Beleuchtung

Licht schafft Atmosphäre. Doch eine richtige Beleuchtung will gut geplant sein. Zuviel davon blendet, zu wenig versetzt Sie ins Dunkel. Wir zeigen, wie Sie die richtige Beleuchtung für Ihr Zuhause planen und worauf Sie bei LED, Dimmer und anderer Lichttechnik achten müssen.

Foto: Jonas von der Hude

Schönes Licht: eine Sache der richtigen Planung

Die Beleuchtung entscheidet, ob wir uns in einem Raum wohlfühlen. Denn je nach Kontrast, Lichtfarbe oder Helligkeit entfaltet das Licht eine völlig andere Wirkung. Indirekte Leuchten zum Beispiel schaffen weiches Wohlfühllicht, der Arbeitsplatz dagegen benötigt ein sehr helles, fokussiertes Licht. Um das Beste aus einem Raum herauszuholen, sollte auch die Beleuchtung gut geplant sein.

Im besten Fall wird die Lichtplanung bereits beim Bau oder der Renovierung berücksichtigt. Nutzen Sie die Chance, mit einem Experten über Ihre Vorstellungen einer gelungenen Beleuchtung zu sprechen. Denn die Sache mit dem Licht gerät gern in den Hintergrund. Dabei erspart eine gründliche Planung spätere Enttäuschungen und kostspielige Nachbesserungen. Denn nur so sind die Steckdosen und Stromanschlüsse genau dort, wo sie später gebraucht werden und hässliche Verlängerungskabel quer durchs Wohnzimmer werden vermieden.

Von der effizienten LED-Lampe über den luxuriösen Kronleuchter stehen für die Lichtplanung zahlreiche Leuchtmittel zur Verfügung: Eine Deckenstrahler schafft eine andere Stimmung als eine Leseleuchte. Doch eine ideale Licht-Atmosphäre zu schaffen, ist gar nicht schwer. Für ein schönes Licht sorgt diese Faustregel:
Ein Mix aus drei verschiedenen Quellen = die ideale Beleuchtung.
Foto: Maigrau

Die ideale Beleuchtung: Das ist der Trick

Für Behaglichkeit sorgt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen kontrastarmer und kontrastreicher Beleuchtung. Das funktioniert am besten durch eine Mischung aus drei verschiedenen Lichtquellen: Hintergrundbeleuchtung, Akzentlicht und Arbeits-Beleuchtung.

Indirektes Licht erzeugt eine weiche und unaufdringliche Beleuchtung, weil es kaum Schatten wirft und sich gleichmäßig verteilt. Allerdings ermüden die Augen bei indirektem Licht schneller als bei kontrastreicher Beleuchtung. Deshalb sollten Sie Zonen einrichten, in denen eine punktuelle Beleuchtung bzw. helles Arbeitslicht herrscht. Wenn Räume aus einer Mischung dieser Lichttypen erleuchtet werden, wirken sie am schönsten.

Hintergrundbeleuchtung: Für die Beleuchtung des gesamten Raumes wählen Sie am besten eine Deckenleuchte, einen an der Wand montierten Strahler oder einen Deckenfluter. Idealerweise haben diese Leuchten einen Dimmer, damit Sie die Helligkeit regulieren können. Indirekte Beleuchtung ist kontrastarm und weich und blendet nicht. Das Licht ist relativ gleichmäßig im Raum verteilt und wirft kaum Schatten.
Akzentlicht: Ein ausschließlich weich ausgeleuchtetes Zimmer wirkt schnell langweilig und eindimensional. Eine punktuelle Beleuchtung sorgt für Abwechslung: Sie betont Architektur oder Möbel, kaschiert, belebt oder dämpft. Dosiert eingesetztes Akzentlicht lenkt den Blick auf besondere Details oder Sammlerstücke. Eine Alternative zu einfachen Strahlern sind verschiedene dekorative Leuchten. So können Sie mit Licht und Schatten und unterschiedlichen Intensitäten der Beleuchtung spielen. Besonders in der dunklen Jahreszeit schaffen solche Akzente Behaglichkeit und Atmosphäre. Doch Vorsicht: Bei einer allzu knalligen Detailbeleuchtung geraten andere Raumbestandteile ungewollt in den Hintergrund.
Arbeitsbeleuchtung: Eine zielgenaue Beleuchtung sorgt für ein Licht an den Orten, an denen wir uns konzentrieren: beispielsweise beim Lesen auf dem Sofa oder beim Arbeiten in der Küche. Stehleuchten oder Strahler sind ideal um ein solch kontrastreiches, zielgerichtetes Licht zu schaffen. Bei einer kontrastreichen Beleuchtung können wir uns besser konzentrieren. Neben der Beleuchtung im Hintergrund sollte also auch stets Funktionslicht vorhanden sein.
Foto: Gubi
Die Vermessung des Lichts

