wurden. Dieser Lattenrost ermöglichte erstmals eine flexible Unterstützung der jeweiligen Liegeposition. So konnte an stärker belasteten Stellen eine zusätzliche Latte in die vorgesehene Halterung eingespannt werden, um den Lattenrost individuell anpassbar zu machen.
Die Vorteile des Lattenrost liegen vor allem in der manuell einstellbaren Ausstützung des Körpers und der einfachen, leichten Bauweise. Je nach gewünschtem Härtegrad können unterschiedliche Stellen beim Lattenrost stärker mit Latten unterlegt werden, um den ungleichen Gewichtsbelastungen entgegen zu wirken. Defekte oder stark abgenutzte Leisten lassen sich beim Lattenrost mit ein paar Handgriffen austauschen. Dank der Abstände zwischen den Latten ermöglicht der Lattenrost eine Luftzirkulation um die Matratze – so werden unangenehme Gerüche aus dem Nachtlager verbannt.

Obwohl das Federverhalten beim Lattenrost im Vergleich zu früheren Konstruktionen heute sehr gut ist, kann auch der Lattenrost nicht allen Anforderungen des jeweiligen Körperbaus und der individuellen Schlafgewohnheiten gerecht werden. Der relativ starre Lattenrost hilft zwar dabei, die empfindliche Wirbelsäule einigermaßen gerade zu halten, jedoch kann die stützende Wirkung beim Positionswechsel verloren gehen, was trotz Lattenrost zu einem unruhigen und wenig erholsamen Schlaf führen kann. Neben den steifen Rahmen gibt es auch bewegliche Lattenroste, die in verschiedene Segmente gegliedert sind. Diese Lattenroste sind nach ergonomischen Gesichtspunkten unterteilt und ermöglichen eine spezielle Lagerung der Rücken- oder Beinpartie durch manuelle Verstellung der Segmente.

Untersuchungen zur Schlafphysiologie lieferten zahlreiche Erkenntnisse, die in die Konstruktion der Lattenroste und Matratzen einflossen. Statt Holz kamen immer mehr flexible Kunststoffe und Leichtbaumaterialien beim Lattenrost zum Einsatz. Sogar High-Tech-Werkstoffe wie Glasfaser und Carbon werden heutzutage im Lattenrost verarbeitet, um bestmögliche Ergebnisse beim Federverhalten und der Linienunterstützung der Lattenroste zu erzielen. Je mehr Auflagepunkte ein Lattenrost hat, desto besser kann er sich dem Körper und seinen Bewegungen anpassen. Durch die gleichmäßige Entlastung der Wirbelsäule können plagende Rückenbeschwerden mit einem guten Lattenrost auf schonende Art und Weise in den Griff bekommen werden.

Verstellbare Lattenroste gibt es auch mit elektrischen Motoren, die eine Optimierung der Liegeposition per Knopfruck ermöglichen. Aber auch diese beweglichen Lattenroste können ihre federnde Wirkung nicht entfalten, wenn die dazugehörige Matratze zu hart oder zu weich ist. Nur eine gelungene Kombination aus Lattenrost und Matratze garantiert größtmöglichen Schlafkomfort und ein entspanntes Erwachen.