Kork und Korkboden

Ein Bodenbelag aus Kork bringt die Natur ins Haus. Kork ist weich, pflegeleicht und hat eine antistatische Wirkung.

Foto: Ivo Nörenberg
Kork wird aus der Rinde der Korkeiche hergestellt. Bereits seit dem zweiten Jahrhundert n. Chr. pflegt man im westlichen Mittelmeerraum die Tradition der Korkherstellung. Korkeichen werden dabei über dreihundert Jahre alt und können etwa alle zehn Jahre geerntet werden. Das Besondere an ihnen ist, dass sie in zwei Richtungen wachsen. Im Inneren ensteht Holz und außen Kork. Bei der Ernte wird Kork behutsam in Handarbeit abgeschält. Danach wird die Kork-Rinde geschrotet und zusammen mit Harz erhitzt und gepresst. Heraus kommt das vielseitig verwendbare Naturprodukt Kork.
Kork wussten schon die Römer, Ägypter und Griechen in der Antike zu schätzen. Sie verschlossen mit Kork ihre Amphoren oder Weinflaschen und machten so den Inhalt haltbar. Möglich war dies durch die isolierende Wirkung, Elastizität und Wasserundurchlässigkeit von Kork.
Kork als Bodenbelag
Vorteile von Kork

  • pflegeleicht
  • tritt- bzw. schalldämpfend
  • antistatisch
  • fußwarm
  • elastisch
  • isolierend

Diese Eigenschaften weiß man auch heute noch zu schätzen. Das Naturprodukt Kork findet sich in zahlreichen Einsatzgebieten. Es wird bei ergonomisch geformten Schuhsolen genauso verwendet wie als ökologisches Isoliermaterial beim Hausbau oder gar als High-Tech Dämmstoff im Space-Shuttle. Aufgrund seiner hohen Dichte und schlechten Wärmeleitfähigkeit ist Kork ein sehr guter Wärmedämmstoff, der sich wegen seiner hygienischen Qualitäten auch hervorragend als Fußbodenbelag eignet.
Nachteile von Kork

  • dehnt sich aus, daher beim Verlegen auf ausreichende Dehnungsfugen achten
  • nicht alle Korkböden können über einer Fußbodenheizung verlegt werden

Klassischerweise verlegt man Kork als massive Fliesen, die mit dem Untergrund verklebt und anschließend versiegelt werden. Kork als Fliesen gibt es in verschiedenen Größen, Formaten und Schattierungen. Die Stärke liegt zwischen vier und sechs Millimetern.

Eine Alternative zu Korkfliesen ist Parkett aus Kork. Hierbei werden die bereits versiegelten Korkdielen entweder miteinander verklebt oder mittels Nut und Feder ineinander geklickt. So können sie schwimmend verlegt werden. Beide Varianten sind massiv oder furniert verfügbar.
Korkboden richtig pflegen
Korkboden richtig pflegen Foto: Ivo Nörenberg
Das Naturprodukt Kork ist ein pflegeleichter Fußbodenbelag. Um ihn sauber zu halten, reichen gelegentliches Wischen und Staubsaugen völlig aus. Gleichzeitig sorgt Kork mit seiner antistatischen Eigenschaft für mehr Sauberkeit im Haushalt.

Beim Kauf von Baustoffen aus Kork für den Wohnbereich sollte man stets darauf achten, dass keine lösungsmittelhaltigen Lacke für die Versiegelung verwendet wurden. Seit geraumer Zeit gibt es zahlreiche natürliche Harze und Siegellacke auf Wasserbasis, die, im Gegensatz zu vielen chemischen Mitteln, keine unangenehmen Ausdünstungen beim neuen Korkboden verursachen. Am natürlichsten lässt sich Kork jedoch mit natürlichen Ölen oder Wachsen pflegen und veredeln.

Ein massiver Korkboden kann hin und wieder auch abgeschliffen und neu versiegelt werden. So bekommt die interessante Maserung und die warme Farbe des Naturmaterials Kork neuen Glanz.
Kork und Nachhaltigkeit
Kork ist ein Material der Zukunft: Es ist ein zu 100 Prozent natürlicher Rohstoff, für dessen Ernte kein einziger Baum gefällt werden muss. Möbel, Accessoires und Bodenbeläge aus Kork sind deshalb eine nachhaltige Alternative zum Wohnen mit Holz. Dass die gesamte Ernte weiterverarbeitet wird und kein Gramm Kork verloren geht, ist – neben den isolierenden Eigenschaften, durch die sich Energiekosten einsparen lassen - ein weiterer nachhaltiger Aspekt. Außerdem ist Kork ein unschlagbarer CO2-Speicher und vollständig recyclebar. Da Kork weder Staub noch Milben aufnimmt, ist es gut geeignet für Asthmatiker und Allergiker.
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