Ob gestreift, gepunktet oder kariert – Muster gibt es in vielen Farben und Formen auf Bezugsstoffen, Teppichböden oder Tapeten. Kennen Sie die gängigsten? Kleines Muster-ABC.

Foto: Stefan Thurmann
Ein Muster oder Ornament ist ein Element, das sich auf einer textilen Oberfläche stets wiederholt und oft die gesamte Tapeten-, Stoff- oder Teppichfläche bedeckt. Bei Stoffen können Muster auch durch eine bestimmte Web- oder Strickart, durch Färben oder Bedrucken hergestellt werden. Auch wenn es bei Textilien heutzutage unzählige neue Muster gibt, greifen die meisten Deko- und Einrichtungsprofis immer wieder auf diese Klassiker zurück.

14 klassische Stoff-Muster

1. Pepita

ist ein Muster aus Karos, das schräg verschoben und wie ausgefranst wirkt. Das Dessin ist ein dem Hahnentritt ähnliches Muster, das nach der Künstlerin Josefa de la Oliva benannt wurde. Es besteht aus kleinen zweifarbigen, oft schwarz-weißen Karos mit diagonalen Verbindungen.

2. Hahnentritt

ist ebenfalls ein Muster aus Kleinkaro, bei dem die Ecken aber durch kleine senkrechte und waagerechte Verlängerungen im rechten Winkel miteinander verbunden sind.

3. Fischgrat

ist ein längs gestreiftes Muster, das an die Form einer Fischgräte erinnert. Der französische Ausdruck für das Muster ist Chevrong, der englische Herringbone.

4. Vichy-Karos

sind würfelförmige, zweifarbige Karos, die ihren Ursprung in der gleichnamigen südfranzösischen Stadt haben. Ganz typisch kommt das Muster in Weiß mit Rot oder Blau oder pastellig in Weiß mit Rosé oder Hellblau daher. Eine andere, etwas abfällige Bezeichnung für das Muster lautet Bauernkaro.

5. Nadelstreifen

ist ein feiner Längstreifen auf dunklem Fond, der eigentlich einmal als Muster für Herrenanzüge gedacht war. Farblich abgehobene Kettfäden werden in ein Grundgewebe eingearbeitet, die als nadelfeine Längsstreifen erscheinen. Heute findet sich das edle Muster auch auf Salon-Mobiliar oder hochwertigen Textiltapeten und markiert so etwas wie den Gegenentwurf zu Blockstreifen, also breiten Quer- oder Längsstreifen.

6. Römerstreifen

sind gleich breite Streifen in kräftigen Farben mit Weiß.

7. Taschentuchkaro

besteht aus taschentuchgroßen Karos. Das Muster kommt dabei einfarbig durch Matt- und Glanz-Strukturen des Gewebes sichtbar daher, kann aber auch farbig auf hellem Untergrund verarbeitet werden.

8. Animal-Print

meint ein von Tierhäuten und -fellen inspiriertes Muster, das alle paar Jahre auch im Wohnbereich Renaissace feiert. Je nach Geschmack reicht die Bandbreite vom Sofa in Leooptik über den Stuhlbezug in Schlangenleder-Muster oder einen Teppich aus Kuhfell.

9. Paisley

ist ein verschnörkeltes, orientalisches Muster mit nierenartigen oder palmsprossenartigen Formen. Eine andere Bezeichnung für Paisley ist das Kaschmir-Muster oder türkisches Muster.

10. Patchwork

ist ein Web- aber auch ein gedrucktes Muster, das aussieht wie aus verschiedenen Stofflappen in unterschiedlichen Farben und Dessins zusammengesetzt.

11. Batik

meint ein von feinen Farbadern unregelmäßig durchzogenes, verschwommenes Muster.

12. Polka-Dots

sind talergroße Tupfen, die immer dann angesagt sind, wenn die 70er Jahre und Retro-Design in ist.

13. Pucci-Muster

sind grafische Druckdessins mit kurvigen, runden fantasievollen Formen in den Farben Pink, Gelb, Türkis, Mint oder Flieder. Als ursprünglich ein vom italienischen Modeschöpfer Pucci kreiertes Muster auf Seidenjersey, finden die wilden Formen und Farben mittlerweile auch auf anderen Oberflächen Verwendung.

14. Jacquard

ist ein aufwändiges Muster bei Maschenwaren. Der Name stammt von dem französischen Erfinder Joseph-Marie Jacquard, der im 18. Jahrhundert einen Webstuhl mit vielfältigen Musterungsmöglichkeiten baute. Erstmals konnten endlose Muster von beliebiger Komplexität mechanisch hergestellt werden. Diese Technik wurde in den Jahrzehnten darauf für moderne Strick- und Webmaschinen weiterentwickelt und liefert bis heute sowohl runde, ornamentale als auch geometrische Muster. Jacquards Maschine markierte somit nicht nur einen Wendepunkt auf dem Weg zur schnellen Produktion von Mustern unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, sondern war daneben auch die erste programmierbare Maschine.