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Nachhaltig erwirtschaftetes Holz kaufen

Welches Holz kann man mit gutem Gewissen kaufen und welche Holzmöbel sind eher zu meiden, wenn man nachhaltig wohnen will? Ein Leitfaden.
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Holz ist eine der wichtigsten Ressourcen, die für die Möbelproduktion verwendet werden. Aber diese Ressource ist nicht unendlich verfügbar. Weiterhin werden Waldflächen im großen Stil gerodet. Im Jahr sind das etwa 13 bis 15 Millionen Hektar verlorener Wald weltweit. Das entspricht einer Fläche von ca. 35 Fußballfeldern, die pro Minute abgeholzt wird. Es gilt daher dringend, mit Holz hauszuhalten und Wälder zu schützen. Die positive Nachricht dabei: Mit dem Kauf "guter" Hölzer kann man dies unterstützen. Denn Holzmöbel aus nachhaltiger Forstwirtschaft funktionieren wie kleine CO2-Speicher und die ökologische Waldnutzung erhält außerdem wertvolle Lebensräume.

Rundum nachhaltig: FSC-Hölzer

Die erste Wahl beim Möbelkauf sollte immer auf Holz fallen, das zertifiziert ist. Damit lässt sich erkennen, ob das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung kommt. Ein verbreitetes Zertifizierungssystem mit anspruchsvollen Standards stammt von dem seit 1993 international tätigen Forest Stewardship Council (FSC). Mit seinem Label wird Holz als vergleichsweise unbedenklich ausgewiesen. Weltweit sind inzwischen rund 166 Million Hektar Waldfläche FSC-zertifiziert - davon allein in Deutschland über 570.000 Hektar. Der FSC wird daher auch von den großen Umweltverbänden wie Wwf, Greenpeace, Nabu und Bund unterstützt.

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Das FSC-Siegel wird für ökologisch, sozial und ökonomisch verträgliche Waldwirtschaft vergeben.

Hinter dem Siegel stecken strenge Auflagen, die die umweltfreundliche, sozialförderliche und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung von Wäldern gewährleisten. Verstöße oder Hinweise auf Verstöße werden dabei intensiv verfolgt. Unter deutschland.fsc-products.org findet man eine Datenbank mit den Unternehmen, die FSC-Produkte herstellen oder anbieten.

Möglichst meiden: Tropenholz

Der Artenreichtum im Tropenwald ist extrem vielfältig, nirgends sonst auf der Welt gibt es so viele Baumarten auf engstem Raum. Aber die Tropenhölzer sind hierzulande äußerst beliebt: Sie fallen vor allem dem Möbel- und Bootsbau zum Opfer. Teak, Eukalyptus- und Akazienhölzer, meist für Gartenmöbel verwendet, stammen von Plantagen, die die Urwälder verdrängen. Inzwischen gibt es seit einigen Jahren auch FSC-zertifiziertes Tropenholz. Dennoch: Die Wahrscheinlichkeit, dass Tropenhölzer wie Teak oder Mahagoni aus Raubbau stammen, ist extrem hoch. So gibt es immer wieder Probleme bei der Umsetzung der strengen Umweltschutzrichtlinien des FSC. Aus diesem Grund sollten Produkte aus Tropenholz nur mit Bedacht zu Hause eingesetzt werden.

Alternative: europäische Laubbäume

Regionales Holz ist besser als Tropenholz. In Europa ist eine nachhaltige Waldnutzung schon länger gewünscht und liegen die Transportwege deutlich unter denen von Tropenholz. Aber auch bei Holz europäischer Laubbäume ist laut der großen Umweltverbände möglichst auf das FSC-Siegel zu achten. Denn auch hier kann unter Umständen Holz aus den letzten europäischen Urwäldern untergemischt sein. Wichtig ist daher immer die Nachfrage beim Händler, woher das Holz eines Möbels tatsächlich stammt. Sollte es sich dann um zertifiziertes Holz handeln, kann das Möbel mit ruhigem Gewissen gekauft werden.

Noch ein wichtiger Tipp für Gartenmöbel oder Terrassenböden: Bei Böden für den Außenbereich kann man heute gut auf Tropenholz verzichten. Heimische Hölzer von Lärche, Eiche und Robinie sind hier die Alternativen. Durch neue Verfahren werden die Hölzer besonders robust gegen Wind und Wetter gemacht und stehen dann Teak- und Eukalyptus-Holz in ihrer Langlebigkeit in nichts nach.

Weitere Labels und Fazit

Neben dem FSC-Zertifikat gibt es weitere Siegel, denen Käufer beim Möbelkauf vertrauen können. Als erstes ist dabei das PEFC-Siegel zu nennen. Es stammt vom Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) ("Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen") und wurde Ende der 90er Jahre als speziell europäisches Zertifizierungssystem eingeführt. Das Siegel kennzeichnet nachhaltige Waldbewirtschaftung. In Deutschland sind 7,3 Millionen Hektar Wald PEFC-zertifiziert.

Das kann man tun:


  • auf Tropenhölzer verzichten

  • nach Herkunft der Hölzer fragen

  • möglichst regionale Hölzer wählen

  • auf etablierte Siegel achten

  • langlebige, hochwertige Holzmöbel bevorzugen

  • Recyclingpapier kaufen

Ein weiteres Siegel für nachhaltiges Holz ist Naturland. Es übertrifft teilweise noch die Ansprüche des FSC-Siegels und stellt besondere Anforderungen an eine ökologische und gesundheitsverträgliche Herstellung von Holzprodukten. Aus diesem Grund können Produkte sowohl ein FSC-Siegel als auch das Label von Naturland tragen.

Wer also beim Einkauf von Möbeln oder Baumaterial auf zertifiziertes Holz achtet, kann weltweit helfen, Holzeinschlag und Brandrodung zu stoppen. Das bewahrt den Artenreichtum der Wälder, senkt die CO2-Emission und schafft faire Arbeitsbedingungen. Nebeneffekt: Da immer mehr Hersteller auf diese Aspekte achten und auf zertifiziertes Holz bei der Produktion setzen, brauchen wir nicht auf Schönes aus Holz zu verzichten.

Quellen:

Hilfreiche Ratgeber zu Holz & Wald