Fototapete und Fototapeten

Selbstklebend, aus Vinyl oder mit eigenem Motiv - die Fototapete ist wieder Trend. Hier erfahren Sie alles über Auswahl und Anbringen einer Fototapete.

Fototapete "Wald" hat durch ihre Tiefe eine raumvergrößernde Wirkung.

Fototapete "Wald" hat durch ihre Tiefe eine raumvergrößernde Wirkung.

Foto: your-design-shop.com

Fototapeten - das Motiv entscheidet

Die klassische Fototapete ist meist die Vergrößerung einer Naturszene, einer Skyline, von Illustrationen, klassischer Kunst oder auffälligen Designs. Anders als der übliche Wandschmuck im Bilderrahmen, kommt die Fototapete auf mehreren Bahnen direkt an die Wand. Eine Fototapete wird in der Regel im Flachsieb- oder Offset-Druckverfahren hergestellt und lässt sich je nach Material wie gewöhnliche Tapete mit handelsüblichem Kleister verkleben. Eine Fototapete unterscheidet sich daher von "üblichen" Tapeten somit grundsätzlich nur in der Art des aufgedruckten Motivs.
Stadtansichten wie diese Straßenszene, Naturaufnahmen oder selbst gestaltete Fototapeten gibt es im Shop juicywalls.com.

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Foto: Juicy Walls

Fototapeten - eine Materialkunde

Weiße Wände weichen wieder häufiger modernen Kreationen mit Fototapete. Das mag auch daran liegen, dass eine Fototapete einem Raum schnell und verhältnismäßig kostengünstig ein neues Gesicht geben kann. Innerhalb weniger Stunden sind die Bahnen der Fototapete an der Wand und die Wohnung erhält einen frischen Charakter. Welche Fototapete man wählt ist neben einer Geschmacks- auch eine Preisfrage. Dies sind die gängigsten Materialien für Fototapeten:
Papier-Fototapete: Eine Fototapete aus Papier besteht zumeist aus Recyclingpapier, dessen Oberfläche mehrfach bedruckt ist. Die Papiertapete ist die ursprünglichste Version ihrer Art, wird mit handelsüblichem Kleister verklebt und ist meistens in Sets, also als Fototapete in Bahnen oder - seltener - in Quadraten erhältlich.
Textil-Fototapete: Die Textil-Fototapete hat eine beschichte Oberfläche aus Textilfasern, die auf Papier kaschiert ist. Sie wirkt leicht dreidimensional und muss oft mit Spezialkleber an die Wand gebracht werden.
Vinyl-Fototapete: Eine Fototapete aus Vinyl bestehen aus einem Trägerpapier mit Vinylbeschichtung. Ihre PVC-Oberfläche ist scheuerbeständig. Praktisch: Die Vinyl-Fototapete bringt eine permanent haftenden Polyacrylat-Klebeschicht, also eine selbstklebende Rückseite mit und ist daher besonders schnell zu verarbeiten.
Vlies-Fototapete: Vlies-Fototapeten bestehen aus Zellstoff- und Polyesterfasern, die mit Bindemittel gefestigt sind. Sie sind PVC-, lösemittel- und formaldehydfrei, können kleine Risse kaschieren und sind leicht zu verkleben. Der Kleister kann bei einer Fototapete aus Vlies direkt auf die Wand aufgebracht werden.
Materialien für Fototapeten im Überblick

  • Fototapete aus Vlies: leichtes Tapezieren, Abwischbar, meist PVC-frei und ohne schädliche Weichmacher, leichtes Entfernen.
  • Fototapete aus Vinyl: Selbstklebend - daher keine Weichzeiten, Abwischbar, schnell anzubringen.
  • Fototapete mit Textilbeschichtung: Recht selten, meist mit Spezialkleber zu verarbeiten.
  • Fototapete aus Papier: bestes Preis-/ Leistungsverhältnis zumeist deutlich günstiger.

Tipps zum Kauf einer Fototapete

Wer sein Zuhause mit einer Fototapete schmücken möchte, sollte sich vor dem Kauf einige wichtige Fragen stellen. Um Fehlkäufe zu vermeiden, sollte man sich im Vorhinein über mögliche Motive informieren, eigene Entwürfe mit Experten besprechen und sich beraten lassen. Unsere Tipps für den Kauf einer Fototapete:
Die Digitaldruck-Fototapete "Nashorn" von Tapetenjoe ist aus Vlies gemacht, reißfest und trocken einfach von der Wand abziehbar.

Die Digitaldruck-Fototapete "Nashorn" von Tapetenjoe ist aus Vlies gemacht, reißfest und trocken einfach von der Wand abziehbar.

Foto: Tapetenjoe

1. Motiv von der Stange vs. individuelles Bild

Neben den bewährten Fototapeten von der Stange, bieten zahlreiche Hersteller die Möglichkeit, sich ein selbst gemachtes Foto oder auch eine Zeichnung auf eine Fototapete drucken zu lassen. Material, Maße und Farben der Fototapete können dabei frei gewählt werden. Dank diverser Walldesigner-Werkzeuge, die zahlreiche Anbieter von Fototapeten auf ihrer Internetseite integriert haben, kann beispielsweise ein Schnappschuss oder eine selbst fotografierte Landschaftsaufnahme online eingefügt, bearbeitet und als druckfrische Fototapete in Auftrag gegeben werden. Die individuellen Aufdrucke erfolgen zumeist per großformatigen Digitaldruck mit UV-, Latex-, Pigment- oder Solventfarben. Tipp: Auf eine ausreichende Auflösung des Originalbildes achten. Viele Anbieter empfehlen etwa einen Megapixel pro Quadratmeter Fototapete.