  • Farbtemperatur: Jedes Licht besitzt eine eigene Farbe, die in Kelvin gemessen wird. Kerzenlicht erscheint mit 1500 Kelvin warm und gelb, das Licht eines bedeckten Himmels wirkt mit etwa 7000 Kelvin bläulich. Gut zu wissen: Kaltes, blaues Licht macht wach, eine rötlichwarme Umgebung beruhigt.
  • Helligkeit: Lux und Lumen sind zwei unterschiedliche Einheiten, die die Helligkeit einer Leuchte messen. Eine alte Glühbirne erstrahlt ungefähr in der Intensität von 12 Lumen, LED-Lampen mit etwa 800 Lumen.
  • Stromverbrauch: Bei festgelegter Spannung gibt die Wattzahl eines Leuchtmittels dessen Stromverbrauch an. Eine 60W-Glühbirne verbraucht mehr Strom als eine Halogenlampen mit 40 Watt. Energiesparlampen haben 14 Watt, LED-Leuchten dagegen nur 5.

Neun Tipps für die Lichtplanung

Schatten, Anzahl der Lichtquellen und Lichtfarbe beeinflussen die Raumwirkung enorm. Überlassen Sie also nichts dem Zufall. Neun Tipps, wie Sie Licht richtig einsetzen:

1. Viele Steckdosen einplanen
Kunstlicht braucht Anschluss: Planen Sie beim Neubau lieber ein paar Steckdosen mehr ein. Renovierungsarbeiten sind eine gute Gelegenheit, ein paar zusätzliche Abzweigungen in den Putz schlitzen zu lassen.
2. Lichtinseln schaffen
Ein heller Raum ohne Schatten wirkt monoton und unbehaglich wie ein Wartesaal. Schaffen Sie deshalb Lichtinseln und schwächer beleuchtete Zonen, das gibt ein abwechslungsreiches Bild. Ob Leselampe, Pendelleuchte oder indirektes Licht - nutzen Sie alle Möglichkeiten, um Räume schön in Szene zu setzen.
3. Lichtakzente setzen
Licht muss wirken: Es hebt schönen Details heror und bringt Farben zum Strahlen. Haben Sie Mut zur Inszenierung. Sie können den Lichtakzent schließlich bei Bedarf an- und ausschalten.
4. Leuchtmittel abschirmen
Nichts irritiert mehr als der frontale Blick in die Tischbeleuchtung oder ein Licht-Spot, der sich in den Augenwinkel bohrt. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Leuchtmittel abgeschirmt ist. Im Zweifel zu Hause vor dem Kauf ausprobieren. Das gilt erst recht für die gewendelten Energiesparlampen: Die gehören allesamt unter den Schirm, da sie nur so ihre volle Leuchtkraft entfalten können.
5. Richtige Energiesparlampen wählen
Bei den Glühbirnen ist klar, ob man 40, 60 oder 100 Watt benötigt. Aber mit den Energiesparlampen tauchen ganz andere Werte auf den Packungen auf: 11 Watt ersetzt die alte 60 Watt Glühbirne und die 20-Watt-Energiesparlampe ersetzt die gewohnte 100-Watt-Glühbirne. Für die Stimmung wählen Sie "warm-weiß".
6. Halogen schafft punktförmiges Licht
Wer auf punktförmig brennendes Licht setzt, ist mit Halogenbirnen weiterhin bestens bedient. Sie sind vom Glühlampen-Aus nicht betroffen. Wo das Licht länger an bleibt – im Flur, in der Küche, am Schreibtisch – oder eher sachlichen Charakter hat, sind Energiesparlampen sinnvoll. Gibt’s auch mit Schraubgewinde und als Kerze.Lichterketten sind besonders im Flur eine schöne Beleuchtungsidee.
7. An den Anschluss für Außenlicht denken
Lieben Sie auch die blaue Stunde auf dem Balkon, wenn man Licht zum Lesen einschalten kann? Oder die stimmungsvolle Beleuchtung auf der Terrasse oder Gartenfläche? An Anschluss und Dimmer denken!
8. Bewegungsmelder im Flur installieren
Bewegungsmelder in Kombination mit Flurlicht oder anderer Beleuchtung beugen Unfällen vor. So müssen Gäste nicht im dunklen Flur nach dem Lichtschalter tasten, und niemand stolpert auf der Kellertreppe ins Dunkel.
9. Unterschiedliche Lampen einsetzen
Je nachdem, was wir gerade tun, brauchen wir mal mehr, mal weniger Licht. Darauf reagieren Sie am besten mit einem Leuchten-Mix mit unterschiedlichen Stärken und Lichtfarben, verteilt im ganzen Raum. Schon die Designs der Lampen machen viel her: Ein dekorativer Kronleuchter zieht die Blicke ebenso auf sich wie ein stilvoller Designklassiker als Leselampe. Welche unterschiedlichen Leuchten es gibt, lesen Sie in der folgenden Info-Box.

