Fototapete und Fototapeten

Die Fototapete liegt wieder im Trend. Neben Panoramamotiven von Landschaften gibt es heutzutage auch dezentere Motive wie Grafiken und Muster.

Foto: bedruckte-tapete.de
Als der französische Papiermacher Nicolas-Louis Robert 1799 eine Maschine patentierte, die es ermöglichte, endlos lange Papierrollen zu produzieren, wurde die bis dahin kostspielige Tapete für jedermann erschwinglich. Und mit der steigenden Nachfrage ging eine immer größer werdende Auswahl an Mustern, Formen und Farben einher. Auch bildliche Darstellungen waren jetzt möglich. Die maßgeschneiderte Fototapete sollte jedoch erst später kommen.

Die klassische Fototapete ist meist eine Vergrößerung eines bekannten Postkartenmotivs. Spektakuläre Naturszenen und atemberaubende Skylines können in beeindruckender Größe mit einer Fototapete dauerhaft an die eigene Wand projiziert werden. Die Fototapete wird in der Regel im Flachsieb- oder Offset-Druckverfahren hergestellt und lässt sich wie gewöhnliche Tapeten mit handelsüblichem Kleister verkleben. Beim Tapezieren ist darauf zu achten, dass die Bahnen der Fototapete fugenlos und exakt aneinander passen, da die Motive oftmals ganze Wände füllen. Fehler beim Anbringen der Fototapete machen sich eher bemerkbar als bei einer normalen Tapete.
Mehr zum Thema:
In den Siebzigern drang der Wunsch nach Freiheit und Individualität auch in die Wohnungen vor – und blieb dort in Form der Fototapete sprichwörtlich an den Wänden kleben. Auffällige Designs, abstrakte Kunst und surreale Illustrationen waren ebenso begehrte Motive auf Fototapeten wie Fotografien und Landschaften. Die Fototapete mit Strandszenen war lange beliebt und schmückte vielerorts das heimische Wohnzimmer oder den aufgestylten Partykeller. Vielerorts begegnet man den skurrilsten und schrillsten Fototapeten der Siebziger auch heute noch. Entweder vergilbt und vernachlässigt oder als druckfrisches Juwel im Retro-Look.

Als der Hype um die Fototapete Mitte der Achtziger ein Ende nahm, wurde der Wandschmuck wieder funktioneller. Die biedere, einfarbige Raufasertapete war wieder auf dem Vormarsch. Für lange Zeit sollte Zurückhaltung die Wahl der Tapete beeinflussen. Nach langer Missachtung kam der Fototapete der technische Fortschritt in Form von Computer- und Digitaltechnik zur Hilfe. Mit der Entwicklung der digitalen Fotografie wurden die Möglichkeiten zur individuellen Ausgestaltung der Fototapete schier grenzenlos.

Neben den bewährten Fototapeten von der Stange, die es in zahlreichen Ausführungen gibt, besteht heutzutage die Möglichkeit, sich ein selbst gemachtes Bild auf die Fototapete drucken zu lassen. Material, Maße und Farben der Fototapete können frei gewählt werden. Dank diverser Fotopapier-Walldesigner, die zahlreiche Anbieter von Fototapeten auf ihrer Internetseite integriert haben, kann ein Schnappschuss der Liebsten online eingefügt, bearbeitet und als druckfrische Fototapete in Auftrag gegeben werden.

Seit einigen Jahren ist die Fototapete wieder im Kommen. Kreative, aufwändige und farbenfrohe Fototapeten sind in vielen Restaurants, Boutiquen und Cafes zu sehen und hinterlassen beim Besucher einen bleibenden Eindruck. Mit der eigenen Fototapete kann man jeden Raum in ein Unikat und die Wohnung in ein eigenes Atelier verwandeln. Ob glatt oder strukturiert, matt oder im Hochglanzformat - die Fototapete macht als Raumverschönerer eine gute Figur.