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Patchwork - traditionelles Muster neu aufgelegt

Das Wort "Patchwork" stammt aus dem Englischen und heißt übersetzt Flickwerk. Traditionell wurde die Handarbeitstechnik zur Erstellung von Decken, Wandbehängen und Kleidung angewendet - modern interpretiert ist der Flickenlook jetzt auch auf Tellern oder Türstoppern zu finden.
Patchwork - traditionelles Muster neu aufgelegt

Mit der Sitzmöbel-Kollektion "Sushi" von Moroso kommt das Patchwork-Muster modern interpretiert ins Wohnzimmer.

In diesem Artikel
Der Patchwork-Quilt
Herkunft des Patchwork
Bekannte Quilts und Patchwork-Muster
Einrichtung im Patchwork-Look – nicht immer aus Stoff

In seiner traditionellen Definition beschreibt der Begriff "Patchwork" eine Handarbeitstechnik, bei der Stoff- oder Lederteile verschiedener Farben, Formen und Muster zu einem harmonischen Gesamtbild zusammengefügt werden.

Teilweise werden die durch das Zusammennähen von Stoffstücken entstehenden Patchworkstücke auch bestickt, teilweise werden Stoffe appliziert – d.h. verschiedene Stoffstücke werden so auf einen Unterstoff genäht, dass Figuren, grafische Formen, Muster oder Bilder entstehen. Meist wurden früher Decken, Kissen, Wandbehänge oder Taschen mit dieser Handarbeitstechnik verziert. Mittlerweile kommt Patchwork auch bei Möbeln und Haushaltsgegenständen zum Einsatz.

Der Patchwork-Quilt

Die Verwendung von Patchworks hat in der Form des Quilts ihren Höhepunkt gefunden. Es gibt in den USA kaum einen Haushalt, in dem nicht ein solches Stück als Tagesdecke oder Accessoire fürs Sofa genutzt wird. Doch was bedeutet das Wort Quilt?

Traditionelle Patchwork-Decken bestehen aus drei Schichten: der Oberseite, für die verschiedene Stoffe zu einem Muster zusammengenäht werden, einer wärmenden Füllung sowie der meist einfarbigen Rückseite. Um alle drei Lagen fest miteinander zu verbinden, um beispielsweise ein Verrutschen beim Waschen zu verhindern, werden die Schichten mit so genannten Quilt-Stichen verbunden, weshalb die Decken auch Quilts genannt werden.

Herkunft des Patchwork

Die Technik des Patchwork lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen, als die Menschen begonnen, Kleidung aus aneinandergenähten Tierhäuten herzustellen. Damals war es jedoch weniger der dekorative Aspekt als die Notwendigkeit, aus den nur in Stücken vorhandenen Fellen und Häuten ein ausreichend großes Kleidungsstück zu erstellen.

Das älteste Patchwork in seiner heutigen Funktion – nämlich als schmückendes Element – ist eine ägyptische Baldachindecke, die im ägyptischen Museum in Kairo aufbewahrt und die auf das Jahr 980 v. Chr. zurückdatiert wird.

Von Ägypten aus gelangte die Patchwork-Technik über Japan und China durch die Kreuzritter im 11. Jahrhundert nach Europa und wurde hier beispielsweise für die Verzierung von Wandbehängen, Umhängen oder Bannern in Kirchen oder Adelshäusern eingesetzt. Durch die industrielle Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts wurden Stoffe erschwinglicher, wodurch sich das Patchwork stärker verbreitete und beispielsweise auch bei der Bekleidung populär wurde.

Patchwork - traditionelles Muster neu aufgelegt

Der Patchwork-Quilt "Samt" von Gingar zeigt die traditionelle Verwendung des Patchwork-Musters.

Mit den europäischen Siedlern gelangte das Patchwork dann in die USA, wo sich die Handarbeit zu einem wichtigen Bestandteil des sozialen Lebens entwickelte: in großen Runden erstellten Frauen Patchwork-Quilts und tauschten dabei Neuigkeiten, aber auch Patchwork-Techniken aus. So entstand in den USA eine Patchwork-Tradition, die sich bis heute fortsetzt und die Patchwork-Muster hervorgebracht hat, die immer noch angewendet werden. Seit einigen Jahren ist auch in Europa das Thema Patchwork wieder aktuell und wird als Handarbeitstechnik gepflegt.

Bekannte Quilts und Patchwork-Muster

Log Cabin oder Blockhaus Patchwork ist wohl das bekannteste und eins der ältesten Patchworkmuster. Dabei werden bei der Grundfrom des Blocks die Streifen von der Mitte herum um das meist leuchtend rote Mittelquadrat gearbeitet. Laut Bedeutung stellt dieses das Herdfeuer in der Mitte des Blockhauses dar. Der Block - meist halb hell und halb dunkel - symbolisiert die Sonnen- und Schattenseiten des Hauses. Aufgebaut ist der gesamte Block aus Streifen, die für die Baumstämme, aus denen Blockhäuser gebaut werden, stehen.

Das Patchwork-Muster Nine-Patch-Block ist nicht nur bekannt, sondern auch perfekt geeignet für Anfänger. Hier werden neun gleich große Quadrate als Block aneinandergesetzt.

Den Baltimore Quilt schätzt man wegen seiner ungewöhnlichen Patchwork-Muster und filigranen Schönheit: Blumenmotive, Schiffe, Kirchen, Bauwerke aus Baltimore und historische Ereignisse werden darauf und damit dargestellt.

Einrichtung im Patchwork-Look – nicht immer aus Stoff

Doch nicht nur bei Handarbeitstücken findet man die Patchwork-Technik. Auch Möbel oder Wohnaccessoires sind mittlerweile im Patchwork-Look zu haben. Und auch Design-Klassiker werden mit Bezügen im Flickenlook neu aufgelegt. So kreierte der israelisch-dänische Künstler Tal R zum 50. Geburtstag des "Egg-Chairs" von Arne Jacobsen 50 Patchwork-Variationen des Sessels für Fritz Hansen. Jeder einzelne Sessel trägt sein eigenes einzigartigen Patchwork-Muster – zusammengestellt aus Stoffen, die auf der ganzen Welt zusammengesucht wurden.

Patchwork - traditionelles Muster neu aufgelegt

Patchwork in Gelb: einer der 50 "Egg-Chairs", die Tal R anlässlich dessen 50. Geburtstags für Fritz Hansen gestaltete.

Aber auch Teppiche, Kissen, Sessel oder Bettrahmen werden mit dem Flickenmuster ausgestattet – teilweise mit dezenten Stoffen, teilweise aber auch mit Textilien in Knallfarben oder edlen Materialien. Und sogar Patchwork-Porzellan ist zu haben - zu entdecken in unserer Fotostrecke:

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