Glossar der Leuchten

  • Hängeleuchten werfen gleichmäßiges Licht, erzeugen aber Schatten. Deswegen werden sie idealerweise mit anderen Leuchten kombiniert, um das Licht zu nuancieren. Damit es insgesamt nicht zu hell wird, einen Dimmer anbringen.
  • Wandleuchten erzeugen ein sanftes Licht, stehen nie im Weg und eignen sich als indirektes Licht im Hintergrund.
  • Fluter werfen ihr Licht gen Decke, was besonders bei hellen Farben schöne Effekte erzielt.
  • Einbaustrahler sitzen meist direkt in der Decke und beleuchten mit ihrem Licht den Bodenraum darunter. Gut geeignet sind sie für Küchenarbeitsflächen, im Badezimmer oder am Schreibtisch, sollten aber mit Licht aus anderen Quellen gemischt werden, um einen Flutlichteffekt zu verhindern.
  • Steh- und Tischleuchten sind besondere Talente unter den Lichtquellen. Sie können großzügig eingesetzt werden und verbreiten je nach Form und Farbe ein ganz unterschiedliches Licht. Damit das Zimmer nicht überfrachtet wirkt, immer darauf achten, dass Licht und Lampengröße zum Stellplatz passt. Sonst lieber auf den Boden stellen.
  • Scherengelenk-Leuchten mit schwerem Fuß und schwenkbarem Kopf sind praktisch, wenn am Bett oder Schreibtisch mal mehr, mal weniger Licht benötigt wird.

Foto: Dreizehngrad

Die Leuchtmittel: von Halogen bis LED

Längst haben wir die Wahl zwischen zahllosen Leuchtmitteln. Sie unterscheiden sich in der Lichtfarbe, der Helligkeit und der Energieeffizienz.

Glühlampe: Lange Zeit war die Glühbirne das gängigste Mittel der Beleuchtung. Sie verbraucht aber viel Energie, weswegen sie nach und nach aus dem Handel verschwinden soll. Ihr Licht ist gelblich und warm.

Halogenlampe: Eine Halogenlampe als Leuchtmittel spendet klares und weißes Licht. Geeignet ist diese Art der Beleuchtung als Funktionslicht im Arbeitszimmer oder in der Küche. Vorteil des klaren Halogenlichts: Farben werden nicht verfremdet, das Leuchtmittel ist klein und eignet sich gut für Fluter und Einbaustrahler. Allerdings sollen auch Halogen in den nächsten Jahren ausgemustert werden.

Leuchtstoffröhren: Diese Lampen werden mittlerweile in vielen Formen und Farben auch zur Beleuchtung von privaten Räumen eingebaut. Vorteil: Sie erhitzen sich kaum, sparen Strom und können auch auf engstem Raum eingesetzt werden.

Energiesparleuchten: Energiesparleuchten ermöglichen eine Beleuchtung durch den Einsatz verkleinerter Leuchtstoffröhren. Sie verbrauchen wenig Energie und halten sehr lange. Allerdings lassen sie sich nicht immer dimmen.

LED-Lampen: LED-Lampen haben eine hohe Lebensdauer, entwickeln nahezu keine Wärme und verbrauchen besonders wenig Energie. LEDs funktionieren mit Halbleiterkristallen, die in Verbindung mit Strom zu leuchten beginnen. Durch ihre geringe Größe lassen sie sich beinahe überall einsetzen und ermöglichen neue, nie dagewesene Design. LEDs sind zum Teil auch schon dimmbar und in vielen Farbtönen erhältlich. Nachteile: Die Farbe des Lichts - Beleuchtung mit LED spendet derzeit meistens noch kein mit Glühbirnen vergleichbares, warmes Licht - und der Preis. Eine LED-Lampe mit drei bis vier Watt kostet derzeit ca. 30 bis 40 Euro. Vielfach werden LEDs deswegen als Ergänzung zur herkömmlichen Beleuchtung eingesetzt.

Fotostrecken: Schöne Leuchten für jeden Zweck