• CROSSMEDIA
    WERBEPARTNER
  • CROSSMEDIA
    WERBEPARTNER

Nachhaltigkeit bei Textilien: Interview mit Grüne Erde

Der Naturmöbel-Hersteller Grüne Erde sorgt für gesundes Wohnen und ist Experte für natürliche Heimtextilien. Uns erklärt Geschäftsführer Reinhard Kepplinger, woran man Naturtextilien erkennt und worauf man beim Kauf achten sollte.
nachhaltigkeit_kepplinger

Herr Kepplinger, was bedeutet der Begriff Nachhaltigkeit in Bezug auf Textilien?

Nachhaltigkeit bedeutet, dass unsere Produkte auf eine respektvolle Art und Weise im Einklang mit der Natur produziert werden. Wir verzichten nicht nur bei der Produktion auf chemische Prozesse, sondern auch beim Anbau der Rohstoffe. Uns ist wichtig, dass der Ursprung der Materialien und die Verarbeitung nachvollzogen werden können und alle ökologischen Richtlinien eingehalten werden. Heimtextilien müssen Funktionen erfüllen, die sich am besten mit Naturmaterialien erfüllen lassen – es spricht alles dafür, nachhaltig und ressourcenschonend zu produzieren.

Worauf sollte man beim Kauf von Naturtextilien Ihrer Meinung nach achten?

Neben der Materialqualität und der Qualität der Verarbeitung sollten Kunden auf die geprüfte Erfüllung hoher ökologischer Standards achten und darauf, ob die ökologischen Versprechen des Herstellers glaubwürdig sind. Vorsicht ist geboten, wenn Anbieter mit diffusen Schlagworten wie "aus kontrolliertem Anbau" oder "aus kontrollierter Fertigung" werben, ohne Hinweis, was genau kontrolliert wird.

Auch einen Blick auf die Herkunftsländer sollte man werfen. Bei Grüne Erde werden die Produkte bis auf wenige Ausnahmen in EU-Ländern gefertigt. Das hält die Transportwege vom Rohstoff bis zum Kunden kurz und erleichtert die Kontrolle von fairen Arbeitsbedingungen und die Einhaltung der ökologischen Richtlinien.

Für den Kunden wird es immer schwieriger, sich im Öko-Dschungel zurecht zu finden. Wo ist eigentlich gekennzeichnet, woher die Textilien kommen?

nachhaltigkeit_gruene-erde_polster

Bei uns ist diese Information in den Katalogen und unter www.grueneerde.com zu finden. Wir versehen auch das Produkt selber damit. Es reicht uns aber nicht, unseren Kunden nur den Endfertigungsort zu nennen, denn die Produktion ist nur ein Teil der Wertschöpfungskette. Jedes Produkt beginnt mit seinen Rohstoffen und auch diese müssen irgendwo ihren Entstehungsort haben. Gerade bei der Herkunft ist Transparenz wichtig!

An welche Qualitätszeichen und Prüfstandards kann ich mich beim Kauf halten?

Es gibt leider unzählige Labels, Prüfstandards und Zertifikate, die von Anbietern oder Unternehmensverbänden erfunden wurden und meist nur dem "Green Washing" unökologischer Produkte und Unternehmensphilosophien dienen.

Grüne Erde orientiert sich an den derzeit strengsten ökologischen Qualitätsstandards IVN Best und GOTS. Die meisten Produkte tragen mittlerweile das GOTS-Zertifikat, wir sind auch als Unternehmen GOTS-zertifiziert. Darüber hinaus haben wir uns für Produktgruppen, für die es derzeit noch keine solchen Standards gibt, eigene Prüfstandards auferlegt.

Zudem ist Grüne Erde Mitglied der Fair Wear Foundation, welche die Einhaltung sozialer Standards in der Textilproduktion prüft.

Welche Naturfasern gibt es denn, die bei uns zu Hause Einsatz finden?

nachhaltigkeit_gruene-erde_tex

Die bekanntesten Naturfasern sind mit Sicherheit Baumwolle, Leinen, Schafschurwolle, Hanf und Kaschmirwolle. Wir verwenden aber aufgrund ihrer tollen Eigenschaften auch exotischere Naturfasern wie Yakwolle, Pappelflaum, Wildseide, Kapok oder auch Kamelhaar. Alle Materialien sind ganz vielseitig einsetzbar – ob als Teppich, Bettwäsche, Vorhang oder Füllmaterial für Decken und Kissen. Je nach Materialkombination erzielt man ganz unterschiedliche Effekte und Ergebnisse.

Auch Naturtextilien müssen vorbehandelt werden. Wie passiert das "ökologisch korrekt"?

Um die Dauerhaftigkeit und die Verwendungseigenschaften zu verbessern, werden unsere Naturtextilien durch verschiedene mechanische Verfahren vorbehandelt. Zum Beispiel können Naturtextilien "gekrumpft" werden – so nennt man das Verfahren, das angewandt wird, um ein nachträgliches Einlaufen der Stoffe zu vermeiden. Der Stoff wird schon bevor er fertig genäht wird mit Dampf und Wärme behandelt. Somit findet das Einlaufen der Textilien bereits im Vorhinein statt. Und statt chemischer Bügelhilfen setzen wir Kartoffelstärke ein. Dem Erfinderreichtum sind keine Grenzen gesetzt, solange chemische Prozesse vermieden werden können.

Chemische Mittel in Textilien können uns krank machen. Welche physischen Schäden werden im schlimmsten Fall davon hervorgerufen?

nachhaltigkeit_grueneerde_bett

Chemikalien können sich durch die gesamte Produktionskette ziehen. Bei konventionell erzeugter Baumwolle kommen große Mengen an Pestiziden, Insektiziden und Fungiziden zum Einsatz. Diese Chemikalien dringen alle in die Baumwollfaser ein und können nur mit aufwändigen, ebenfalls chemischen Mitteln, wieder herausgelöst werden. Natürlich können dabei allergische Reaktionen der Haut auftreten. Auch direkte Hautschädigungen durch chemische Ausrüstungs- und Färbechemikalien sind nicht ungewöhnlich.

Gut, nun habe ich mich für Naturtextilien in meinem Heim entschieden. Wie pflege ich diese möglichst umweltfreundlich?

Ökologisches Waschmittel zu verwenden ist mit Sicherheit ein erster wichtiger Schritt. Meist wird mit zu viel Waschpulver und im falschen Waschgang gewaschen. Bei normaler Verschmutzung reichen ein schonender Waschgang und meist die Hälfte des bisher verwendeten Waschmittels aus. Man muss Textilien auch nicht immer sofort waschen. Lüften Sie Ihre Bettwäsche und Polsterbezüge ruhig öfter – das verlängert auch die Lebensdauer Ihrer Heimtextilien.

Herr Kepplinger, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führten wir im Dezember 2011.