2. Die Wirkung im Raum bedenken

Großflächige Motive verbreiten Unruhe und sind nichts für kleine Räume - eine Faustformel die man immer wieder liest. Zwar verkleinern große Strukturen und dunkle Farben optisch tatsächlich, doch wer sich in eine Fototapete im XXL-Format verliebt hat, umgibt sich gern mit ihr, egal ob der damit tapezierte Raum groß oder klein ist. Vertrauen Sie hier Ihrem Gefühl und Geschmack. Daneben lassen sich kleine Räume mit Hilfe einer Fototapete sogar optisch größer tricksen. Zahlreiche Motive erzeugen als Fototapete die Illusion von Weite durch geöffnete Fenster oder beispielsweise den Blick in einen endlos wirkenden Wald.

3. Die Motivgröße bestimmen

Soll die Fototapete die komplette Zimmerwand bedecken oder ähnlich wie ein großes Bild nur einen Teil derselben schmücken? Hier gilt wie so oft beim Wohnen: Wer die fragliche Wand genau vermisst, vermeidet Enttäuschungen nach dem Kauf der Fototapete. Je nach Hersteller sind Motive von der Stange zumeist in mehreren Größen erhältlich.

4. Schadstofffreie und Brandschutz-zertifizierte Fototapeten vorziehen

Unangenehm riechende Fototapeten können zu Hause schnell nicht nur zum störenden Ärgernis werden, sondern sind durch eventuelle Schadstoffe in Farben oder Bindemitteln auch gesundheitsgefährdend wirken. Achten Sie daher beim Kauf einer Fototapete auf entsprechende Umweltsiegel wie den bekannten blauen Engel und beziehen sie auch Brandschutz-Zertifizierungen und DIN-Normen in Ihre Kaufentscheidung der Fototapete ein.
Fototapete "Rose" von bedruckte-tapete.de lässt sich ganz nach Wunsch in Höhe und Breite konfigurieren.

Fototapete "Rose" von bedruckte-tapete.de lässt sich ganz nach Wunsch in Höhe und Breite konfigurieren.

Foto: bedruckte-tapete.de

Tipps zum Anbringen der Fototapete

Auch ohne eine große handwerkliche Erfahrung sind die meisten Fototapeten leicht zu verarbeiten. Was beim Anbringen im Einzelnen zu beachten ist, variiert je nach Material der jeweiligen Fototapete. Immer jedoch gilt: Es lohnt es sich, die Wände vor dem Tapezieren der Fototapete gründlich vorzubereiten. Die alte Tapete sollte bestenfalls entfernt, Reste abgezogen, Risse ausgebessert und Unebenheiten ausgeglichen werden.

Mit Vlies-Tapeten im Vorteil

Vliestapeten sind besonders einfach in der Handhabung. Eine Fototapete aus Vlies bestehen aus einem reißfesten Material, weist zumeist eine Struktur auf und wird bahnenweise an die Wand gebracht. Ihr großer Vorteil: Bei einer Fototapete aus Vlies muss keine Weichzeit beachtet werden. Sie kleistern nämlich nicht die Tapetenbahn ein, sondern bringen den Kleister direkt auf die zu tapezierende Wand.

Fototapeten aus Papier tapezieren

Bei Fototapeten aus Papier gilt: Zwar mögen Vlies- oder selbstklebende Vinyl-Tapeten besonders anwenderfreundlich sein, doch auch vor einer anderen Art Fototapete braucht man nicht zurückzuschrecken. Legen Sie zuerst die einzelnen Bahnen der Fototapete in der jeweiligen Reihenfolge auf den Boden. Nun steht das Einkleistern auf dem Programm. Dafür rühren Sie den Kleister lieber etwas dicker an und tragen ihn dafür dünner auf. Achten Sie darauf, ob der Kleister bei Ihrer Fototapete auf die Rolle oder die Wand gehört. Hierzu geben die Symbole nach Euro-Norm auf der Verpackung der Tapete Aufschluss. Loten Sie die erste Bahn einer neu zu tapezierenden Fototapete am besten mit einer Wasserwaage aus, damit auch die Folgebahnen alle senkrecht verlaufen. Schließlich noch die Tapete mit einer Bürste oder einem glatten Gegenstand am oberen Rand an der Wand andrücken und nach unten glattstreichen.
Fototapete "Ziegel" von Tapetenshop ist als Vlies- oder Strukturvlies-Tapete in mehreren Größen erhältlich und rapportfrei zu verarbeiten.

Fototapete "Ziegel" von Tapetenshop ist als Vlies- oder Strukturvlies-Tapete in mehreren Größen erhältlich und rapportfrei zu verarbeiten.

Foto: Tapetenshop

Fototapete auf Spanplatte tapezieren

Und wenn die Fototapete nur temporärer Wandschmuck sein soll? Wer das Motiv öfters tauschen, dabei aber nicht stets die ganze Wand umtapezieren möchte, kann seine Fototapete beispielsweise auf eine Spanplatte anbringen. Dazu eine Span- oder Gipskartonplatte am besten kurz anschleifen und mit Dispersionsfarbe streichen. Hierauf kommt schließlich die Fototapete. Achtung: Je nach Material der Fototapete benötigen Sie eventuell etwas mehr Kleister, als dies an der Wand der Fall wäre.
Hersteller von Fototapeten:

Autorin: Katharina Eidam

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